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Anlageerfolg mit dividendenstarken Aktien

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Der Euro-Schuldenkrise zum Trotz – die Gewinne zahlreicher deutscher Unternehmen lagen im vergangenen Jahr auf Rekordniveau. Anleger dürfen sich daher im Frühjahr 2012 über ansehnliche Dividendenausschüttungen freuen. Mit ETFs können Anleger breit diversifiziert daran partizipieren.

Bloomberg-Analysten rechneten bereits im November 2011 mit einer Dividendenanhebung bei 21 der 30 im DAX vertretenen Unternehmen. Besonders Autobauer dürften in diesem Jahr aufgrund ihrer Verkaufserfolge in den Emerging Markets großzügig ausschütten. So erwartet Bloomberg bei BMW eine Dividendenanhebung von 1,30 Euro auf 2,40 Euro. Aktien von Versorgern dürften dagegen ihre Dividende infolge des kostenintensiven Atomausstiegs reduzieren.

Hohe regelmäßige Erträge

In unsicheren Börsenzeiten kann eine hohe Dividendenrendite Kursverluste ein wenig abfedern. Langfristig trägt die Dividende erheblich zum Anlageerfolg bei. Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase setzen daher nicht nur Privatanleger, sondern auch institutionelle Investoren, die auf regelmäßige Zahlungen angewiesen sind (Pensionskassen, Versorgungswerke oder Stiftungen), auf dividendenstarke Aktien. Europäische Investoren schätzen zudem das defensivere Risiko/Rendite-Profil dieser Aktien.

Dogs of the Dow – unterbewertet mit Aufwärtspotenzial

Studien zeigen, dass man mit Dividendenpapieren langfristig deutlich besser fährt. Die häufig kopierte Theorie „Dogs of the Dow“ geht auf den Amerikaner Michael O’Higgins zurück. Dabei wird jährlich in die fünf dividendenstärksten Titel des Dow Jones investiert. Häufig handelt es sich dabei um wenig beachtete, defensive Aktien mit Ladenhüterstatus. Denn die Dividendenrendite – sprich: der Dividendenertrag in Prozent des aktuellen Aktienkurses – ist in der Regel nur dann hoch, wenn der Kurs der Aktie niedrig ist. Steigt die Aktie dann wieder an, profitiert der Anleger am anziehenden Aktienkurs. Unter dem Strich stehen dann deutlich höhere Gewinne als bei anderen Aktien.

Dividenden wieder reinvestieren – und zwar in denselben Basiswert

Eine andere Untersuchung in den USA zwischen den Jahren 1970 bis 2007 ergab, dass man mit den 20 Prozent dividendenstärksten Aktien einen durchschnittlich jährlichen Mehrertrag von knapp 4 Prozent erzielte. Besonders hoch ist der Ertrag, wie eine Studie der London Business School ergab, wenn man die Dividenden möglichst schnell wieder in die gleichen Werte investiert. Danach hätte sich ein im Jahr 1900 in US-Aktien investierter Dollar bis zum Jahr 2009 auf 582 Dollar summiert. Ohne Dividendenzahlungen hätte sich der Betrag nur versechsfacht – das Ergebnis des Zinseszinseffekts. Bestätigt wird dies auch durch eine Studie der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors. Laut dieser Berechnung hätte ein Anleger, der im Jahr 1970 einen Einmalbetrag von 100 Euro in den MSCI Europe investiert und die Dividendenzahlungen jährlich wieder angelegt hätte, sich Ende 2008 über ein Vermögen in Höhe von 3.708 Euro freuen können.

Nachhaltigkeit ist wichtig bei fest einkalkulierten Zinszahlungen

Wer als Anleger dagegen auf regelmäßige Zahlungen setzt, von denen man leben möchte oder die zur Zahlung bestimmter Verpflichtungen dienen, sollte vor allem auf die Nachhaltigkeit der Dividenden setzen. Das kann man einerseits an der Ausschüttungsquote feststellen – also dem Teil des konsolidierten Gewinns, der als Dividende ausgeschüttet wird. Je niedriger der Anteil daraus ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Nachhaltigkeit. Ist die Ausschüttungsquote dagegen zu hoch, kann das Unternehmen zu wenig in die Zukunft investieren oder es geht schlimmstenfalls zu Lasten der Substanz des Unternehmens. Hier soll die Aktie nur aufgrund des schlechten Kurses „aufgehübscht“ werden, um sie für Anleger interessant zu machen. Häufig müssen dann die Unternehmen die Dividende sehr schnell senken – von Nachhaltigkeit kann dann keine Rede mehr sein.

