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ETF-Sparpläne: Großes Angebot, aber noch immer zu hohe Kosten

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Bereits zum dritten Mal untersucht das EXtra-Magazin das ETF-Sparplanangebot der führenden Direktbanken in Deutschland. Seit dem letzten Test wurden die Angebote zwar noch mal weiter ausgebaut, die Ausführungskosten gerade für kleine Sparbeträge sind aber immer noch zu hoch.

Anleger sparen aus den unterschiedlichsten Gründen. Ein neues Auto oder ganz allgemein die finanzielle Absicherung im Alter. Anleger tendieren nach wie vor dazu, ihr Erspartes auf Sparbüchern anzulegen. Aufgrund der Finanzkrise hat sich der Trend zur Sicherheit noch weiter verstärkt. Die Krux dabei ist, dass gerade diese Anlageformen derzeit nur minimale Renditen erwirtschaften. Mutige Anleger greifen gerade bei langfristigen Sparverträgen auch oft auf Fondssparpläne zurück. Diese eignen sich hervorragend für den langfristigen Vermögensaufbau. Leider sind dabei oftmals die laufenden Kosten in den Fondsangeboten sehr hoch. Eine günstige und sehr flexible Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen, stellen ETF-Sparpläne dar. Das EXtra- Magazin untersucht bereits zum dritten Mal die Angebote der wichtigsten Direktbanken und deckt auf, welche derzeit das beste Angebot im Bereich der ETF-Sparpläne bietet.

Flexibel einsetzbar

Kaum ein Finanzprodukt ist so flexibel einsetzbar wie der ETF-Sparplan. Verträge können bei Direktbanken bereits ab 25 Euro ausgeführt werden. Die Ratenhöhe und auch der Ausführungszeitpunkt sind darüber hinaus jederzeit veränderbar. Das Ansparen in ETFs reduziert massiv die laufenden Kosten für das investierte Kapital. Die Kosten der günstigsten sparplanfähigen ETFs liegen bei 0,10 Prozent pro Jahr. Die Masse liegt zwischen 0,3 Prozent und 0,5 Prozent pro Jahr und ist damit deutlich günstiger als die Kosten vergleichbarer aktiv gemanagter Investmentfonds. Diese konstante Kostenersparnis führt über die Zeit zu einem signifikanten Mehrertrag.

6.606 Euro mehr Ertrag

Spart ein Anleger beispielsweise monatlich 150 Euro in einem ETF-Sparplan, kann er sich nach 15 Jahren bei einer angenommenen jährlichen Rendite vor Kosten von 7 Prozent über 45.447 Euro freuen. Das sind 6.606 Euro mehr als ein Sparer, der den gleichen Betrag in einen aktiv gemanagten Aktienfonds bei entsprechender Rendite vor Kosten ansammelt. Der große Unterschied liegt vor allem in der unterschiedlichen Kostenstruktur. Dem günstigen ETF stehen üppige Kosten von 1,92 Prozent pro Jahr beim aktiv gemanagten Fonds entgegen.

Voll im Trend

ETF-Sparpläne werden von den Anlegern sehr gut aufgenommen. Diese Entwicklung kann auch Thomas Darrelmann, bei maxblue für das Onlinebrokerage-Angebot verantwortlich, bestätigen. „Bei maxblue ist im vergangenen Jahr ein signifikanter Anstieg der Kundeninvestments in ETFs festzustellen, da die Anleger sukzessive die Vorteile dieser Anlageform erkennen und dies im Rahmen ihrer Anlageentscheidungen berücksichtigen. Seit dem 1. März haben wir deshalb unser Angebot an ETF-Sparplänen deutlich erweitert. Dieses umfasst jetzt 90 ETFs“, so der Experte. Auch bei der DAB ist dieser Trend zu spüren. Inzwischen beziehen sich knapp 18 Prozent aller Fondssparpläne auf ETFs, auch die Höhe der monatlichen Sparrate ist auf 220 Euro gestiegen.

