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Angst vor „Tapering“ lässt ETF-Zuflüsse einbrechen

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USA-Artikel

Die Angst vor einem „Tapering“ ließ im November die globalen ETP-Zuflüsse von 32,9 Mrd. USD im Vormonat auf 15,8 Mrd. USD sinken. Das ergibt sich aus dem Monatsreport „ETP Landscape“ von BlackRock. Platz 1 in der ETP-Branche sind weiterhin die USA.

Investoren bevorzugten im November eindeutig Aktien aus den Industrieländern. Während 21,5 Mrd. USD in Unternehmen von Industriestaaten flossen, mussten Emerging Markets Abflüsse von 4,7 Mrd. USD erleiden. Deutlich reduziert haben sich dabei mit 3,5 Mrd. USD die Zuflüsse in europäische Aktien. Im vergangenen Monat waren es noch mehr als das Doppelte (7,9 Mrd. USD). Seit Jahresbeginn flossen paneuropäischen ETPs 24 Mrd. USD zu, hingegen mussten ETPs auf deutsche Aktien Abflüsse in Höhe von 6,5 Mrd. USD verzeichnen.

In US-Aktien flossen insgesamt 9,9 Mrd. USD. Dabei wurden die Anleger immer vorsichtiger. Bevorzugt wurden deshalb Large Caps, aber auch Sektoren-ETPs waren nach wie vor beliebt. Small Caps verzeichneten hingegen infolge wachsender Unsicherheit leichte Abflüsse von 2,4 Mrd. USD. In Aktien anderer Industrieländer flossen 7,2 Mrd. USD. Einer der Indexfavoriten war der S&P 500, aber auch ETPs auf den MSCI EAFE, der in die Regionen Europa, Asien und Australien investiert, zählten zu einem bevorzugten Anlageinstrument.

Nahezu zu vernachlässigen sind dagegen laut BlackRock Renten-ETPs. In sie flossen gerade einmal netto 0,9 Mrd. USD. Bevorzugt wurden dabei kurzfristige Anleihen. Abflüsse in Höhe von 1,4 Mrd. USD hatten wie in den Vormonaten ETPs auf Gold zu verzeichnen. Seit Jahresbeginn summieren sich damit die Abflüsse in Gold-ETPs auf 36,4 Mrd. USD.

2013: Umschichtung von Anleihen in Aktien, von Emerging Markets zu Industriestaaten

Interessant ist auch der Vergleich zum Vorjahr hinsichtlich der Aufteilung der Anlageklassen. So haben sich infolge der Niedrigzinspolitik die Zuflüsse in Renten-ETPs im Zeitraum Januar bis November von 68,3 Mrd. mehr als halbiert auf nunmehr 25,7 Mrd. USD. Erhebliche Veränderungen gab es auch im Aktienbereich. Flossen im Vorjahr noch 41,7 Mrd. in Emerging Market-Aktien, so flossen in diesem Jahr bis November 2013 9,8 Mrd. USD heraus. Im Gegenzug schichteten die Anleger in Aktien der Industrieländer. Die Zuflüsse stiegen hierbei von 92,1 im Vorjahr auf nunmehr 227,9 Mrd. USD. Drastische Veränderungen haben auch Rohstoff-ETPs zu verzeichnen. 2012 flossen dieser Anlageklasse noch 18,4 Mrd. USD zu, im laufenden Jahr betragen die Abflüsse 37,3 Mrd. USD. Zurückzuführen ist dieser drastische Rückgang insbesondere auf Gold-ETPs.

USA weiterhin in ETP-Branche die Nummer 1

Dreh- und Angelpunkt in der ETP-Branche sind mehr denn je die USA. 70,7 Prozent der globalen Asset sind in US gelisteten Produkten angelegt. 81 Prozent der Zuflüsse entfielen im Jahresverlauf auf US-ETPs, ein Jahr zuvor waren es nur 71 Prozent. Mit Zuwachsraten von 24 Prozent liegen die USA auf Platz 1, gefolgt von dem Raum Asien/Pazifik mit 23 Prozent. Erfolgreichster ETF seit Jahresbeginn ist der WisdomTree Japan Hedged Equity Fund mit Zuflüssen von 9,079 Mrd. USD, gefolgt vom SPDR S&P 500 (8,358 Mrd. USD) und dem iShares MSCI Japan (6,499 Mrd. USD). Auch hier dominieren ETPs von US-Gesellschaften.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.