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Bankenindizes bieten vermeintlich günstige Einstiegskurse

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Bankentitel gehören neben der Automobil- und Versorgerbranche zu den Hauptverlierern an der Börse. Immer wieder kommen neue Finanzinstitute in die Schlagzeilen. Solche Meldungen schickten die Kurse von Bankentitel drastisch in den Keller. Spekulativ orientierte Anleger mit etwas Mut können die günstigen Kurse nutzen zu einem Wiedereinstieg. Eine Möglichkeit dazu sind ETFs auf den breit diversifizierten Euro STOXX Banks Index.

Der Euro STOXX Banks Index ist ein Branchenindex und bildet den Bankensektor der Eurozone ab. Dabei handelt es sich um einen Aktien-Subindex der Euro STOXX-Indices entsprechend der Industry Classification Benchmark (ICB). Danach wird der betreffende regionale Bereich „Eurozone“ aktuell in 38 Supersektoren-Indizes unterteilt. Im Index aktuell vertreten sind 52 Unternehmenswerte, darunter stammen 15 Banken aus Italien, 10 aus Griechenland, 8 aus Spanien, jeweils 4 aus Portugal, Belgien und Frankreich, 3 aus Deutschland, 2 aus Österreich sowie jeweils ein Finanzinstitut aus Finnland und Irland. Betrachtet man jedoch die regionale Gewichtung, ergibt sich ein anderes Bild. So sind mit Stand 9. September 2011 spanische Banken mit 36,10 Prozent am stärksten gewichtet, es folgen Frankreich mit Frankreich (23,81 Prozent), Italien (18,46 Prozent) und Deutschland (13,07 Prozent). Auf Banken dieser 4 Staaten entfallen somit mehr als 90 Prozent des Gesamtanteils. Die 10 griechischen Banken kommen alles zusammen gerade einmal auf 2,07 Prozent, zurückzuführen natürlich auf den dramatischen Wertverfall der vergangenen Monate.

Finanztitel litten in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich

Die Banken- und EU-Verschuldungskrise hat in den vergangenen Monaten und Jahren deutlich ihre Spuren auch bei der Wertentwicklung des europäischen Bankenindex hinterlassen. Erst vor kurzem gerieten vor allem französische Finanzinstitute wie die Société Générale, Credit Agricole oder BNP Paribas immer stärker in den Abwärtssog. So wurden die beiden zuerst genannten Finanzinstitute von Moodys leicht heruntergestuft. Solche Entwicklungen belasteten natürlich auch den Bankenindex. Er büßte binnen eines Jahres nahezu (-48,12 Prozent) die Hälfte ein. Noch schlechter ist die 3-Jahres-Bilanz: Der Index verlor nahezu zwei Drittel seines Wertes (-63,56 Prozent). Besonders irische und griechische Banken verloren einen Großteil ihres Wertes, aber auch deutsche Banken wie die Commerzbank ( Zum Testbericht) oder die Deutsche Bank. Weit weniger betroffen sind von der Verschuldungskrise finnische Banken wie die Pohjola Bank, die im gleichen Zeitraum gerade einmal 12,46 Prozent verlor, auch die vorwiegend in Osteuropa tätige österreichische Bank Raiffeisen International verlor unterdurchschnittlich mit -34,68 Prozent.

Für mutige Investoren bieten sich vermeintlich günstige Einstiegskurse

Bankentitel, insbesondere Einzelaktieninvestments, sollten von defensiven Anlegern nach wie vor eher mit Vorsicht betrachtet werden. Inzwischen dürften jedoch zahlreiche Negativmeldungen und Befürchtungen hinsichtlich eines möglichen Zahlungsausfalls Griechenlands eingepreist sein, so dass es sich für Anleger mit etwas Mut lohnen kann, wieder in Finanztitel zu investieren. Die breite Diversifizierung reduziert das Einzelaktienrisiko.

ETFs auf den Euro STOXX Banks Index:

iShares Euro STOXX Banks (628930)
Ausschüttungsart: auschüttend
Abbildungsmethode: vollständig replizierend
Gesamtkostenquote: 0,50 Prozent

Source Euro STOXX Optimised Banks (A1JFG7)
Ausschüttungsart: thesaurierend
Abbildungsmethode: Swap
Gesamtkostenquote: 0,30 Prozent

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.