Auf die Kosten achten

Trotz vieler Vorteile gibt es aber einige Punkte zu beachten. So berechnen die Direktbanken pro Sparplanausführung einen bestimmten Gebührensatz. Dieser beträgt je nach Anbieter bis zu 2,50 Prozent vom Kurswert oder besteht aus einer Kombination aus Mindestgebühr zuzüglich variabler Gebühr (2,50 Euro zzgl. 0,25 Prozent vom Kurswert). Bei kleineren Sparbeträgen (25 bis 50 Euro) kann die Gebührenbelastung je nach Direktbank so auf bis zu 10 Prozent ansteigen. Kleine Sparbeträge sollten also besser in größeren Intervallen gespart werden.

EXtra-ETF-Sparplantest

Bei unserem Test haben wir die Anbieter nach den Kategorien Angebot, Kosten, Mindestanlage, Flexibilität und Depotkosten bewertet. Das beste Angebot erhält drei Punkte, das Mittelfeld zwei und das Schlusslicht einen Punkt. Die Einzelwerte werden dann addiert. Der Anbieter mit der höchsten Punktzahl bietet das attraktivste Angebot.

Testsieger: DAB bank

Wie bereits in den Vorjahren kann die DAB bank mit dem insgesamt besten Angebot überzeugen. Neben der größten Auswahl an sparplanfähigen ETFs (über 101 Indexfonds) ist das Preismodell (2,50 Euro plus 0,25 Prozent vom Kurswert) für Sparbeträge ab 150 Euro am attraktivsten. Zudem entfallen jährliche Depotgebühren. Den 2. Platz teilen sich maxblue und CortalConsors. maxblue punktet duch das große Angebot (90 Indexfonds) und CortalConsors vor allem durch die attraktiven Gebühren bei kleinen Sparraten. Auf Platz 3. liegt die Comdirect mit einem ebenfalls runden Angebot bei Preis und Leistung. Alle vier Anbieter können wir für einen ETF-Sparplan empfehlen.

Sparplan-Tipp vom Testsieger

Da es bei ETF-Sparplänen in der Regel um langfristiges Sparen geht, sollten Anleger vor allem auf den zugrunde liegenden Index achten. Dieser sollte auch in einigen Jahren noch Bestand haben. Aus diesem Grund bieten sich für einen ETF-Sparplan vor allem die großen bekannten Aktienindizes wie DAX, DJ EuroStoxx 50 oder MSCI World an. ETFs auf diese Indizes werden von unseren Kunden auch am häufigsten für einen ETF-Sparplan ausgewählt. Die Entwicklung der Indizes kann unkompliziert über die Tagespresse verfolgt werden. Anleger behalten so jederzeit den Wert des angesparten Kapitals im Blick. Wenn Sie diesem Ratschlag folgen, steht einem langfristig erfolgreichen Vermögensaufbau mit einem ETF-Sparplan nichts im Weg.

Niki Bat, Head of Products & Services,
DAB Bank AG

Ergebnis: ETF-Sparplan-Test (Je höher die Punktzahl, desto besser das Angebot)
KategorieComdirectCortal ConsorsDAB bankmaxblueS-Broker
Angebot21321
Kosten bei
50 Euro
100 Euro
150 Euro
200Euro
2
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2
3
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Mindestanlage33222
Flexibilität21232
Depotkosten23332
Punkte gesamt1617191714
Platzierung3.2.1.2.4.

Hier können Sie direkt einen ETF-Sparplan abschliessen:

Zum Angebot der DAB bank (Testsieger 2009 + 2010)

Zum Angebot von CortalConsors (2. Platz 2010)

Zum Angebot von Maxblue (2. Platz 2010)

Zum Angebot von Comdirekt (3. Platz 2010)

Zum Angebot von SBroker (4. Platz 2010)