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Auf Schatzsuche

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Die Krisenwährung Gold steht bei Anlegern hoch im Kurs. Aber wie in das kostbare Metall investieren? Eine attraktive Lösung: Gold-ETCs. „Der Goldkäfer“ heißt eine Kurzgeschichte von Edgar Allen Poe, in der sich die Protagonisten auf eine geheimnisvoll-düstere Suche nach einem rätselhaften Goldschatz machen.

Mit bemerkenswertem Scharfsinn und verblüffender Kombinationsgabe gelingt den drei Glücksrittern tatsächlich der große Coup – „und es glitzerte ihnen ein Schatz von unberechenbarem Werte entgegen“. Auch heute noch ist Köpfchen gefragt, wenn es um das Thema Gold geht. Außer Frage steht, dass das gelbe Metall in keinem gut diversifizierten Depot fehlen sollte. Gold bietet attraktive Renditechancen, korreliert kaum mit Aktien und gewährt Schutz vor Inflation und Krisen aller Art.

Erhebliches Potenzial

Zuletzt hat vor allem die Eigenschaft als „sicherer Hafen“ den Preis für das knappe Metall auf neue Rekordhöhen jenseits der 900-Dollar-Marke getrieben. Inflationsbereinigt ist Gold jedoch noch weit von seinen Höchstständen entfernt. Real müsste die Unze rund 1900 Dollar kosten, um sich mit dem Niveau der frühen 1980er Jahre messen zu lassen. Solche Höhen werden nicht von heute auf morgen zu erklimmen sein. Aber: Die Mehrheit der Goldexperten sieht noch erhebliches Potenzial.

1000-Dollar-Marke in Sicht

Schon seit Jahren kann das knappe Angebot die Nachfrage nicht mehr decken. In Südafrika, dem weltweit größtem Goldproduzenten, geht die Fördermenge kontinuierlich zurück. Auf der anderen Seite nimmt der Bedarf aus Wachstumsländern wie China, wo der Wohlstand rapide wächst, in zweistelligen Prozentraten zu. Analysten gehen davon aus, dass der Goldpreis noch in diesem Jahr die 1000-Dollar-Marke überspringen könnte.

Wege zum Gold

Mit Blick auf solche Szenarien lautet die Frage nicht ob, sondern wie eine Investition in Gold erfolgen soll. Der kauf von Goldbarren sowie die anschließende Lagerung in den „eigenen vier Wänden“ ist umständlich, mit hohen Transaktionskosten verbunden und nicht ungefährlich. Sicherer, aber nicht flexibler istd as Bankschließfach. Eine Alternative ist der Erwerb von Aktien von Goldminengesellschaften, die jederzeit an der Börse ge- und verkauft werden können. Jedoch nimmt man sich hier auch das unternehmerische Risiko mit ins Depot, abgesehen davon, dass über Aktien nur eine unmittelbare Partizipation am Goldpreis möglich ist.

Die neue Dimension: ETCs

Den Wünschen des Investors nach einer flexiblen, sicheren und kostengünstigen Goldanlage entsprechen Exchange Traded Commodities (ETCs). Wie ETFs sind ETCs flexibel über die Börse handelbar; durch die hohe Liquidität ist ein Kauf und Verkauf während der üblichen Börsenhandelszeiten jederzeit möglich. Ein weiterer Vorteil sind die niedrigen Kosten. Der Unterschied zu Exchange  Traded Funds: Bei ETCs handelt es sich –  rechtlich gesehen – nicht um Fonds, sondern um Schuldverschreibungen des Emittenten. Damit ähneln sie zwar Zertifikaten. Allerdings werden ETCs anders als Open-end-Zertifikate in der Regel physisch mit den Basiswerten gesichert.

1/10 Unze Gold je Anteil

Mit mehr als 100 Tonnen physisch deponiertem Gold gehört der Lyxor GBS (Gold Bullion Securities) zu den größten Gold-ETCs (ISIN: DE000A0LP781). Jeder an der Börse notierte Anteil ist durch ein Zehntel einer Unze besichert Market Maker stellen die Liquidität sicher. „Damit können Lyxor GBS so einfach gehandelt werden wie Aktien“, erklärt Thomas Meyer zu Drewer, Deutschlandchef Lyxor Exchange Traded Funds – die Investmentgesellschaft übernimmt den Vertrieb des Lyxor GBS in Deutschland.

Nahezu perfekte Partizipation

Die jährliche Managementgebühr von 0,4 Prozent hält der Lyxor-Manager im Vergleich zu den Kosten für den Besitz von physischem Gold in Form von Goldbarren oder Goldmünzen für überaus günstig. Und was den Tracking Error betrifft, so Meyer zu Drewer, sei die Differenz zwischen dem Preis eines Lyxor GBS und dem des hinterlegten physischen Goldes minimal. GBS würden daher die Entwicklung des Goldpreises nahezu eins zu eins abbilden. Das GBS-Gold wird übrigens in den Tresoren der HSBC in London verwahrt. Die Bestände werden nicht verliehen. Der Anteilsinhaber kann sich daher gegen Zahlung einer Gebühr seinen verbrieften Gold-Anteil ausliefern lassen.

Kleinere Stückelung

Ebenfalls zu 100 Prozent durch Gold gedeckt ist „Xetra Gold“, ein ETC der Deutschen Börse (ISIN: DE000A0S9GB0). Anteile können zu den üblichen Börsenzeiten jederzeit ge- und verkauft werden. Auch eine Auslieferung ist möglich. Im Unterschied zu Lyxor, wo ein ETC-Anteil eine Zehntel Unze verbrieft (entspricht rund 3,1 Gramm), beträgt die Stückelung bei Xetra ein Gramm Gold.

Steuerliche Behandlung

ETCs werden steuerrechtlich als Anlagezertifikate eingestuft. Anders als bei Investmentfonds gilt für sie bei einem Erwerb vor dem 1. Januar 2009 kein Bestandsschutz. Das heißt: Nach dem 30. Juni 2009 realisierte Veräußerungsgewinne unterliegen der Abgeltungssteuer. Eine Alternative hierzu bietet der AMEX Gold Bugs ETF von ABN Amro. Hier handelt es sich um einen „echten“ Fonds. Das heißt: Erfolgt der Erwerb bis Ende 2008 sind Veräußerungsgewinne steuerfrei, eine einjährige Haltedauer vorausgesetzt. Im Unterschied zu den ETCs handelt es sich hier jedoch um einen Aktienfonds, der den AMEX Gold Bugs Index abbildet. Dieser Index enthält ausschließlich Unternehmen, die ihre Goldproduktion für weniger als zwei Jahre auf Termin verkauft haben. Weil kein langfristiges Hedging stattfindet, profitieren solche Aktien unmittelbarer von steigenden Goldpreisen.

Fazit: Eine gute Wahl

Gold-ETCs bieten eine flexible, günstige und transparente Möglichkeit, um in Gold zu investieren. Bei Anlegern werden sie immer beliebter. Weltweit sind in diesen Produkten schon mehr als 900 Tonnen hinterlegt. Das ist mehr Gold als zum Beispiel bei der chinesischen Zentralbank oder der Bank of Japan in den Tresoren liegt.

 

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