Start ETF-Marktbericht Rohstoffe und Kreditderivate im Tausch gegen Banken

Rohstoffe und Kreditderivate im Tausch gegen Banken

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Während die meist gehandelten Aktien-ETFs auf deutsche und europäische Standardwerte in den zurückliegenden Tagen eher verkauft worden sind (WKNs 593393, 593395), erfreut sich der iShares DJ Euro Stoxx 50 heute großer Nachfrage, wie die Market Maker von der HypoVereinsbank berichten. Insgesamt waren die Umsätze mit 255 Millionen Euro im DAX-ETF wieder durchschnittlich nach der Flaute in der ersten Januarhälfte.

Keine einheitliche Tendenz beobachtet Klein von der Deutsche Bank. „Anleger verkaufen und kaufen ungefähr gleichermaßen.“ Es sei ein Trader-Markt ohne eindeutige Richtung, so ließen sich auch die hohen Umsätze im db x-trackers ShortDAX erklären (WKN DBX1DS).

Banken gegen Rohstoffe getauscht

Anleger mit Branchenfokus haben sich nach Beobachtung der zuständigen Market Maker in den zurückliegenden Tagen von Indexfonds auf Banken- und Versicherungsaktien überwiegend getrennt. Verkauft wurden etwa der iShares DJ Stoxx 600 Banks (WKN 628935), der die Bankentitel im marktbreiten Gesamteuropa-Index enthält, sowie sein Pendant von der Deutschen Bank (WKN DBX1AH). Das gehandelte Volumen lag insgesamt bei 20 Millionen Euro.

Gefallen finden dagegen die Rohstoff- und Energiesektoren. Anleger steigen in die entsprechenden Branchenfonds ein, z.B. in den iShares DJ Stoxx 600 Oil + Gas (WKN 634476).

Schweizer Aktien verlieren Anhänger

Ein Indexfonds auf den Schweizer Leitindex SMI, der die 20 größten Werte an der Züricher Börse gehandelten Werte enthält, wird jetzt abgegeben, nachdem er in den zurückliegenden Monaten eifrig gekauft wurde (WKN 593396) „Im SMI sind überwiegend defensive Werte aus den Sektoren Chemie, Pharma oder Nahrungsmittel“, versteht Klein das Anlegerverhalten. „Banken haben dagegen ein relativ geringes Gewicht.“ Der SMI hat Ende vergangen Jahres um einiges weniger verloren als andere europäische Indizes, und genau dies hat Anlegern bis dahin gefallen. Inzwischen ist der SMI in der Performance z.B. mit dem DAX wieder gleichauf.

Geldmarkt-ETFs weiterhin gesucht

Ungebrochen hoch sei die Nachfrage nach dem Geldmarkt-ETF der Deutschen Bank, dem db x-trackers EONIA, der sich auf den Interbankenzinssatz bezieht. In dem ETF sind im betrachteten Zeitraum gut 225 Millionen Euro umgesetzt worden. Klein vermutet, dass Investoren von anderen Anlagen am Geldmarkt umschichten (WKN DBX0AN).

ETFs auf Kreditderivate gewinnt zunehmend Interesse

Stark gestiegen ist die Nachfrage nach einem ETF der Deutschen Bank auf einen Kreditderivate-Index, wie Klein berichtet. Gekauft wird der db x-trackers II iTraxx Crossover 5-year TR Index ETF (WKN DBX0AR).

Über solche Kreditderivate geben vor allem Banken das Ausfallrisiko ihrer Kreditnehmer an Dritte, so genannte Sicherungsgeber, weiter, wofür diese eine Prämie erhalten. Im Gegenzug verpflichten sich Sicherungsgeber bei Eintritt eines Zahlungsverzugs oder -ausfalls des Kreditnehmers, eine Ausgleichszahlung an die Bank zu leisten. Dieser Index misst die Rendite für Kredit-Sicherungsgeber für das Halten von Kreditderivate-Transaktionen mit einer Laufzeit von fünf Jahren.

Anders formuliert: Mit dem ETF kaufen Investoren das Kreditrisiko von 50 europäischen Unternehmen. Derzeit würden diese als sehr riskant betrachtet mit einem Kredit-Spread von 1.050 Basispunkten. Kredit-Spreads beschreiben den Renditeabstand von Unternehmensanleihen zu sicheren Staatsanleihen gleicher Laufzeit.

„Mit dem ETF setzen Anleger darauf, dass sich die Kredit-Spreads verringern werden“, erklärt Simon Klein das komplexe Produkt. Zu der Risiko-Performance kommt noch die Verzinsung nach dem EONIA-Zinssatz hinzu. Insgesamt biete der ETF derzeit eine Wertentwicklung von 12 Prozent.

© 27. Januar 2009 / Edda Vogt
Dieser Beitrag wurde dem Börse Frankfurt Fonds-Newsletter entnommen.

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