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An Russlands Wachstum profitieren

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Gegenwärtig finden gerade in Wolfsburg und Hannover zum elften Mal die Petersburger Gespräche statt. Ein wichtiges Thema dabei ist auch der Bereich Wirtschaft. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Visafreiheit für die Bürger Russlands und der Beitritt Russlands in die Welthandelsorganisation WTO, um die wirtschaftliche Beziehung zwischen den Ländern noch weiter vertiefen zu können.

Bereits jetzt schon ist die wirtschaftliche Verflechtung Deutschlands mit Russland groß. Über 6.000 deutsche Unternehmen sind nach Angaben der Außenhandelsorganisation German Trade and Invest in Russland tätig. In den ersten vier Monaten ist danach das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern um rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Inwieweit sich dabei die Zusammenarbeit intensiviert, zeigt auch die jüngst veröffentlichte vertiefte Zusammenarbeit des deutschen Energieversorgers RWE mit dem russischen Gasriesen Gazprom.

Russland profitiert von hohen Rohstoffpreisen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert in Russland für dieses Jahr ein 4,8-prozentiges BIP-Wachstum. 2012 soll das BIP um 4,5 Prozent anwachsen. Für besondere Impulse sorgen vor allem die hohen Rohstoffpreise. „Egal ob Erdöl, Erdgas, Kohle oder Erze – die russische Regierung ist sehr daran interessiert, die Fördermengen auszuweiten, um die Staatskassen zu füllen“, berichtet German Trade  and Invest in ihrem vergangenen Wirtschaftsbericht. In den ersten drei Monaten stieg danach die Industrieproduktion um 5,9 Prozent. „Zu den Gewinnerbranchen der russischen Wirtschaft werden die Kfz-Industrie, die Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung sowie die Medizintechnik zählen. In diesen Sektoren gibt es eine Reihe von neuen Projekten. Gute Entwicklungschancen zeichnen sich auch für den IKT- und den Bausektor ab. Letzterer hat nach schweren Krisenjahren viel aufzuholen. Die verarbeitende Industrie legte in den ersten drei Monaten 2011 um 10,6% zu und gilt als Motor des Aufschwungs“, berichtet die deutsche Außenwirtschaftsorganisation. Während zudem viele Länder mit überhöhter Verschuldung zu kämpfen haben, glänzt Russland mit einer der weltweit niedrigsten Staatsverschuldungen von weniger als 10% des Bruttoinlandsproduktes (BIP).

Der MSCI Russia als Aktienbarometer

Mit dem von Morgan Stanley konzipierten MSCI Russia Index kann man an der Wertentwicklung des BRIC-Staates partizipieren. Das russische Aktienbarometer umfasst aktuell 27 Unternehmen, deren Marktkapitalisierung innerhalb der oberen 85 % des russischen investierbaren Aktienuniversums liegt. Allein 57% der Unternehmen entfallen dabei auf den Energiebereich. Allein Gazprom ist mit einer Gewichtung von 27,5 Prozent im Index vertreten.

Anleger, die also angesichts weiter hoher Rohstoffpreise auf eine Outperformance hoffen, können an dem Index beispielsweise über einen ETF der Credit Suisse  (IE00B5V87390) teilhaben. Die Gesamtkostenquote p.a. des thesaurierenden ETFs beträgt 0,65%. Die Abbildung des Index erfolgt mittels Swaps.

Anleger, die eine Übergewichtung einiger weniger Energie-Unternehmen im Index reduzieren möchten, sind mit dem MSCI Russia Capped besser bedient. Der Index umfasst die gleichen Werte wie der MSCI Russia Index, allerdings existiert hierbei eine Gewichtungsobergrenze von 30 Prozent für den am stärksten gewichteten Wert. Alle anderen Unternehmen dürfen nicht mit mehr als 20 Prozent im Index vertreten sein. Sollte die festgelegte Obergrenze des größten Wertes die 35 Prozent-Marke überschreiten, wird diese Übergewichtung börsentäglich reduziert.

Als ETF-Anleger kann man mit dem iShares MSCI Russia Capped Swap (DE000A1H53L9) an dem Index kostengünstig teilhaben. Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 0,74 Prozent. Der Index wird mit Swaps abgebildet.Dadurch wird die Abweichung vom Index mit einem Tracking Error von 0,06% sehr gering. Zur Reduzierung des damit verbundenen Kontrahentenrisikos besteht ein Überbesicherung bei der Hinterlegung von Sicherheiten. Die Basiswährung ist US-Dollar.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.