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Bei Branchen-ETFs auf das Timing achten

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Die Performance in den einzelnen Branchen fiel in den letzten Monaten sehr unterschiedlich aus. Wo könnte ein Einstieg lohnen und wo lauern Korrekturrisiken?

Analysten streiten sich derzeit darüber, wie der seit März anhaltende Börsenaufschwung zu bewerten ist. Die einen raten zum Einstieg, die anderen warnen vor erhöhten Rückschlagsgefahren. In diesem Spannungsfeld macht eine Branchenanalyse Sinn, da nicht jeder Sektor seit der Trendwende im Frühjahr gleich gut gelaufen ist. Folglich ist auch die Gefahr einer Korrektur in bestimmten Branchen höher. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Bereiche, die noch Luft nach oben haben.

Autos droht Vollbremsung

Zur Gruppe der gefährdeten Sektoren gehören Automobilaktien. So hat das Branchenbarometer DJ Stoxx 600 Automobile Index in Autoschildden vergangenen drei Monaten rund 40 Prozent hinzugewonnen und damit die Benchmark DJ Stoxx 600 Index um mehr als 15 Prozentpunkte abgehängt. Die Rallye ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass sich die von strukturellen Überkapazitäten geplagte Autoindustrie in der schwersten Krise seit den frühen 90er-Jahren befindet. Zwar stimulieren staatliche Programme (Stichwort Abwrackprämie) die Nachfrage. Diese könnten sich jedoch als Bumerang erweisen, da nach Auslaufen der Stützungspakete ein ruckartiger Absatzeinbruch zu befürchten ist. Entsprechend negativ wird der Autosektor von Analysten bewertet. Im Konsens wird kaum ein Titel als kaufenswert erachtet.

Korrektur bei Banktiteln

Ebenfalls auf dünnem Eis bewegen sich Bankaktien. Der Branchenindex DJ Stoxx 600 Banks hat sich seit seinem Tief Anfang März schon mehr als verdoppelt. Zwar gab es in der Berichtssaison für das erste Quartal einige Lichtblicke, wie zum Beispiel den Milliardengewinn der Deutschen Bank, doch insgesamt bleibt das Umfeld für die Geldhäuser weiterhin herausfordernd. Insbesondere die dünnen Eigenkapitaldecken zahlreicher Institute bereiten den Analysten Sorgen, zumal aufgrund des Konjunkturabschwungs im zweiten Halbjahr mit einem deutlichen Anstieg der Risikovorsorge für Kreditabschreibungen zu rechnen ist.

Vom Kursrückgang profitieren

Das aktuelle Kursniveau bei Bankaktien reflektiere bereits viel Hoffnung auf ein Ende der Finanzkrise und eine Konjunkturerholung, sagt Olaf Kayser, Bankanalyst bei der LBBW. Diese Hoffnung sei jedoch verfrüht. Mit dieser Meinung steht er nicht allein da, die meisten Experten erwarten bei Finanzwerten eine Kurskorrektur. Für Anleger ergeben sich aus einem solchen Szenario zwei Handlungsalternativen. Die erste heißt: Abbau von bestehenden Positionen im diesem Sektor. Die zweite Möglichkeit besteht darin, kurzfristig auf fallende Kurse zu spekulieren. Etwa mit einem von db x-trackers angebotenen Short-ETF auf den DJ Stoxx Banks Short Index (ISIN: LU0322249037).

Pharma mit Nachholpotenzial

Wo Schatten ist, muss auch Licht sein. Und tatsächlich gibt es Sektoren, denen Aktienexperten deutliches Nachholpotenzial Pharmazutrauen. So hat die Pharmabranche in Gestalt des DJ Stoxx 600 Health Care Index mit einem mageren Plus von fünf Prozent in den vergangenen drei Monaten kaum vom Börsenaufschwung profi tiert. Diese Underperformance halten viele Experten für nicht gerechtfertigt. Etwa die Analysten von Morgan Stanley. Sie haben den europäischen Pharmasektor von „inline“ auf „attractive“ hochgestuft. Die Branche, so das US-Institut, werde bis zum Jahr 2015 mit einer besseren Gewinntransparenz und stabilen Wachstumsaussichten aufwarten. Andere Branchenkenner verweisen auf die vergleichsweise niedrigen Kurs- Gewinn- und Kurs-Buchwert-Verhältnisse von Pharma-Aktien.

Rohstoff-Aktien mit Chancen

Vergleichsweise attraktiv erscheinen derzeit auch Investments in Rohstoff- Titel. Der Ölpreis hat sich von seinem Einbruch gut erholt und könnte noch weiter steigen, wovon die Öl-Multis profitieren werden. Aber auch Industriemetalle sind wieder auf dem Weg nach oben, was vor allem an der gigantischen Nachfrage aus China liegt. Für das Reich der Mitte ist der Kauf von Rohstoffreserven in Übersee anscheinend zum politischen Programm geworden. Die Unternehmensberatung Deloitte Touche Tohmatsu rechnet damit, dass Peking in den kommenden acht Jahren dafür mehr als 500 Milliarden Dollar ausgeben wird. Mit ETFs lassen sich sowohl Rohstoff-Aktien als auch Pharma-Werte bequem, kostengünstig und im Paket ins Depot holen.

Trendfolgesystem für Branchen

Die unterschiedlichen Entwicklungen von einzelnen Branchen macht sich die Münchner AVANA Invest zu Nutze. Der soeben aufgelegte AVANA IndexTrend Europa Dynamic (ISIN: DE000A0RHDB9) investiert auf Basis der einzelnen Branchen des DJ Stoxx 600 und des Marktbreiten-Index DJ Stoxx 600. Im Mittelpunkt steht ein regelbasierter Investmentprozess.

Das AVANA Trendfolgesystem, dessen Anwendung ein striktes Risikomanagement ermöglicht, versucht durch die Identifikation und die Ausnutzung von Trendbewegungen eindeutige Kauf und Verkaufssignale abzuleiten. Der Investitionsgrad der zulässigen Vermögensgegenstände wird aktiv gesteuert und kann zwischen 0 % und 100 % variieren. Bei Verkaufssignalen investiert das Portfoliomanagement konsequent in den Geldmarkt. Anlageziel ist die Erwirtschaftung einer positiven absoluten Rendite, unabhängig von der Benchmarkentwicklung. Durch den Einsatz von Short-ETFs kann auch in Baisse- Phasen eine positive Performance erzielt werden.

Da der AVANA IndexTrend Europa Dynamic gerade erst aufgelegt wurde, liegen noch keine realen Performancezahlen vor. In der Rückrechnung konnte die Strategie mit einer jährlichen Rendite von 14,8 % seit 1.10.1996 überzeugen. Diese liegt deutlich über der Entwicklung des DJ Stoxx 600 mit 4,4 % p.a.

Fazit

Intelligentes Branchen-Hopping macht durchaus Sinn. Dafür müssen Anleger allerdings immer am Ball bleiben oder auf erfolgreiche Anlagekonzepte ausweichen.

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