Start ETF-Marktbericht Telekomwerte regen Kauflust an

Telekomwerte regen Kauflust an

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Das generelle Handelsvolumen im Handel mit ETFs hat noch nicht wieder die alten Höhen erreicht.

Die Market Maker von der HypoVereinsbank sehen auf die ETFs der großen Indizes DAX (WKN 593393) oder DJ Euro Stoxx 50 (WKN 593395) Käufer. Auch der breite DJ Stoxx 600 finde Interessenten (WKN 263530).

„Investoren gehen bei ihren Anlageentscheidungen selektiv vor“, vertieft Eric Wiegand von der Deutschen Bank. Auf der Aktienseite setzten Investoren, die sich breit aufstellen, mit Short-ETFs (WKN DBX1DS) auf fallende Kurse. Andere greifen gezielter zu und kaufen kleinere europäische Unternehmen mit dem MSCI Small Caps (WKN DBX1AU) oder Schwellenländer-Werte mit dem db x-trackers MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM).

Marco Salaorno von der Société Générale beobachtet dagegen, dass Standard-Indizes in den vergangenen Tagen eher auf der Verkaufsliste gestanden sind, ebenso einige Sektorfonds wie z.B. der DJ Stoxx 600 Chemicals (WKN LYX0AY). „Mit gehebelten Produkten wie dem Lyxor ETF LevDAX (WKN LYX0AD) oder mit ETFs auf Short-Indizes reagieren Anleger kurzfristig auf aktuelle Marktbewegungen“, ergänzt der Händler.

Vodafone zieht Telekom-Werte

„Heute ist vor allem der DJ Stoxx 600 Telecom (WKN 628935) gefragt“, berichtet ein Händler der HypoVereinsbank. Vermutlich profitierten die Telekomwerte von der Meldung des britischen Mobilfunkbetreibers Vodafone, der im dritten Quartal dank positiver Wechselkurseffekte einen Umsatzanstieg verbuchen konnte und im Anschluss die Prognosen für das Fiskaljahr angehoben habe.

Kreditderivate statt Anleihen

Kredit werde als Anlageklasse bei den festverzinslichen Investitionen derzeit vorgezogen, weiß Wiegand. „Die meiste Aktivität beobachten wir im db x-trackers iTraxx Crossover 5Y (WKN DBX0AR).“ Der dem ETF zugrunde liegende Index werde von der International Index Company Limited (IIC) veröffentlicht und messe die Rendite für einen Kredit-Sicherungsgeber für das Halten einer laufenden Kreditderivate-Transaktion mit einer Laufzeit von fünf Jahren ab Beginn der Kreditderivate-Transaktion. Zusätzlich sei die Wertentwicklung des Index abhängig von dem Zinsbetrag, der täglich zum EONIA-Satz auflaufe, erklärt Wiegand. Der Index setzt sich aus 50 europäischen Unternehmen zusammen. Alle Referenzschuldner müssen ihren Sitz in Europa haben, öffentlich gehandelte Schuldtitel von über 100 Millionen US-Dollar aufweisen und ein Rating von BBB-, Baa3, bzw. BBB- (Fitch, Moody’s oder S&P) haben. „Referenzschuldner mit stabilem oder noch besserem Ausblick sind ausgeschlossen.“

Neben diesem exotischen Kreditderivate-Fonds, in den vorwiegend institutionelle Investoren anlegen, gehört wie so oft in den vergangenen Monaten der Geldmarktfonds db x-trackers EONIA Total Return Index (WKN DBX0AN) zu den umsatzstärksten Produkten.

Salaorno berichtet unterdessen von Verkäufen im Renten-ETF mit Staatsanleihen der Eurozone von Lyxor (WKN A0B9ED).

Gold und Öl im Trend

Systematischen Zugriff der Investoren beobachtet der Händler der Société Générale vor allem nach Rohstoffen, insbesondere Gold im Gold Bullion Securities (WKN A0LP78) oder Rohöl im ETFS Brent Oil (WKN A0KRKM).

© 3. Februar 2009 / Dorothee Liebing
Dieser Beitrag wurde dem Börse Frankfurt Fonds-Newsletter entnommen.

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