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Wechselhafte Trends

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In den vergangenen Tagen war das Bild in den großen ETFs auf die Standardindizes eher gemischt. Heute berichten die Market Maker der HypoVereinsbank von Käufen in dem meistgehandelten Tracker auf den DAX® und Verkäufen in dem Tracker auf den DJ Euro Stoxx 50 (WKNs 593393, 593395).

 

Kurzfristige Investmentideen realisierten einige Trader in einem ETF auf den Technologieindex TecDAX®. Sie bauten größere Positionen im iShares TecDAX (DE) auf, haben diese inzwischen aber wieder abgegeben (WKN 593397). Der TecDAX selbst hat auf Wochensicht eher verloren, konnte sich am Freitag kurzfristig stark erholen.

Dauerbrenner in der ansonsten eher ruhigen Woche für Marco Salaorno von der Société Générale sind zwei strategischen ETFs auf die Bluechip-Indizes. Sowohl der Lyxor ETF LevDAX (WKN LYX0AD) als auch der SGAM ETF Xbear DJ Euro Stoxx 50 (WKN A0MNT7), der den DJ Euro Stoxx invers abbildet würden rege gehandelt – je nach Marktbewegung mal rein, mal wieder raus.

Weiterhin hoch sind auch die Umsätze im db x-trackers Short DAX-ETF (WKN DBX1DS), von dem innerhalb der Berichtswoche Anteile für 47,5 Millionen Euro den Besitzer gewechselt haben. Dieser ETF, der den DAX gegenläufig abbildet, wird derzeit aber überwiegend gekauft, wie Eric Wiegand von der Deutschen Bank weiß.

Russische Aktien im Fokus

Eine eher ruhige Woche im Handel liegt hinter Marco Salaorno von der Société Générale. Bemerkenswert seien die Umsätze in ETFs auf russische Aktien. Überwiegend gekauft werde beispielsweise der Lyxor ETF Russia (WKN LYX0AF), der an den DJ RusIndex Titans 10 gekoppelt ist. Der Index von Dow Jones enthält die zehn größten russischen Aktien nach Freefloat-Marktkapitalisierung und Börsenumsatz. Das sind vor allem Rohstoffaktien wie Lukoil, Rosneft, Gazprom und Uralkaliy, aber auch die Sberbank. „Der russische Markt war in den vergangenen Tagen stark in Bewegung, da sind Investoren mit aggressiven Käufen in den ETF gegangen, haben dann teilweise auch wieder verkauft“, erinnert sich Salaorno.

Japanische Titel werden verkauft

Mit vergleichsweise hohen Umsätzen trennten sich etliche Investoren von ihren Japan-ETFs. Verkauft wurden sowohl der Lyxor ETF Japan (WKN A0ESMK) als auch der d x-tracker MSCI Japan (WKN DBX1MJ). Ersterer bezieht sich auf den marktbreiten Topix, der alle Aktien im amtlichen Handel der Tokioter Börse anhält. Letzter ist an den Länderindex der MSCI-Familie gekoppelt, in dem die japanischen Aktien im MSCI Asia zusammengefasst sind.

Japan fiel in den vergangenen Tagen mit noch düsteren Nachrichten in dem ohnehin dunklen Umfeld auf. Zum Wochenbeginn gab es von der japanischen Konjunktur einen Negativrekord. Das Bruttoinlandsprodukt ist im vergangenen Quartal um 9 Prozent geschrumpft, im Jahresvergleich um 12,7 Prozent. Der Nikkei 225 hat darauf den niedrigsten Stand seit vier Monaten erreicht.

Dauerbrenner Banken- und Rohstoffbranche

Unverändert stark ist der Handel in ETFs auf europäische Bankentitel wie sie beispielsweise der DJ Stoxx 600 Banks enthält. Auch Rohstoff-Aktien der Öl- und Gasbranche sind immer noch auf den Kauf- und Verkaufszetteln der Investoren, fasst Salaorno zusammen

Gesuchte Wertpapiere

Weiterhin rege ist das Interesse an ETFs der Deutschen Bank auf Kreditindizes der iTraxx-Familie. „Gekauft wird nach wie vor der db x-trackers iTraxx Crossover 5Y (WKN DBX0AR)“, bemerkt Wiegand. Der dem ETF zugrunde liegende Index misst die Rendite für einen Kredit-Sicherungsgeber für das Halten einer laufenden Kreditderivate-Transaktion mit einer Laufzeit von fünf Jahren ab Beginn der Kreditderivate-Transaktion. Zusätzlich beeinflusst der Interbankenzinssatz EONIA die Wertentwicklung des Index. Dieser setzt sich aus 50 europäischen Unternehmen zusammen, die öffentlich gehandelte Schuldtitel von über 100 Millionen US-Dollar aufweisen und ein Rating von BBB- oder schlechter haben.

Neu ist dagegen die zunehmende Nachfrage nach dem db x-trackers II iTraxx HiVol 5-year TR Index ETF (WKN DBX0AQ). Dieser enthält gegenüber dem erstgenannten ETF europäische Schuldner mit besserer Bonität. “Die 30 Schlechtesten der 125 Besten“, konkretisiert Wiegand.

© 17. Februar 2009/Edda Vogt
Dieser Beitrag wurde dem Börse Frankfurt Fonds-Newsletter entnommen.

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