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Aktiv versus passiv Studien stärken Indexfonds

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Die Mehrheit der aktiv gemanagten Fonds schafft es nicht, den eigenen Vergleichsindex zu schlagen – lässt sich die Bemühungen aber teuer bezahlen. Eine Analyse von iShares deckt die Schwächen auf. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds kommen ETFs mit erheblich geringeren Kosten aus. Auf teure Analysten und Rechercheprozesse wird verzichtet. Studien zeigen, dass vor allem aufgrund der hohen Kostenbelastungen nur wenige der aktiv gemanagten Fonds langfristig über dem Index liegen. Die Performance aktiver Fonds ist zudem oft eher eine Frage des Glücks und weniger des Könnens der Fondsmanager.

Zahlreiche Gründe warum ETFs besser sind

Grund dafür sind nicht nur die Mehraufwendungen für das Research und die Fondsmanager, sondern auch hohe Verwaltungs- und Transaktionskosten. ETFs verursachen hingegen relativ geringe Kosten. Die Anbieter dieser Fonds verhalten sich neutral und verzichten auf eigene Anlageentscheidungen. Einziges Ziel ist es, den Index möglichst genau abzubilden. Eine gewisse Abweichung lässt sich dabei allerdings oft nicht vermeiden. Einerseits wird sie durch den so genannten Tracking Error bewirkt, also die Abweichung des Indexfonds-Portfolios von seinem Vergleichsindex. Diese Abweichung resultiert aus der Tatsache, dass ein real existierender Fonds aus Kosten- und Praktikabilitätsgründen oft nicht sämtliche Indexwerte in der exakten Gewichtung hält, was zu einer marginalen positiven wie auch negativen Abweichung führen kann. Andererseits muss der Fonds in gewissen Ländern unter Umständen Steuern auf empfangene Dividenden entrichten, wohingegen ein Index von diesem Effekt nicht betroffen ist.

Studien entdecken Kosten

Dass passiv gemanagte Fonds einen Vorsprung in puncto Kostenbelastung haben, belegt eine von iShares durchgeführte Analyse. Die Analysten untersuchten die Kostenstruktur von europäischen Investmentfonds. Dabei ermittelten sie eine durchschnittliche Kostenquote von 1,75 Prozent für aktiv gemanagte Aktienfonds und von 0,29 Prozent für entsprechende ETFs (Details dazu siehe auch Seite 45).

Rendite auf gut Glück

Gute Performance aktiver Fonds basiert auf Glück und nicht auf Können. Auch unter Berücksichtigung der Kosten wird es immer aktive Fonds geben, die temporär eine bessere Wertentwicklung als der Index schaffen. Dabei spielt aber oft nur das Glück der Fondsmanager eine entscheidende Rolle und weniger das Können. iShares hat dabei ebenfalls untersucht, inwieweit die Erträge aktiv gemanagter Fonds vom Zufall oder dem Geschick der Fondsmanager abhängen. Dazu wurden etwa 300 aktiv gemanagte europäische Aktienfonds mit ihrer definierten Benchmark verglichen. Auf Sicht von einem Jahr gelang es 28 Prozent der Fondsmanager, den Vergleichsindex zu schlagen. Noch schlechter wird das Ergebnis, wenn man untersucht, wie viele von diesen Fonds auch in den Folgejahren den Markt schlagen. Gerade mal 5 Prozent schaffen es, den Index drei Jahre in Folge zu übertreffen.

Passiv ist besser

Die Ergebnisse der Studie sind für viele Anleger, die auf aktive Fonds setzen ernüchternd. Es gelingt also nur sehr wenigen Fondsmanagern, den Index zu schlagen. Die Mehrheit der aktiven Fondsmanager hat keine entsprechende Qualifikation bewiesen. Dies macht es für Privatanleger nahezu unmöglich, ohne großen Aufwand die Top-Fonds herauszufiltern. Und selbst wenn man einen vermeintlich guten Manager gefunden hat, ist die Chance, dass er auch in den Folgejahren eine gute Leistung abliefert, sehr gering. Deshalb besser gleich auf günstige Indexfonds setzen.