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Australien – anhaltender Wirtschaftsboom dank Asien

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Australien gehört zu den rohstoffreichsten Staaten der Welt. Das lässt die Gewinne der Rohstoffunternehmen sprudeln und füllt die Staatskassen. Der anhaltende Rohstoffhunger Chinas und die enge Verzahnung mit den boomenden asiatischen Wirtschaftsnationen sorgen dafür, dass sich Down Under bisher erfolgreich dem Abwärtstrend widersetzen konnte.

Australien verfügt über die weltgrößten Vorkommen an Uran, Zink und Blei. Es fördert aber auch Gold, Erdgas, Öl, Mangan, Silber, Kupfer, Quarze und Diamanten. So kommen z. B. 90 Prozent der weltweit geförderten Opale aus Australien. Australien ist der weltgrößte Steinkohleexporteur und Produzent von Bauxit. Dank nach wie vor hoher Rohstoffpreise und der engen Verflechtung mit den aufstrebenden asiatischen Wirtschaftsnationen sprudeln die Gewinne der Bergbauunternehmen sowie der angrenzenden Branchen. Davon profitiert natürlich auch der Staat. Die Staatsverschuldung von Down Under liegt bei nur 20,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP).

Höhere Steuern und mehr Investitionen

Damit das auch so bleibt und die zuletzt angewachsene Staatsverschuldung wieder gesenkt werden kann, verabschiedete das Parlament erst vor kurzem die Einführung einer Bergbausteuer. Statt wie bisher 14 Prozent müssen die Bergbauunternehmen künftig 30 Prozent ihrer Gewinne an den Fiskus abgeben. Der Staat erhofft sich damit in den ersten zwei Jahren Mehreinnahmen in Höhe von 7,7 Mrd. AUD (5,6 Mrd. EUR). Genutzt werden sollen diese Mittel zur Reduzierung der Unternehmenssteuern für andere Wirtschaftsbereiche, den Ausbau teurer Infrastrukturprojekte und für Unternehmen zur Kompensation höherer Rentenkassenbeiträge. Seit 16 Jahren in Folge mit Ausnahme der Krisenjahre 2008 (+0,3 Prozent) und 2009 (+1,4 Prozent) erzielte das Land durchschnittliche Wachstumsraten von 3,5 Prozent. Für dieses Jahr prognostizierte die Reserve Bank of Australia ein Wachstum von 4,5 Prozent, vor kurzem musste die Prognose um 0,5 Prozent nach unten revidiert werden, da auch Australien von dem weltweiten Konjunktureinbruch betroffen ist, indem die Rohstoffexporte zurückgehen, die rund zwei Drittel der australischen Ausfuhren ausmachen. Zudem belasteten die Folgen einiger Naturkatastrophen wie Zyklone und Überschwemmungen, von denen auch zahlreiche Bergbauunternehmen betroffen waren. Für Impulse sorgen dagegen die Infrastrukturprojekte wie die Gasverflüssigungsanlagen Gorgon (50 Mrd. AUD) oder Darwin (25 Mrd. AUD), Straßenbauprojekte (30 bis 50 Mrd. AUD), Investitionen in das Breitbandnetz (43 Mrd. AUD) sowie Meerwasserentsalzungsanlagen in der Nähe von Großstädten (30 Mrd. AUD). Wichtige Wirtschaftszweige sind zudem der Dienstleistungsbereich (Finanzen, Immobilien, Unternehmensdienstleistungen) und der Agrarbereich. Immer wichtiger werden aber auch die Bereiche Informations-, E-Commerce-, Bio-, Nano- und Medizintechnologie.

Finanzwerte dominieren

Dies alles bewirkte, dass sich der australische Aktienmarkt vergleichsweise gut dem weltweiten Abwärtstrend widersetzen konnte. Der Leitindex S&P ASX 200 büßte seit Jahresbeginn in Euro gerechnet etwa 6,8 Prozent ein. Der Index umfasst die 200 größten Werte der Australian Securities Exchange in Sydney (ASX). Hinsichtlich der Branchenaufteilung überwiegen im Index der Finanzbereich (37,5 Prozent) und der Sektor Grundstoffe (25 Prozent), gefolgt von den Bereichen Basiskonsumgüter (9,3 Prozent), Energie (7,5 Prozent) und Investitionsgüter (7 Prozent). Die größten Werte sind der Bergbaukonzern BHP Billiton (11,4 Prozent), die Commonwealth Bank of Australia (7,6 Prozent), die Westpac Bank (6,2 Prozent), die Australia & NZ Bank (5,1 Prozent) sowie die National Australia Bank (5,0 Prozent).

Mehrere ETFs im Angebot

Wer als Anleger mittels ETF am Index partizipieren möchte, für den bieten db x-trackers und Lyxor entsprechende Produkte an. Der bereits im Februar 2008 aufgelegte db x-trackers ASX 200 ETF (WKN: DBX1A2) ist swap-basiert und thesauriert die Erträge. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,50 Prozent. Im Mai 2010 aufgelegt wurde der Lyxor ETF S&P ASX 200 (WKN: LYX0FU). Auch er ist swap-basiert. Im Gegensatz zum db x-trackers schüttet er aber die Erträge regelmäßig aus. Die Gesamtkostenquote beträgt bei diesem Indexfonds 0,40 Prozent.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.
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