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Die Skepsis gegenüber eine raschen konjunkturellen Erholung macht sich auch am ETF-Markt breit. Indexfonds auf DAX & Co. werden verkauft, Renten-, zum Teil aber auch Rohstofffonds scheinen wieder interessanter.

Mit dem Kursrutsch an den Aktienmärkten hat sich auch der Wind bei den börsengehandelten Indexfonds gedreht: Anleger trennen sich von den zuletzt sehr beliebten ETFs auf Aktienindizes wie DAX und DJ Euro Stoxx 50. Das ist kaum verwunderlich, hat doch das deutsche Aktienbarometer seit Erreichen seines Höchststandes Anfang des Monats rund 9 Prozent, das europäische Pendant rund 8 Prozent verloren.

Abgaben bei DAX und DJ Euro Stoxx 50

„Nach dem dreifachen Verfall vom Freitag verkauften Marktteilnehmer ETFs auf breiter Basis“, berichtet Bastian Ohta von der UniCredit Group in London. Besonders der Small- und Midcap-Bereich sei betroffen gewesen. Auf der Verkäuferseite waren Ohta zufolge institutionelle ebenso wie private Anleger. Unter Abgabedruck standen und stehen aber auch die ETFs auf die großen Standardindizes, wie der iSharesDAX (WKN 593393) und iShares DJ EuroStoxx 50 (593395). Zudem positionieren sich die Anleger durch den Kauf von Short-ETFs – mit denen können sie nämlich von sinkenden Kursen profitieren. Gut gelaufen ist zuletzt etwa der db x-trackers ShortDAX (DBX1DS).

Rohstoffinvestments als sicherer Hafen?

Die Flucht aus den Aktien kommt zum Teil anderen Anlageklassen zugute. „Rohstoff-Investments gelten als sicherer Hafen bei Inflationsbefürchtungen. Daher haben sich hier einige Investoren positioniert“, erläutert Jürgen Fritzen, Leiter ETF Sales Trading bei der DekaBank. Von zahlreichen Käufen bei den Commodities-ETFs berichtet auch Marco Salaorno von der Société Générale in London. Als Beispiel nennt er den Lyxor ETF Commodities CRB (WKN A0JC8F). Der zugrunde liegende Index Reuters/Jeffries CRB Total Return deckt 19 Rohstoffe ab von Öl über Metalle hin zu landwirtschaftlichen Produkten. Das Papier hat zwar aktuell ordentlich Federn lassen müssen, kann für die vergangenen sechs Monate aber immer noch mit einem Plus von fast 16 Prozent aufwarten.

Auch Skeptiker in Sachen Rohstoffe

Dass es aber auch durchaus kritische Stimmen in Sachen Rohstoffe gibt, weiß auch die DekaBank. ETF-Händler Mark Schoenbrodt beobachtet auch Verkäufe bei Branchen-ETFs auf den Energie- und auf den Grundstoffsektor, etwa bei dem i-Shares DJ Stoxx 600 Oil & Gas (634476) und dem i-Shares DJ Stoxx 600 Basic Resources (634472). Eric Wiegand von der Deutschen Bank bestätigt das gemischte Bild, auch er weiß von Käufen und Verkäufen in diesem Anlagesegment.

Eindeckungen und Gewinnmitnahmen bei Schwellenländer-ETFs

Bei den Schwellenländern sind sich die Investoren offenbar ebenso wenig sicher, ob diese ein echtes Gegengewicht zu den Industrieländern darstellen können oder doch letztlich der Spruch „mitgehangen, mitgefangen“ gilt. Marco Salaorno berichtet bezüglich der Emerging Markets-ETFs von Gewinnmitnahmen, z.B. in taiwanesische und brasilianische Aktien.

Eric Wiegand zufolge gibt es aber auch umfangreiche Zuflüsse. „Die Anleger gehen aus Europa heraus und in die Schwellenländer herein“, beobachtet Wiegand. Schwerpunkt sei Asien, etwa finde der db x-trackers MSCI Asia ex Japan-ETF (DBX1AE) viele Fans. Der hat sich zuletzt ebenfalls schwach entwickelt, weist aber auf die vergangenen drei Monate immer noch ein Plus von 33 Prozent aus. Daneben kommen laut Wiegand auch ETFs auf einzelne asiatische Länder wie Korea gut an, aber auch Russland-Fonds.

Rentenfonds wieder gefragter

Angesichts der trüberen Stimmung an den Aktienmärkten sind auch Rentenfonds wieder häufig nachgefragt worden, zahlreiche Käufer hat Mark Schoenbrodt zufolge etwa der ETFlab Deutsche Börse Eurogov© Germany 1-3 (ETFL18) gefunden, ebenso der Geldmarkt-Fonds ETFlab Deutsche Börse Eurogov© Germany Money Market (ETFL22). Laut Wiegand gehen ETFs auf Staatsanleihen wieder besser weg, und zwar über unterschiedlichste Laufzeiten, während Geldmarktfonds in der Gunst der Anleger gesunken seien.

© 23. Juni 2009/Anna-Maria Borse
Dieser Beitrag ist dem Fonds-Newsletter der Börse Frankfurt entnommen.

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