Franz Linner, fintego
Welche Anlageform ist für wen geeignet? Welche Fallstricke und Risiken gibt es? Die drängendsten Fragen rund um aktiv vs. passiv erörtert Franz Linner von fintego.

Ob aktive oder passive Anlageformen für Sparer die bessere Wahl sind, bleibt eine offene Diskussion. Es sollte dabei nicht darum gehen, für eine der beiden Sparformen Partei zu ergreifen. Wer aber selbst vor einer Anlageentscheidung steht, sollte sich zumindest ein Bild von den Alternativen machen können. Informationen sind dafür unerlässlich. Fangen wir also bei den Grundlagen an. Passive Investments, wie beispielsweise ETFs, bilden einen bestehenden Index ab. Dieser Index wird nach einem festen Regelwerk zusammengestellt. Beispielsweise geht es beim DAX darum, die dreißig größten deutschen börsennotierten Unternehmen zu bündeln. Die klaren Vorgaben eines Index senken auf Seiten des passiven Produkts den Aufwand – ein ETF muss schließlich nur den Index abbilden. Ein Index wird regelmäßig neu zusammengestellt, zum Beispiel quartalsweise. Um dies umzusetzen, ist kein Fondsmanager notwendig. Und wie sieht es bei aktiven Investmentfonds aus?

Kostenaspekte werden immer relevanter

Bei diesen klassischen Produkten, wie sie gerne von Bankberatern vertrieben werden, treffen Fondsmanager aktive Anlageentscheidungen. Auch bei Fonds gibt es Investmentrichtlinien. Beispielsweise die, in europäische Standardwerte oder in Titel aus einer bestimmten Branche zu investieren. Bei der Umsetzung der Investmententscheidung sind aktive Anlageprodukte aber wesentlich freier bei der Auswahl der Wertpapiere die in den Fonds gekauft werden. Um diese Freiheit auszunutzen, ist eine Menge Recherche notwendig. Unternehmen müssen auf Herz und Nieren überprüft und Konjunkturdaten interpretiert werden. Am Ende geht es auch noch darum, aus den gewonnenen Erkenntnissen ein gut abgestimmtes Portfolio zu formen. Doch dieser Aufwand kostet. Aufwände für Analysten, Fondsmanager und nicht zuletzt den Vertrieb fallen bei aktiv verwalteten Fonds deutlich ins Gewicht. Gesamtkostenquoten von mehr als zwei Prozent sind daher nicht selten.

ETF-Investments sind eine klare Sache

Anders sieht das bei passiven Produkten aus. Einfache Indexfonds gibt es bereits ab ca. 0,1 Prozent im Jahr. Komplexere Portfoliolösungen, die mehrere ETFs mit unterschiedlichen Anlageklassen kombinieren und sich daher für langfristige Sparer besonders gut eignen, gibt es schon ab 0,7 Prozent (Fonds- und Produktkosten zusammen). fintego ( Zum Testbericht) ist eines dieser Beispiele. Gerade in Zeiten niedriger Renditen haben Anleger einen Vorteil, wenn sie auf Produkte setzen, deren Kostenbasis möglichst gering ist.

Und wie unterscheiden sich aktive und passive Produkte hinsichtlich ihrer Performance? Berechnet man Kosten ein, wird es für viele aktiv verwaltete Produkte schwierig, eine Überrendite gegenüber passiven Produkten zu erwirtschaften. Auch Investment-Profis liegen manchmal daneben. Passive Anlagelösungen entwickeln sich dafür immer im Gleichschritt mit dem Markt. Wer in den DAX investiert hat, bekommt ziemlich genau das, was der DAX auch erwirtschaftet. Bei aktiven Fonds ist das schon komplexer. Wie bei einer Wette setzt der Fondsmanager auf Aktien, die aus seiner Sicht mehr steigen werden als der restliche Markt. Es gibt wenige Fondsmanager mit einem goldenen Händchen, die den Markt auf lange Sicht schlagen können. Viele Fondsmanager liegen aber auch daneben oder erzielen trotz der höheren Kosten nur Ergebnisse, wie sie auch die Indizes erreichen. Im schlimmsten Fall liegen sie sogar darunter.

Lieber den Spatz in der Hand…

Während Anleger bei passiven Investments genau wissen, was sie bekommen, können aktiv verwaltete Fonds teilweise auch eine Blackbox sein. Auch sehr erfolgreiche Manager liegen mit ihren Entscheidungen nicht immer richtig. Im Umkehrschluss können die Verlierer-Fonds von gestern zu den Gewinnern von morgen zählen. Für Privatanleger bedeutet das, dass man sich mit einem aktiven Fonds nicht zu lange zurücklehnen sollte. Da aktive Manager bei ihren Investments frei sind, muss man deren Handeln auch laufend überwachen und schlechter performende Fonds gegebenenfalls austauschen. Dies kostet Zeit und unter Umständen fallen bei jedem Wechsel Kosten an.

Auf der Jagd nach Rendite ist es daher vielleicht besser, sich auf transparente Produkte mit niedrigen Kosten und der Chance auf eine faire Marktrendite zu fokussieren, statt nach hohen Zielen zu streben und dafür zusätzlich Risiken und Kosten einzugehen. Am Ende bleibt die Wahl des für den Anleger besten Fonds eine persönliche Entscheidung. Richtig oder falsch gibt es hier nicht.

fintego Testbericht

fintego ( Zum Testbericht) überzeugt vor allem durch günstige Gebühren und die sehr hohe Sicherheit. Das Angebot ist mit fünf Anlagestrategien vielfältig und bildet die üblichen Risikoprofile ab, könnte aber größer sein. Beim Service müssen fintego Kunden, in Hinblick auf Kommunikationskanäle, Abstriche machen. Das Angebot von Spar- und Auszahlungsplänen und Apps ist sehr positiv.

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Details über den Anbieter finden Sie auf der fintego Themenseite. Hier gibt es zudem eine umfassende Aufstellung der in Deutschland aktiven Robo-Advisor.

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber des EXtra-Magazins. Einer der führenden ETF-Informationsplattformen in Deutschland. Er hat über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Finanzen und Geldanlage mit Schwerpunkten auf Exchange Traded Funds, Robo-Advisors und digitale Bankdienstleistungen und ist ein gefragter Experte auf diesen Gebieten.