ETF-Anbieter bieten Lösungen

Alternativ kann man natürlich auch darauf schauen, welche Unternehmen konstant über Jahre hinweg hohe Dividenden auszahlen. Wem die Einzelauswahl zu aufwendig ist, für den bieten Indexanbieter verschiedenste Dividenden-Indizes auf alle wichtigen Anlageregionen an. In diese kann dann oft mittels ETF kostengünstig investiert werden. Entscheidend ist die künftige Dividende.

Bekanntester Dividendenindex für Deutschland ist der von der Deutschen Börse aufgelegte und berechnete DivDAX. Er umfasst die 15 DAX-Unternehmen mit der höchsten historischen Dividendenrendite. Zusätzlich müssen die Werte einen durchschnittlichen Tagesumsatz von 250.000 Euro in den letzten drei Monaten aufweisen. Ähnliches gibt es auch für Europa mit dem Euro STOXX Select Dividends 30. Dieser von STOXX Ltd. berechnete Index umfasst die 30 dividendenstärksten Aktien aus den aktuell zwölf Ländern der Eurozone. Ähnliche Indizes gibt es auch auf die Anlageregionen Europa gesamt, die USA, Großbritannien, Asien oder global.

Ein Nachteil dieser Indizes ist jedoch, dass sie auf den Dividendenrenditen der vergangenen Dividendensaison beruhen. ETFlab bietet daher ein Produkt auf den ebenfalls von der Deutschen Börse herausgegebenen Index DAXplus Maximum Dividend (WKN: ETFL23) an. Im Gegensatz zu den zuvor erwähnten Indizes setzt diese Benchmark auf die 20 dividendenstärksten Titel des HDAX, also die 110 Werte aus dem DAX, MDAX und TecDAX, und zwar in der kommenden Indexperiode. Grundlage für die Prognosen sind effektive Dividendenankündigungen bzw. die Dividendenschätzungen. Der ETF ist vollständig replizierend und ausschüttend. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,30 Prozent.

Für Anleger, die auf Nachhaltigkeit der Dividenden setzen, bietet der ETF-Anbieter State Street Dividendenprodukte auf die Anlageregionen USA und Emerging Markets an. Der SPDR S&P US Dividend Aristocrats ETF (WKN: A1JKS0) bildet den S&P High Yield Dividend Aristocrats Index ab. Dieser beinhaltet 60 US-Aktien des S&P Composite 1500 Index, die in jedem der vergangenen 25 Jahre eine höhere Dividende zahlten. Um eine ausreichende Diversifizierung sicherzustellen, liegt die Gewichtungsobergrenze der Einzeltitel bei vier Prozent. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 3,92 Prozent. Der ETF ist voll replizierend und ausschüttend. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,35 Prozent.

Der SPDR S&P Emerging Markets Dividend ETF (WKN: A1JKSZ) bildet den S&P Emerging Markets Dividend Opportunities Index ab. Dieser umfasst aktuell 98 liquide Titel mit hohen Dividendenrenditen aus 20 Schwellenländern, die über einen Zeitraum von drei Jahren stabile oder steigende Dividenden aufwiesen. Um eine ausreichende Diversifizierung sicherzustellen, liegt die Gewichtungsobergrenze von Einzeltiteln bei drei Prozent und von Ländern und Sektoren bei 25 Prozent. Die aktuelle Dividendenrendite des Index beträgt aktuell 7,4 Prozent. Der ebenfalls vollständig replizierende ETF schüttet die Erträge aus. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,65 Prozent.

Fazit:

Mit ETFs auf Dividendentitel können Anleger auch in unsicheren Zeiten ihre Rendite erheblich aufbessern. So betrug die durchschnittliche Rendite der dividendenstärksten Titel im MSCI Europe Ende 2011 rund 6 Prozent, weit höher als die Erträge zehnjähriger Bundesanleihen, die zum gleichen Zeitpunkt gerade mit 1,8 Prozent rentierten. Und nach Angaben von Allianz Global Investors war beispielsweise die annualisierte Gesamtrendite der Aktienanlage für den MSCI Europe im Zeitraum 1970 bis Ende 2011 zu rund 43 Prozent durch den Performance-Beitrag der Dividenden bestimmt.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.