ETF Securities Rohstoffbericht
Der ETF-Securities Rohstoffbericht bietet einen Überblick über die wöchentlichen Entwicklungen der verschiedenen Rohstoff-Sektoren des ETF-Marktes.

„Landwirtschaftskorb-ETPs verzeichnen mit insgesamt 46,4 Mio. USD die höchsten Zuflüsse unserer Fondspalette. Bei Rohöl-ETPs kam es in der 23. Woche in Folge zu Abflüssen. Kupfer ist der Nachzügler unter den Industriemetallen, auch wenn es die höchsten Zuflüsse verzeichnet“, so fasst ETF Securities das Marktgeschehen der vergangenen Woche im Rohstoffbericht KW 5 zusammen.

Trotz pessimistischer Stimmung an Terminmärkten – ETP-Anleger entdecken Agrarrohstoffe wieder

Landwirtschaftskorb-ETPs (A0KRKB) verzeichneten danach mit insgesamt 46,4 Mio. USD die höchsten Zuflüsse unserer Fondspalette. „Mit Ausnahme von Baumwolle entwickelten sich alle Agrarrohstoffe im vergangenen Jahr rückläufig. Wie aus den aktuellen Zahlen des USDA World Agricultural Supply and Demand Report vom Januar hervorgeht, überwiegt bei den meisten Agrarrohstoffen das Angebot“, berichtet ETF Securities. An den Terminmärkten der Agrarrohstoffe habe sich die Netto-Positionierung im vergangenen Monat zwar zumeist verbessert, gleichzeitig aber hätten hier mehrheitlich die Netto-Short-Positionen überwogen. „Die pessimistische Stimmung, die bei diesen Agrarrohstoffen vorherrscht, kontrastiert mit der Stimmung im ETP-Bereich. Der Pessimismus könnte aber durchaus von längerer Dauer sein, da das Angebot an diesen Märkten umfangreich ausfallen dürfte“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Gold weiterhin beliebt

Gold (A0LP78) war laut dem Rohstoffbericht KW 5 von ETF Securities das einzige Edelmetall, das Zuflüsse zu verzeichnen hatte. „Die anhaltende Schwäche des US-Dollar, die unter anderem der möglichen Stilllegung der US-Verwaltung geschuldet ist, verhalf dem Goldpreis auf ein 4½-Monatshoch. Die Parteien des US-Kongresses einigten sich darauf, die endgültige Entscheidung zunächst bis zum 8. Februar zu verschieben, sodass genügend Mittel zur Verfügung stehen, um den Betrieb für die nächsten zwei Wochen aufrechtzuerhalten. Damit steigt allerdings die Unsicherheit, was das Aufwärtspotenzial des Goldpreises wahrscheinlich stützen dürfte“, so ETF Securities. Ferner seien Gold Gerüchte zugute gekommen, dass China seine Käufe von US-Staatsanleihen verringern könnte. „Da die Renditen von US-Staatsanleihen weiter steigen und der handelsgewichtete Dollarindex auf ein Dreijahrestief gefallen ist, liegt es nahe, dass die Marktteilnehmer die Gerüchte bisher nicht eingepreist haben“, sagt Hein.

Anleger bleiben bei Rohöl weiterhin skeptisch

Bei Rohöl-ETPs (A1N49P) kam es laut dem Rohstoffbericht KW 5 in der 23. Woche in Folge zu Abflüssen, und zwar in Höhe von insgesamt 79,8 Mio. USD, da die fallenden US-Lagerbestände, die zunehmenden geopolitischen Spannungen, insbesondere im Iran, und die weitgehende Einhaltung der OPEC-Förderquoten für Rückenwind gesorgt hätten. „Wenn wir aber hinter die Kulissen blicken, wird deutlich, dass sich die Benzinlager füllen, das heißt, dass die Bestände einfach vom Rohstoff zum Produkt verschoben werden. Zweitens nehmen geopolitische Konflikte zu und ab, und wir bezweifeln, dass die Risikoprämie von Dauer sein wird, so ETF Securities im Rohstoffbericht KW 5. „Die US-Rohölförderung wird 2018 wahrscheinlich auf ein Allzeithoch steigen, was ein weiteres Abwärtsrisiko für Rohöl darstellt“, prognostiziert Hein.

Kupfer mit höchsten Zuflüssen unter Industriemetallen

Kupfer (A0KRJU) sei der Nachzügler unter den Industriemetallen, auch wenn es die höchsten Zuflüsse des Sektors verzeichnet habe. Als der IWF in der vergangenen Woche seine Wachstumsprognosen 2018 und 2019 für China angehoben habe, seien 24,5 Mio. USD zugeflossen. Die Kupferpreise hinkten dem Sektor als Ganzes auf relativer Basis hinterher. „Obwohl der IWF seine Prognose für das chinesische Wachstum für die Jahre 2018 und 2019 um 0,1 Prozent auf 6,6 Prozent anhob, nahmen die Kupferbestände des Landes zu. Laut der International Copper Study Group trug dies 2017 zu einem Anstieg der globalen Vorräte um 0,6 Prozent bei“, sagt Hein.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.