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5 Renditekiller die Sie vermeiden sollten

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Die 5 gefährlichsten Renditekiller

SOS – Renditekiller unterwegs. Die Marktrendite weltweiter Aktien beträgt seit 1970 durchschnittlich 7 Prozent p. a., doch nur 2 Prozent kommen beim Privatanleger an. Wer frisst die Rendite? Der Anleger selbst. 5 Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten!

Renditekiller die Sie vermeiden sollten

Selbst erfahrene Anleger hadern am Ende eines Jahres häufig mit ihrer Erfolgsbilanz. Dabei gab es doch so viele Anlagemöglichkeiten, die man verpasst hat. Das bestätigt auch eine langfristige Betrachtung. So analysierte die Online-Vermögensverwaltung ginmon die jährliche Marktrendite zwischen den Jahren 1970 bis 2015 des Weltindex MSCI World. Wer in diesem Zeitraum in den Industrieländerindex investierte, erwirtschaftete eine jährliche Rendite von rund 7 Prozent.

Doch die tatsächliche Rendite, die beim Privatanleger dann ankommt, ist mit gerade einmal rund 2 Prozent deutlich geringer. Wer ist der Renditekiller? Die Antwort von gimnon ist auf einen kurzen Nenner zu bringen: Der Anleger selbst! Börsenpsychologische Fallen verhindern oftmals den Anlageerfolg. Und dies trifft, wie Studien ergaben, nicht nur bei der Auswahl von Einzelwerten sondern auch bei ETFs zu. ginmon analysierte dabei 5 Kardinalfehler.

Renditekiller Nr. 1: Market-Timing

Trotz zahlreicher Krisen und eines stetigen Auf und Ab an den Börsen – der Markt ist langfristig rentabel. Das zeigt ein Beispiel: Aus 1.000 Euro, die der Anleger im Jahr 1970 in den US-Leitindex S&P 500 investierte, wurden im Jahr 2015 satte 90.000 Euro. Das entspricht einer Verneunzigfachung des damals eingezahlten Betrags. Doch viele Anleger zaudern, meinen, es sei gerade nicht der richtige Einstiegszeitpunkt, der Markt sei gerade zu unsicher, zu überhitzt. So warteten sie dann oft über Jahre auf den vermeintlich „optimalen“ Einstiegszeitpunkt. Welche Folgen dies hat, veranschaulicht folgendes Beispiel: Hat der Anleger allein den Tag mit dem höchsten Wertzuwachs verpasst, sinkt die Rendite von 90.000 schon auf 80.000 Euro. Derjenige, welcher die 5 besten Börsentage verpasste, hat 30.000 Euro weniger in der Tasche. Und derjenige, welcher die 25 besten Tage nicht investiert war, kommt nach 45 Jahren nur auf eine Summe von 20.000 Euro. Selbst ein zwischenzeitlicher Ausstieg aus Sicherheitsgründen, weil der Markt sich während des eigenen Urlaubs negativ entwickeln könnte, kann dann teuer zu stehen kommen. Schließlich könnte man so gerade den besten Börsentag verpassen. Für den Einstieg empfiehlt sich die sogenannte 10er-Regel. 10 mal 10 Prozent der angedachten Ansparsumme stufenweise in regelmäßigen monatlichen Abständen einzahlen. So investiert man zum Durchschnittspreis in den Markt. Die Angst vor dem „falschen“ Einstiegszeitpunkt kann so reduziert werden.

Renditekiller Nr. 2: Mangelnde Diversifikation

Viele Anleger investieren nur in die eigene Branche oder in den eigenen Heimatmarkt. Bei Kursrückgängen am Markt erleidet der Anleger dann hohe Verluste. Wer zum Beispiel allein in die VW-Aktie investierte, verlor im Zuge der Abgasaffäre innerhalb weniger Tage 40 Prozent. In einem global diversifizierten Portfolio, in dem VW mit 0,1 Prozent gewichtet ist, hat dieser Effekt bei nur -0,04 Prozent gelegen. Ähnliches zeigte der Brexit. Hier verlor der DAX an nur einem Tag fast 10 Prozent. Ein global gestreutes Aktienportfolio gab gerade einmal 0,8 Prozent ab. Eine weitere Streuung über andere Anlageklassen und -strategien senkt die Verluste weiter.

