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Alternative zum Niedrigzins

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alternative zinsanlage

Mit einem neuen ETF können Anleger erstmals in höher verzinste chinesische Staatspapiere investieren.

China strebt die freie Handelbarkeit des Renmnbi an. Dazu liberalisiert das Land seine Finanzmärkte. Das trifft nicht nur für den Aktien- sondern auch Anleihenmarkt zu. Erst im Mai 2015 erteilte das Reich der Mitte 32 weiteren ausländischen Finanzinstituten die Genehmigung, in seinen 5-Billionen schweren On-Shore-Anleihemarkt zu investieren. Mit den neuen Handelsgenehmigungen erhöht sich die Gesamtzahl der zugelassenen ausländischen Investoren auf 152. Staatsfonds und Zentralbanken sind in diese Zahl nicht eingerechnet.

Mit gerade 2,4 Prozent ist der Anteil ausländischer Investoren jedoch noch verschwindend gering. Zum Vergleich: in Mexico beträgt der Anteil ausländischer Investoren im Anleihemarkt 59 Prozent. Doch mit der stufenweisen Öffnung des Anleihemarktes dürfte sich der Anteil ausländischer Investoren in China bald erhöhen. Sollte der Renminbi im Jahr 2020 als weltweite Reservewährung aufsteigen, erwarten Analysten, dass zu diesem Zeitpunkt bereits 744 bis 835 Mrd. US-Dollar in ausländischer Hand sind. Das entspräche beim heutigen Stand einem Auslandsanteil von 14,9 bis 16,7 Prozent. Erfolgt die Aufnahme zu einem früheren Zeitpunkt, könne sich der Anteil sogar noch erhöhen.

Regierung forciert Rentenmarktöffnung

Chinas Regierung ist bestrebt, den Anteil ausländischer Investoren möglichst rasch zu erhöhen. Denn das Absinken des Wirtschaftswachstums im laufenden Jahr auf voraussichtlich 7,0 Prozent sowie die bevorstehende US-Zinswende sorgte bereits für enorme Abflüsse aus dem chinesischen Aktienmarkt. Nach Schätzungen von BNP Paribas wurden allein im 1. Quartal 2015 rund 209 Mrd. US-Dollar ausländischen Kapitals abgezogen. Mit zusätzlichen Anleihen-Investments könnten diese Abflüsse wieder aufgefangen werden

Lukrative Zinsen

Anders als bei chinesischen Unternehmensanleihen, bei denen es bereits zu erste Ausfällen kam, gilt der Staatsanleihen-Markt als vergleichsweise sicher und liquide. 85 Prozent der Anleihen im Interbanken-Rentenmarkt verfügen über ein Rating von A und höher. Gleichzeitig bieten sie einen erheblich höheren Zins als Anleihen hierzulande. Aufgrund des niedrigsten Wirtschaftswachstums seit Jahren dürften weitere Leitzinssenkungen folgen, so dass die Kurse weiter steigen dürften. Auch eine mittel- und langfristige Aufwertung des Renminbi könnte zusätzliche Gewinne generieren.

ETF auf chinesische Staatsanleihen

Seit einigen Wochen ist von der Deutschen AWM der erste europäische ETF mit direkter Partizipation an chinesischen Staatsanleihen (WKN: DBX0PN) investierbar. Basiswert ist der CSI Gilt Edged Medium Term Treasury Note Index. Er bildet 35 auf Renminbi lautenden Onshore-Anleihen nach, die vom chinesischen Staat begeben werden. Die Anleihen werden so ausgewählt, dass die Restlaufzeiten vier bis sieben Jahre betragen, sie sind fest verzinslich und werden in Lokalwährung begeben. Die Endfälligkeitsrendite des zugrunde liegenden Indexes beläuft sich derzeit bei einer Laufzeit von etwa fünf Jahren auf 3,38 Prozent (Stand: 7. Juli 2015). Zum Vergleich: Die Rendite fünfjähriger Bundesanleihen liegt bei 0,15 Prozent. Erträge werden ausgeschüttet. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,55 Prozent.

Fazit: 

Lange Zeit war der chinesische Anleihemarkt nicht investierbar für ausländische Anleger. Im Zuge der Liberalisierung ändert sich das. Mit dem neuen ETF können nun Anleger auch hier erstmals in höher verzinsliche chinesische Anleihen investieren.

Dieser Beitrag stammt aus dem PortfolioJournalHier kostenfrei anmelden.

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