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Asiens Superstars für das heimische Depot

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Die wirtschaftliche Bedeutung von China und Indien wird weiter zunehmen. In chancenorientierten Portfolios dürfen diese Märkte daher nicht fehlen. Mit Indexprodukten kann vielseitig investiert werden.

Die Globalisierung hat die Welt verändert. Vor allem die beiden größten Wachstumsmärkte Asiens – China und Indien – konnten von der zunehmenden Dynamik beim internationalen Kapitalverkehr und Warenhandel profitieren. So hat sich das indische Bruttoinlandsprodukt seit der Jahrtausendwende nahezu verdreifacht, das chinesische sogar vervierfacht. Unter Berücksichtigung der Kaufkraft rangieren die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Erde mittlerweile unter den fünf größten Volkswirtschaften der Welt.

Krise hinterlässt Spuren

Für die große Mehrheit der Ökonomen besteht kein Zweifel, dass China und Indien langfristig auf Wachstumskurs bleiben werden. Die Analysten der Deutschen Bank gehen zum Beispiel davon aus, dass China innerhalb der nächsten beiden Jahrzehnte nicht nur die USA als weltweit größte Volkswirtschaft überholen, sondern auch Japan als größten internationalen Gläubiger ablösen wird. Solche Prognosen sind Wasser auf den Mühlen der Anleger. Sowohl der chinesische als auch der indische Aktienmarkt zählen zu den beliebtesten Zielgebieten für Emerging- Markets-Investoren. Allerdings hat die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Spuren auch an den Aktienmärkten der beiden Wachstumsriesen hinterlassen. Sowohl der MSCI China Index als auch der MSCI India Index notieren deutlich unter ihren alten Höchstständen.

Exportweltmeister China

Grund genug, die Konjunktur- und Börsenperspektiven in den beiden Wirtschaftsmächten etwas näher zu beleuchten. Im Wettlauf der beiden Riesenreiche mit ihren insgesamt 2,6 Milliarden Einwohnern liegt der chinesische Drache noch weit vor dem indischen Elefanten. Chinas Bruttosozialprodukt ist fast dreimal so groß wie das von Indien. Auch beim Export kann Indien dem Konkurrenten aus dem Osten nicht das Wasser reichen. Kein Land auf der Welt exportiert mehr Waren als China. Im Juli schnellten die Ausfuhren binnen Jahresfrist um 38,1 Prozent auf 145,5 Mrd. Dollar nach oben. Das ist der höchste gemessene Wert, seit es hierzu Datenerhebungen gibt.

Gefahr einer Immobilienblase

Trotz solcher Erfolgsmeldungen sind zuletzt einige dunkle Wolken über der Volksrepublik aufgezogen. So wuchs Chinas Wirtschaft im zweiten Quartal mit einem Plus von 10,3 Prozent spürbar langsamer zu Beginn des Jahres (plus 11,9 Prozent). Außerdem befürchten Volkswirte, dass in chinesischen G r o ß s t ä d t e n wie Shanghai oder Peking eine Immobilienblase entstanden ist, deren Platzen möglicherweise Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft hätte. So rechnen die Analysten der Deutschen Bank in einer Studie damit, dass es in den kommenden Quartalen zu Preisrückgängen in überhitzten städtischen Regionen kommen wird. Allerdings gehen sie nicht davon aus, dass diese Korrektur eine ernsthafte Krise auslösen wird. Die fortschreitende Urbanisierung sowie die Zunahme der Haushalte, heißt es in der Studie, würden die Nachfrageentwicklung mittelfristig stützen.

 

Mit ETNs auf eine Aufwertung von Renminbi und Rupie spekulieren
IndexKAGISINVVGKurs SpreadVolumen in Mio. EuroDASFWHrg
MSFX Long Chinese Renminbi Index (TR)ETC SecuritiesDE000A1EK0K50,59 %38,704,88 %1,07TSEUR
MSFX Long Indian Rupee Index (TR)ETC SecuritiesDE000A1EK0M10,59 %38,474,88 %0,37TSEUR

Chinesische H-Shares sind die erste Wahl

Obwohl die Risiken zugenommen haben, bleiben die meisten Experten für chinesische Aktien positiv gestimmt. Vor allem die in Hongkong gelisteten H-Shares bieten mit einem KGV von 12,5 derzeit eine günstige Einstiegsgelegenheit – etwa über den HSCEI ETF von Lyxor (ISIN: FR0010204081). Eine Investition in chinesische Aktien könnte sich noch aus einem anderen Grund auszahlen. Denn aufgrund der Rekordzahlen beim Export dürfte der Druck auf China vor allem seitens der USA zunehmen, die Landeswährung R e n m i n b i aufzuwerten. In diesem Fall locken Wechselkursgewinne.