Renditekiller Nr. 3: Emotionen

Der Mensch ist ein Herdentier. Sinken die Kurse, bricht häufig Panik aus. Wer mag schon gerne sein mühsam erspartes Geld verlieren? Der Effekt: Geht es mit den Kursen runter, wird häufig bei schon stark nachgebenden Kursen verkauft, danach siegt häufig die Devise: Gebranntes Kind meidet das Feuer. Erst wenn die Kurse wieder deutlich gestiegen sind, erfolgt ein Wiedereinstieg. Schließlich möchte man nicht an der Bahnsteigkante dem fahrenden Renditezug hinterherschauen. Der Effekt: Beim Verkauf hat man Geld verloren, beim Wiedereinstieg hat man die höchsten Renditegewinne bereits verpasst.

Renditekiller Nr. 4: Risikoprämien nicht liegenlassen

Wer die ersten drei Kardinalfehler vermeidet, kann sich schon zu den erfahrenen Anlegern zählen. Nutzen Sie aber auch Risikoprämien für Ihren Anlageerfolg. Erkenntnisse des Nobelpreisträgers des Jahres 2013 Prof. Eugene Fama zeigen, mit Smallcaps und unterbewerteten Werten (Value) können Anleger ihre Rendite deutlich steigern. Mit Investitionen auf mittlere und kleinere Unternehmen steigert man danach die Rendite langfristig um 2,2 Prozent jährlich, mit Value-Werten um 1,1 Prozent.

Renditekiller Nr. 5: Produktauswahl und Depotpflege

Last but not least entscheidet auch die richtige Produktauswahl über den Renditeerfolg. Davor sollte aber das Risikoprofil ermittelt werden entsprechend der eigenen Lebenssituation. Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer von ginmon, rät von ausländisch thesaurierenden ETFs ab, da sie steuerrechtlich problematisch seien und zu Doppelbesteuerung führen könnten. Zu bevorzugen sind physische Replikation. Höhere Fondsvolumina garantieren eine höhere Liquidität. Bei den Kosten ist nicht nur auf die Gesamtkostenquote (TER) zu achten, sondern auch auf die Handelsspanne (Spread) sowie die Tracking Difference (Abweichung von Indexwertentwicklung). Letztere können schnell den Vorteil einer niedrigen TER auffressen. Natürlich bedarf auch das eigene Depot einer gewissen Pflege. Neuere Produkte könnten schließlich weit besser der eigenen Anlagestrategie entsprechen. Wichtig ist auch ein regelmäßiges Rebalancing. Das heißt eine Anpassung des Depots an das ursprünglich ermittelte oder sich veränderte Risikoprofil. Reiner empfiehlt hierbei das „Smart Rebalancing“. Dabei wird kein Depotanteil verkauft, sondern nur der unterrepräsentierte Anteil antizyklisch nachgekauft.

Webinar zum Thema Renditekiller im Depot:

In diesem Webinar beleuchten wir ein paar Regeln, die Anleger erfolgreicher bei der Umsetzung Ihrer Anlagestrategie machen. Der Referent Lars Reiner, Gründer von Ginmon, erklärt Ihnen in diesem Webinar, wie Sie sich vor schlechten Anlageentscheidungen schützen.

Zum Ginmon Robo-Advisor Testbericht

GINMON Testbericht

GINMON überzeugt vor allem durch den guten Service mit einer Vielzahl an Kommunikationskanälen. In den restlichen Kategorien erzielt der Robo-Advisor ein solides Ergebnis. Negative Punkte sind, beim Angebot die Anzahl der Assetklassen, bei den Kosten die Performancegebühr und bei der Sicherheit müssen wegen der Lizenz Abstriche gemacht werden.

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