ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Edelmetall-ETPs verzeichneten angeführt von den Gold-, Platin und Rohstoffkorb-ETPs Zuflüsse in Höhe von 155 Mio. USD. Die Zuflüsse in die ETPs der disruptiven Technologien setzten sich angesichts der attraktiven Bewertung des ROBO Global Robotics and Automation UCITS Index relativ zum MSCI World Technology Index fort. Anleger zogen Investments in der Eurozone solchen in spezifischen europäischen Ländern vor, da die Brexit-Verhandlungen ins Stocken geraten und die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU unsicherer werden“, so fasst der Rohstoffbericht KW 42 das Marktgeschehen im aktuellen Rohstoffbericht KW 42 zusammen.

„Zum Jahresende Goldpreis bei 1260 USD pro Unze“

„Gold-ETPs (A0LP78) verzeichneten in der zweiten Woche in Folge Zuflüsse, da der chinesische Markt wieder öffnete. In der vergangenen Woche stieg der Goldpreis auf fast 1.300 USD/Unze, nachdem er Anfang September ausgehend von einem Zwölfmonatshoch um 6,3 Prozent gefallen war. Da die voraussichtliche Zinsanhebung und ein stärkerer US-Dollar den Goldpreis belasten werden, könnte die Erholung allerdings lediglich vorübergehender Natur gewesen sein. Wir rechnen bis zum Jahresende mit einem Goldpreis von 1260 USD/Unze“, das berichtet ETF Securities im Rohstoffbericht KW 42. In China sei der Autoabsatz gegenüber September vor einem Jahr um 3,3 Prozent gestiegen. Dies komme den Metallen der Platingruppe zugute. Platin- (A0N62D) und Palladium-ETPs (A0N62E) hätten entsprechend in der vergangenen Woche um 3,3 Prozent beziehungsweise 5,6 Prozent zugelegt. Da Platin ferner mit einem Abschlag von 55 USD/Unze auf Palladium geschlossen habe, seien 12,5 Mio. USD in Platin-ETPs geflossen. „Platin hinkt im bisherigen Jahresverlauf auch Gold hinterher. Während Gold seit Jahresanfang um 13,4 Prozent stieg, kam Platin nur um 4,8 Prozent voran. Wir sind nach wie vor vom kurzfristigen Aufholpotenzial von Platin überzeugt“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions von ETF Securities.

Industriemetalle seit Jahresbeginn um durchschnittlich 23 Prozent gestiegen

„Bei Industriemetall-ETPs (A0SVX7) kam es zu Zuflüssen in Höhe von 16,5 Mio. USD, da die Preise auf ein Dreijahreshoch stiegen. Der Bloomberg Industrial Metals Index kletterte seit Jahresanfang um 23 Prozent und in der letzten Woche um 2,6 Prozent auf den höchsten Stand seit Ende 2014″, heißt es weiter. Bei Industriemetall-ETPs seien die Zuflüsse seit Ende August uneinheitlich gewesen, wobei es im September zu erheblichen Abflüssen gekommen sei, da die Preise vom Hoch um 5 Prozent zurückfielen. Im Oktober sei es zu einer Erholung gekommen, obwohl die chinesischen Märkte in der ersten Woche des Monats geschlossen gewesen seien. In der vergangenen Woche seien die Gelder nun hauptsächlich in Metallkorb- (22,8 Mio. USD) und Kupfer-ETPs (5,9 Mio. USD) geflossen, während die anderen Industriemetall-ETPs (A0SVX7) Abflüsse verzeichnet hätten. „Der chinesische Kongress am Mittwoch könnte die Metallpreise unter Druck setzen, obwohl ihn die Märkte bisher als unbedeutend behandeln“, sagt Hein.

Zuflüsse in Robotik- und Cybersicherheits-ETFs

Bei Robotik- (A12GJD) und Cybersicherheits-ETPs (A14ZT8) hätten sich in der vergangenen Woche die stetigen Zuflüsse fortgesetzt, wobei 23 Mio. USD in Robotik-ETPs und 2 Mio. USD in Cybersicherheits-ETP geflossen seien. „Unser Modell zeigt, dass der ROBO Global Robotics and Automation UCITS Index derzeit mit einem Abschlag auf den MSCI World Technology Index gehandelt wird, während der ISE Cyber Security UCITS Index Net Total Return leicht über seinem historischen Durchschnitt steht. Der Robotic-ETP hat folglich mehr Aufwärtspotenzial“, berichtet Hein.

Anleger setzten verstärkt auf fallende Märkte

In Europa flossen 6,9 Mio. USD hauptsächlich in Short-ETPs. Die Anleger hoben ihre Short-Engagements in den europäischen Ländern (Frankreich, Großbritannien und Deutschland) um 8,4 Mio. USD an, sie erhöhten aber auch zugleich ihr regionales Engagement, indem sie 2,1 Mio. USD in Long-Euro-STOXX-ETPs lenkten. „Die Anleger wirken gespalten, da die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU stocken. Die Frage ist, wer für die Rechnung der Scheidung aufkommt“, schließt Hein.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.