Anzeichen dafür, dass ein ETF geschlossen wird

Der ETF-Markt in Europa wächst seit zehn Jahren mit hohen Wachstumsraten. Monatlich kommen neue Indexfonds hinzu. Die ETF-Anbieter begründen die neuen Produkte meist mit der Nachfrage von institutionellen Anlegern. In ein paar Jahren wird es wohl zu Bereinigungen der Produktpaletten kommen, und ETFs könnten geschlossen werden. Das EXtra-Magazin stellt Zeichen vor, die eine Fondsschließung in der Zukunft wahrscheinlich machen.

Nicht jeder ETF, der auf den Markt gebracht wird, kann genügend Gelder einsammeln. In 2010 wurden weltweit etwa 49 ETFs vom Markt genommen, das waren zwar etwas weniger als in den Jahren davor, dennoch zeigt diese Entwickung, dass es früher oder später zu einer Bereinigung der Produktpalette kommen wird – sei es durch Fusionen, Fondszusammenlegungen oder mangels Nachfrage der Investoren. Alle Fondsschließungen haben eine Gemeinsamkeit, sie kamen nicht überraschend.

Bereits im Vorfeld gab es eindeutige Anzeichen, dass eine Fondsschließung kurz bevorsteht. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige dieser Anzeichen vorstellen.

Das Wichtigste aber zuerst: Wenn ein ETF geschlossen, wird, verlieren Sie nicht das investierte Kapital, Sie werden auch nicht eines Tages aufwachen und plötzlich einen geschlossenen ETF vorfinden. Die Anbieter kündigen eine eventuelle Schließung rechtzeitig an. Dies gibt dann genügend Zeit, um entsprechende Schritte wie zum Beispiel den Verkauf oder den Tausch in gleichwertige ETFs einzuleiten. Wird der ETF dann geschlossen werden die Wertpapiere im Fonds liquidiert und der Erlös an die Investoren ausbezahlt.

1. Das Fondsvolumen

Experten gehen davon aus, dass Indexfonds mit etwa 30 Mio. Euro Fondsvolumen eher selten geschlossen werden. Ab diesem Betrag rechnet sich ein ETF.

2. Das Handelsvolumen

ETFs mit einem geringen Fondsvolumen, aber einem hohen Handelsvolumen können durchaus interessant für die ETF-Anbieter sein. ETFs, die rege gehandelt werden, haben niedrige Spreads und werden daher gerne von aktiven Anlegern genutzt.

3. Konkurrenzprodukte

Die ETF-Anbieter beobachten sehr genau die Aktivitäten ihrer Konkurrenten. Es kann für einen Emittenten durchaus von strategischem Interesse sein, einen ETF mit geringem Fondsvolumen am Markt bestehen zu lassen, wenn er damit eine Lücke in der Angebotspalette eines Konkurrenten besetzen kann.

4. Größe des Anbieters

Um als ETF-Anbieter wahrgenommen zu werden, sollte das insgesamt verwaltete Vermögen mindestens 5 Milliarden Euro betragen. Bei diesen „großen“ Anbietern ist die Wahrscheinlichkeit von Fondsschließungen tendenziell geringer als bei Anbietern, die nach einigen Jahren immer noch nicht über eine kritische Größe gekommen sind.

5. Datum der Fondsauflage

ETF-Anbieter geben neu eingeführten Indexfonds üblicherweise eine gewisse Zeit, um sich am Markt zu etablieren. Viele Anleger können auch nur in ETFs investieren, die eine gewisse Größe vorweisen können. Hier droht also zunächst keine Gefahr.

6. Achtung bei Fusionen

In Europa sind Fusionen bei ETF-Anbietern bisher noch nicht auf der Tagesordnung. Fusionen zielen meist auf Kostensenkungen ab. Dabei werden der Vertrieb optimiert, die Verwaltungskosten reduziert und damit auch die Produktpalette der Anbieter überprüft. Hier kann es durchaus zu Fondsschließungen kommen.

7. Qualität der Produkte

Wichtig ist auch der Tracking Error der ETFs. Fonds mit einer hohen Qualität, also einer genauen Indexabbildung, werden von institutionellen Anlegern bevorzugt. Dadurch steigt langfristig der Umsatz und das Fondsvolumen und damit auch das Interesse des Anbieters, den Fonds nicht zu schließen.

Fazit:

Eine Fondsschließung ist grundsätzlich kein Weltuntergang. Anleger können inzwischen aus einem so großen Angebot wählen, dass es sicherlich eine geeignete Alternative zu dem betroffenen ETF gibt. Durch die frühzeitige Ankündigung der Fondsschließung können Anleger in aller Ruhe auf die neue Entwicklung reagieren.

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