Mögliche Aufwertung

Eine andere Möglichkeit, um von einer Aufwertung des Renminbi gegenüber dem Dollar zu profitieren, stellt eine neue Währungsanlage von ETF Securities dar. Der ETFS Long CNY Short USD ETN partizipiert am MSFX Long Chinese Renminbi Index, der in Renminbi-Long-Kontrakte und USDollar- Short-Kontrakte investiert (ISIN: DE000A1EK0K5). Gewinnt die chinesische Währung gegenüber dem Greenback, legt auch der Index – bei ansonsten unveränderten Bedingungen – zu. Der Haken: Anleger aus dem Euroraum müssen zwei Währungspaare im Auge behalten. Denn letztendlich hängt der Anlageerfolg des ETNs für heimische Investoren auch davon ab, wie sich der Dollar gegenüber dem Euro verhält.

Indische IT für die Welt

Im Gegensatz zu China kommt der verarbeitenden Industrie in Indien noch eine vergleichsweise geringe Bedeutung zu. Immerhin: Eine Erfolgsgeschichte ist der indische Autosektor, der weitgehend von heimischen Firmen dominiert wird. Im Juli wurden mit knapp 160.000 Wagen so viele Autos verkauft wie nie zuvor. Die eigentliche Stärke Indiens liegt aber im IT-Dienstleistungsbereich. Hier werden rund zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Auf eine so hohe Quote kommt kein anderer BRIC-Staat. Laut Schätzung des indischen IT-Verbandes Nasscom werden in Indien rund 73 Mrd. Dollar in der IT- und BPOBranche umgesetzt (BPO: Business Process Outsourcing). Hierzu zählen zum Beispiel die Bereiche Call- und Servicecenter sowie die Softwareentwicklung. Die Experten der Nasscom rechnen damit, dass sich der Umsatz bis zum Jahr 2020 auf 225 Mrd. Dollar mehr als verdreifachen wird. Der Auslandsumsatz soll dabei von 50 Mrd. Dollar auf 175 Mrd. Dollar zulegen.

Indien im ETF-Paket

Mit dem S&P CNX Nifty TR Index von db x-trackers können Anleger von den insgesamt guten Wachstumsperspektiven indischer Unternehmen profitieren (ISIN: LU0292109690). Allerdings gehören indische Aktien mit einem KGV von 17 zu den teuersten Schwellenmärkten überhaupt. Eine erhöhte Risikobereitschaft darf daher nicht fehlen. Nicht ungefährlich ist auch eine Spekulation auf eine Aufwertung der Indischen Rupie gegenüber dem Dollar, wie sie der ETFS Long INR Short USD ETN von ETF Securities ermöglicht (ISIN: DE000A1EK0M1). Denn auch hier hängt der Anlageerfolg für heimische Investoren letztendlich von der Entwicklung des EUR/USD-Kurses ab.

 

Die 5 größten Wirtschaftsmächte
Land Anteil des BIP an der Weltwirtschft
USA20,50 %
China12,50 %
Japan6,00 %
Indien5,10 %
Deutschland4,00 %

Drache und Elefant gehören ins Depot

Die Rolle Chinas und Indiens in der Weltwirtschaft wird weiter zunehmen. Deshalb sollte eine langfristige Einbindung des chinesischen und indischen Aktienmarktes in keinem chancenorientierten Depot fehlen. Etwas anders verhält es sich mit Spekulationen auf die Währungen der beiden Wachstumsstars. Solche komplexen Investments sollten eher professionellen Anlegern vorbehalten bleiben.

 

Ausgewählte ETFs auf den chinesischen und indischen Aktienmarkt
IndexKAGISINVVGKursSpreadVolumein in Mio. EuroDASSwapFWhrg
HSCEI (China H-Shares)LyxorFR00102040810,65 %118,410,06 %865,73ASJaHKD
FTSE/Xinhua China 25 (H-Shares)iSharesDE000A0DPMY50,74 %90,550,00 %783,00ASNeinUSD
S&P CNX NIFTYdb x-trackersLU02921096900,85 %94,270,19 %264,04ASJaUSD
MSCI IndiaLyxorFR00103616830,85 %12,470,16 %1.156,83ASJaUSD

 

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