Amundi-Monatsreport
Der Brexit verlockte manchen ETF-Schnäppchenjäger zum vermeintlich günstigen Einstieg in den britischen Aktienmarkt.

Im Zuge des Brexits nutzten wohl manche ETF-Anleger den Kurssturz für einen Einstieg in den britischen Aktienmarkt. So flossen im Juni laut dem „Amundi European ETF-Market YTD Net Flows Review“ rund 1,55 Mrd. EUR an neuen Anlagegeldern in ETFs auf Aktien britischer Unternehmen. Im folgenden eine kurze Zusammenfassung des Amundi-Monatsreport.

Ebenfalls beliebt waren im Aktiensegment ETFs auf Unternehmenspapiere aus den Emerging Markets (+2,93 Mrd. EUR), weltweit investierende Indizes (1,22 Mrd. EUR) sowie US-Aktien. Größere Nettozuflüsse auf Sektorenseite verbuchten auch ETFs auf den Gesundheitsmarkt, nachhaltig wirtschaftende Unternehmen sowie den Konsumgüterbereich. Ansonsten bevorzugten Anleger laut Amundi-Monatsreport schwankungsarme Aktien (2,64 Mrd.).

Im Gegenzug verabschiedeten sich Investoren im großen Stil von ETFs auf die Eurozone (-4,52 Mrd. EUR) sowie Europa insgesamt (-2,86 Mrd. EUR). Auf Länderebene trennten sich Anleger vor allem von Aktien auf japanische (-3,72 Mrd. EUR), deutsche (-1,45 Mrd EUR) und italienische (-530 Mio. EUR) Aktien. Auf Sektorenebene trennten sich Investoren vor von Finanzwerten (-222 Mio. EUR). Wenig beliebt waren zudem angesichts gestiegener Unsicherheiten Small- und Mid Caps (-914 Mio. EUR) sowie Wachstumstitel (-79 Mio. EUR). Unter dem Strich verbuchten europäische Aktien-ETFs Nettoabflüsse in Höhe von 2,03 Mrd. EUR.

Amundi-Monatsreport: Anleger bevorzugten Anleihen-ETFs

Anleger favorisierten laut dem Bereicht hingegen Renten-ETFs. In dieses Segment flossen insgesamt 16,21 Mrd. EUR. Besonders beliebt bei den Anlegern waren Staatsanleihen aus den Emerging Markets (2,97 Mrd. EUR), US-Inflationsanleihen (1,03 Mrd. EUR) und ETFs auf Unternehmensanleihen der Eurozone (4,23 Mrd. EUR) und den USA (2,31 Mrd. EUR). Verabschiedet haben sich Investoren vor allem von ETFs auf Staatsanleihen der EU-Peripheriestaaten, aber auch Staatsanleihen der gesamten Eurozone.

Gold-ETFs mit höheren Zuflüssen

Auch Rohstoff-ETFs waren wieder beliebt. Infolge höherer Unsicherheitsfaktoren verbuchten ETPs auf Gold die höchsten Nettomittelzuflüsse (790 Mrd. EUR). Auch breit gestreute Rohstoff-ETFs zogen neue Anlagegelder an (653 Mio. EUR). Geringe Abflüsse verbuchten hingegen ETFs auf Palladium (-10 Mio. EUR).

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.