Start ETF-Marktbericht Ruhiger Handel bei ETFs

Ruhiger Handel bei ETFs

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Eine ruhige Handelswoche liegt hinter den Akteuren im Handel mit ETFs. Wie die Market Maker die Situation einschätzen, wird das noch einige Zeit so bleiben, denn die Sommerpause hat begonnen.

Warme Temperaturen und lange Sonnentage locken Investoren eher in die Biergärten und Straßencafes als an die Börse. Die Market Maker im Handel mit ETFs erleben unisono eine ruhige Woche ohne aufgeregte Spitzen. Passend zum Wetter berichtet Bastian Ohta von Uncredit von „ausgetrockneten Orderbüchern“ und einem „anteilsnahmslosen Handel“.

Es seien zwar unterm Strich mehr Käufer als Verkäufer unterwegs, aber es fehlen die großen Volumina – und das in allen Bereichen. Die Volatilität ist im Moment vergleichsweise niedrig und wie ein Händler meint, wäre in den nächsten Wochen auch keine Zunahme zu erwarten. „Der Markt ist im Urlaub“, fasst er die Aktivitäten der Handelsteilnehmer zusammen.

Gesundheit und Pharma sticht

Unter den Branchen-ETFs fällt den Market Makern in den vergangenen Tagen vor allem Interesse am Gesundheitsmarkt auf. Sowohl der iShares DJ Euro Stoxx 600 Health Care (WKN 628933) als auch das vergleichbare Produkt vom Emittenten Lyxor (WKN LYX0AS) werden gekauft. Einige Investoren setzen auch auf Getränke und Nahrungsmittel mit dem ETF von iShares DJ Stoxx 600 Food & Beverage (WKN 634478). Käufer beobachtet Eric Wiegand von der Deutschen Bank auch im db x-tracker DJ Stoxx 600 Banks Short (WKN DBX1AH). „Allerdings scheint die Erwartung, dass der europäische Bankenindex verlieren wird, nicht ausgeprägt, denn es sind nicht signifikant viele Käufer in dem Produkt aktiv“, schwächt Wiegand ab.

Klassiker sind ausgeglichen

Die ETFs auf klassische Benchmarkindizes wie DAX (WKNs 593393, DBX1DA), DJ Euro Stoxx 50 (WKNs 593395, 935927 und DBX1EU), MSCI Europa (WKN DBX1ME) oder auch der marktbreite DJ Stoxx 600 (WKN DBX1A7) werden ausgeglichen gehandelt – mit einem leichten Überhang auf der Käuferseite.

Geld wird geparkt

Mehr Attraktivität für Investoren hat nach Beobachtung von Wiegand wieder der Geldmarkt. Anleger parken ihr Geld im db x-trackers Eonia-ETF (WKN DBX0AN). Außerdem scheint bei Renten-ETFs wieder etwas mehr Leben in die Handelsaktivität zu kommen.

Russland zieht Aufmerksamkeit an

Russland rückt wieder mehr ins Zentrum des Anlegerinteresses bei einem ansonsten eher geringen Interesse an Emerging Markets-ETFs. Der db x-trackers MSCI Russia Capped Index ETF (WKN DBX1RC) setzt sich aus den Bestandteilen des russischen Standardindex, dem MSCI Russia Index zusammen. Für Aktien im Index, die mit über 25 Prozent gewichtet sind, gilt im ETF eine Tagesobergrenze von 22,5 und eine Quartalsobergrenze von 20 Prozent. Der ETF wird mit den Werten im Index „aufgefüllt“, und zwar je nachdem wieviele Streubesitz-Anteile an einem Unternehmen im Index von ausländischen Anlegern gehalten werden.

Der russische Index, dessen „Wohl und Wehe“, wie das Handelsblatt schreibt, ausschließlich vom Öl abhänge, verlor am vergangenen Mittwoch in der Spitze rund 12 Prozent, konnte allerdings bereits wieder Boden gut machen.

 

 

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