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Aufschwung Südkorea-Störfeuer aus dem Norden unerwünscht

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Kommt es nach dem Tod von Nordkoreas Diktator Kim Jong Il zu einem Machtvakuum und einem politischen Machtkampf innerhalb der kommunistischen Partei mit negativen Auswirkungen für die gesamte Region? Ein Störfeuer aus dem Norden käme Südkorea äußerst ungelegen, denn die Wirtschaft läuft auf Hochtouren.

Wirtschaftlich gesehen geht es Südkorea, das geostrategisch günstig zwischen den großen Wirtschaftsnationen China und Japan gelegen ist, sehr gut. Das Land steckte die Probleme vieler anderer Länder locker weg, auch wenn es sich natürlich nicht vollständig davon entziehen kann. So überraschte Südkorea im 3. Quartal 2011 mit einem Wachstum von +3,5 Prozent. Allein die Industrieproduktion konnte gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent zulegen. Für das Gesamtjahr 2011 wird ein BIP-Plus von +3,6 Prozent prognostiziert. Der Internationale Währungsfonds sieht das Wachstum im Jahr 2012 sogar bei 4,2 Prozent. Dazu beitragen dürfte der Abbau von Handelsbarrieren. So gilt seit 1. Juli 2011 ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Korea. Damit werden für 70 Prozent der Waren keine Zölle mehr erhoben, der Rest soll in den kommenden 5 Jahren folgen. Allein europäische Exporteure sparen nach EU-Prognosen bereits im ersten Jahr Einfuhrzölle in Höhe von 850 Millionen Euro. Eine Studie prognostiziert daher eine Verdopplung des Handels zwischen Korea und der EU in den nächsten 20 Jahren. Seit 1. Januar gilt zudem ein Freihandelsabkommen mit den USA.

Wandel zum Hochtechnologie-Land

Südkorea ist mit einem Pro-Kopf-Einkommen von knapp 21.000 US-Dollar (Deutschland: rund 40.000 USD) und einem Außenhandelsvolumen von rund 892 Mrd. US-Dollar schon lange kein Billiglohnland mehr, es punktet immer stärker bei der Hochtechnologie. Weltweit führend ist Südkorea im Bereich Schiffbau. Der Wert der Gesamtbestellungen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 betrug 43,6 Mrd. US Dollar, das entspricht in etwa der Hälfte der weltweiten Aufträge in diesem Bereich. Führend ist Südkorea zudem im Bereich LCD und Speicherchips. Zudem werden neue Technologiefelder erschlossen wie etwa Bio- und Nanotechnologie, Hybrid- und Elektroautos, Energiespeicherung, Brennstoffzellen, Karbonmaterialien oder hochfunktionale Textilien. Anders als Deutschland setzt das rohstoffarme Land nicht allein auf alternative Energien, sondern auch auf einen massiven Ausbau der Atomenergie. So plant das Land allein bis 2024 den Bau von 14 Kernreaktoren mit einem Bauvolumen in Höhe von 22 Mrd. Euro.

Koreas Aktienmarkt litt 2011 nur wenig

Das Aktienleitbarometer des Landes ist der KOSPI 200, der die 200 marktkapitalstärksten Aktien des Landes umfasst. Mit gerade einmal -9,87 Prozent auf Jahressicht konnte er sich vergleichsweise gut behaupten. Basiswert aller vier am Markt befindlichen ETFs ist jedoch der MSCI Korea Index, der sich auf die hinsichtlich Marktkapitalisierung 80 größten Mid- und Large-Caps fokussiert. Sehr stark im Index vertreten ist der ITSektor mit rund 30 Prozent, gefolgt von den Bereichen Nicht-Basiskonsumgüter (18 Prozent), Industrie (14 Prozent) sowie Finanzwesen (14 Prozent).

Volumenstärkster ETF auf den MSCI Korea ist das iShares-Produkt. Es ist auch der einzige ETF, der den Index vollständig repliziert. Die Erträge werden ausgeschüttet. Gleiches geschieht auch bei Lyxor-ETF, hier erfolgt jedoch die Abbildung des Index via Swaps. Die beiden anderen ETFs von Credit Suisse sowie db x-trackers, die den Index ebenfalls über Swaps nachbilden, thesaurieren die Erträge.