Start ETF-News Acht Gründe, warum Gold gar nicht so gut ist

Acht Gründe, warum Gold gar nicht so gut ist

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Soll man jetzt Gold kaufen? „Keine Frage“, so lautet eine Antwort, die man jetzt vielfach hört. Der Preis ist im Augenblick relativ niedrig.

Er hat sich gegenüber dem bisherigen Höchststand fast halbiert. Vielleicht fällt er demnächst noch unter die Marke von USD 1.000 je Feinunze. Das müssten dann angesichts aller Krisen in der Welt eigentlich wieder Kaufkurse sein.

  • Nach dem Flash Crash in der vorigen Woche ist Gold für viele Anleger wieder interessant geworden.
  • Hier ein paar Argumente, weshalb man dabei vorsichtig sein sollte. Gold als Anlage ist riskant und verglichen mit Aktien oder Renten wenig attraktiv.
  • Es bietet auch nicht den Schutz vor Krisen und einer Zerrüttung des Geldsystems, wie viele meinen.
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Dr. Martin W. Hüfner 

Eine solche Argumentation greift meines Erachtens zu kurz. Ich möchte daher hier etwas wider den Stachel der verbreiteten Goldeuphorie löcken. Nachfolgend acht Gründe, weshalb der Goldpreis nicht steigen muss, sondern auch sinken kann.

Erstens: Gold ist keineswegs so wertvoll und wertbeständig wie oft gesagt wird. In den letzten drei bis vier Jahren hat es eher mit fallenden Preisen Schlagzeilen gemacht. Bei dem Flash Crash in der vorigen Woche sind binnen Sekunden Milliardenbeträge in den Sand gesetzt worden. Allein die Deutsche Bundesbank, die auf ihren Goldbestand so stolz ist, hat dabei rein rechnerisch einen Verlust in der Größenordnung von EUR 5 Mrd. gemacht. Darüber redet nur niemand.

Zweitens: Langfristig gesehen ist Gold anderen Anlageformen unterlegen. In den letzten dreißig Jahren ist der DAX auf mehr als das Zehnfache gestiegen, der REX auf das Sechsfache, der Goldpreis aber nur auf das Dreifache.

Drittens: Gold gehört zu den am wenigsten nützlichen Rohstoffen dieser Welt. Es ist zu weich, um es in größerem Stil in der Industrie zu verarbeiten. Nur weniger als 10 % der Goldproduktion werden wirklich gebraucht (u. a. im Bereich der Elektro- und Medizintechnik). Über 50 % werden als Schmuck verwendet. Nichts gegen Schmuck. Aber das ist eine Nachfrage, die wenig stabil ist. Wenn es den Menschen schlechter geht, kaufen sie als erstes weniger Schmuck.

Viertens: Die Zentralbanken als traditionell wichtige Nachfrager nach Gold fallen mehr und mehr als Käufer aus. Die Großen unter ihnen erwerben lieber Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Ein Grund für den jüngsten Einbruch des Goldpreises war, dass die chinesische Zentralbank weniger Goldreserven ausgewiesen hat als der Markt erwartet hatte. Ob die Notenbanken je wieder in großem Stil zu Goldkäufen zurückkehren werden, bezweifle ich.

Fünftens: Aus fundamentaler Sicht erscheint der derzeitige Goldpreis wenig attraktiv. Das Wachstum der Schwellen- und Entwicklungsländer als große Käufergruppe am Goldmarkt geht zurück (Ausnahme Indien). Die Geldentwertung, die in der Vergangenheit den Goldpreis getrieben hat, ist niedrig. Die Zinsen sind so stark gefallen, dass sie nur noch nach oben gehen können. Damit muss der Anleger für das Halten von Gold nicht nur Lagerkosten zahlen, sondern auch auf mehr Zinsertrag bei anderen Anlagen verzichten. Der Euro könnte sich wieder aufwerten, womit die Wechselkursgewinne der Europäer beim Gold wegfallen.

Sechstens: Gold ist entgegen allem, was immer wieder gesagt wird, kein wirklicher Schutz gegen Krisen. Seit seiner Freigabe Anfang der 70er Jahre hat der Preis nur auf zwei große Krisen wirklich reagiert. Das war die Ölpreisexplosion im Jahre 1980 und der Höhepunkt der Eurokrise 2011/12. Bei so wichtigen Ereignissen wie der Russland- und der Asienkrise Ende der 90er Jahre, dem Attentat am 11. September 2001 in New York oder beim Zusammenbruch der Lehman Bank 2008 hat er kaum gezuckt.

Siebtens: Gold ist auch keine Hilfe gegen die Zerrüttung des Finanzsystems, die wir derzeit erleben. Noch nie zuvor in der Nachkriegszeit war das Vertrauen in die Stabilität des Geldes so angeknackst wie heute. Geld ist praktisch wertlos geworden. Es gibt Blasen an den Märkten, die eines Tages platzen werden. Die Theoretiker alternativer Geldsysteme haben Hochkonjunktur. Da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn Gold nicht eine Renaissance erleben sollte.

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