Start ETF-News Beliebtheit von Smart-Beta-Strategien nimmt zu

Beliebtheit von Smart-Beta-Strategien nimmt zu

411

Eine neue PowerShares-Studie zeigt: Der Portfolioanteil von Smart-Beta-Strategien soll in in den nächsten drei Jahren von derzeit neun auf 16 Prozent steigen.

Smart-Beta-Strategien erfreuen sich unter europäischen Investoren zunehmender Beliebtheit. 69 Prozent der Nutzer, die bereits in Smart-Beta-Strategien investieren, wollen ihre Allokationen in den nächsten drei Jahren weiter ausbauen, so das Ergebnis einer neuen von Invesco PowerShares in Auftrag gegebenen Befragung. Für die Studie mit dem Titel „The Emergence of a New Era in Index Investing“ („An der Schwelle zu einer neuen Ära der Indexanlage“) befragte das unabhängige Unternehmen CoreData Nutzer und Nichtnutzer von Smart-Beta-Strategien in der Schweiz, Italien, Deutschland und Großbritannien, um die Treiber und Herausforderungen von Smart-Beta-Ansätzen zu identifizieren und ihre Umsetzung sowie das Potenzial für eine größere Marktdurchdringung in der Zukunft zu beleuchteni. Demnach werden Smart-Beta-Ansätze weiter an Bedeutung gewinnen. Unter anderem meinten 60 Prozent der Nutzer, dass sich Smart-Beta-Strategien in den nächsten Jahren zu einer geläufigen Anlagestrategie entwickeln werden.

Wie die Studie zeigt, sind Smart-Beta-Ansätze bei Vermögensverwaltern und Finanzberatern zunehmend gefragt und entwickeln sich zu einem festen Bestandteil von Anlageportfolios. Im Schnitt beträgt der Portfolioanteil von Smart-Beta-Strategien aktuell neun Prozent. Von denjenigen, die Smart-Beta-Ansätze nutzen, geben 91 Prozent an, dass diese ihre Erwartungen erfüllt haben. 78 Prozent empfehlen den Smart-Beta-Ansatz ihren Kunden und Kollegen oder anderen Investmentprofis.

Als wichtigsten Grund für eine Anlage in Smart Beta nennen die Befragten ihre Überzeugung von den Vorteilender ausgewählten Strategie. An zweiter Stelle folgt die nötige Diversifikation. Insbesondere in Großbritannien spielen aber auch Kostenerwägungen eine wichtige Rolle – und eine größere als in Kontinentaleuropa, was an den Vorgaben der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA zur Transparenz von Gebühren und Kosten liegen könnte.

Hinter der aktuellen Nachfrage stehen aber vor allem die Bedarfsschätzungen und Empfehlungen der Investmentprofis und weniger die Nachfrage auf Endkundenseite. Vermögensverwalter und Finanzberater begründen ihre Empfehlung für Smart Beta ihren Kunden gegenüber mit verschiedenen Argumenten, vor allem aber mit der potenziellen Realisierung bestimmter Anlageziele und mit Kostenfaktoren.

Bryon Lake, Head of Invesco PowerShares EMEA, kommentierte: „Die Ergebnisse der diesjährigen Befragung bestätigen unsere Einschätzung einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der faktorbasierten Indexanlage in Europa. Bei einigen Unterschieden zwischen den Märkten wurden drei große Themen deutlich. Erstens wird die faktorbasierte Indexanlage als eine mögliche Lösung betrachtet, die den Bedürfnissen der Investmentbranche gerecht wird. Unsere Analysen zeigen, dass die Ergebniserwartung wichtig ist. Die zunehmende Offenheit von Vermögensverwaltern und Finanzberatern für Smart-Beta-Strategien ist darauf zurückzuführen, dass diese Strategien gut auf bestimmte Anlageziele abgestimmte Ergebnisse erzielen können.

„Zweitens gibt es viele Möglichkeiten für die Integration von Smart-Beta-Strategien in Portfolios – als Ergänzung bestehender passiver und aktiver Strategien oder zunehmend auch als alternatives Anlageinstrument, das diese Strategien ersetzen kann. Damit könnte Smart Beta eine neue Ära der Indexanlage einläuten. Und schließlich nutzen die Investmentprofis faktorbasierte Strategien nicht nur selbst, sondern empfehlen sie auch weiter, an Kunden und andere Anbieter in der Branche.“

Wie die Studie zeigt, dienen traditionelle Indexanlagen vielen Smart-Beta-Nutzern als „Sprungbrett zu Smart Beta“. So haben 63 Prozent der Smart-Beta-Nutzer mit marktkapitalisierungsgewichteten Indizes begonnen. Umgesetzt wird der Smart-Beta-Ansatz mit unterschiedlichen Strategien. Eine beliebte Methode, auf die 75 Prozent der Nutzer setzen, ist die Integration von Smart-Beta-Investments in ihre taktische oder strategische Allokation (oder beide). Jeweils 42 Prozent der Nutzer integrieren Smart Beta entweder in ihre rein taktische oder ihre rein strategische Allokation. Eine weitere Methode ist der von 45 Prozent der Nutzer verwendete Core-Satellite-Ansatz, wobei allerdings verschiedene Anlagestrukturen und Smart-Beta-Strategien gleichzeitig zum Einsatz kommen können.

Die Nichtnutzer von Smart Beta lassen sich grob in drei Gruppen einteilen: diejenigen, die nicht in Smart Beta investieren, weil sie zu wenig über diesen Ansatz wissen (52 Prozent der Nichtnutzer geben an, dass ihnen die Vorzüge von Smart-Beta-Strategien nicht ganz klar sind), diejenigen, die Beschränkungen durch den Anlageansatz ihrer Organisation unterliegen (32 Prozent), und grundsätzliche Befürworter des Asset Management (83 Prozent).

Die Befragung verdeutlicht einige einzigartige Herausforderungen, mit denen sich neue Nutzer von Smart-Beta-Strategien konfrontiert sehen. Nach Angaben der Befragten besteht die größte Herausforderung darin zu verstehen, wie sich eine Strategie auf die Gewichtung bestimmter Faktoren, Anlageklassen oder Regionen auswirkt. Die meisten Investoren halten diese Problematik aber für überschaubar. Nachdem sie einmal von den Vorteilen der ausgewählten Strategien überzeugt waren, begannen die Nutzer abhängig von ihren Anforderungen und Anlagezielen mit einer oder mehreren Strategien gleichzeitig. Auf eine einzelne Strategie setzten 69 Prozent der Nutzer, auf mehrere 31 Prozent. Am beliebtesten waren Low-Volatility-Strategien (46 Prozent der Nutzer entschieden sich für diesen Ansatz), Dividendenstrategien (44 Prozent) und fundamental gewichtete Strategien (40 Prozent).

Wie die Untersuchung zeigt, ist das Interesse an Smart Beta in den verschiedenen europäischen Märkten sehr unterschiedlich ausgeprägt. In Deutschland gaben 83 Prozent der Nutzer an, dass sie ihre Smart-Beta-Allokationen in den nächsten drei Jahren weiter ausbauen würden. In Großbritannien waren es 64 Prozent der Befragten und in der Schweiz 69 Prozent. In Italien gehen dagegen nur 59 Prozent der Nutzer davon aus, dass sich ihre Smart-Beta-Allokation künftig erhöhen wird. Der zunächst einstellige prozentuale Anteil von Smart-Beta-Strategien an den Portfolios ist zwar gestiegen, aber nicht in sehr bedeutendem Umfang, da viele Nutzer erst seit kurzem in Smart Beta investieren. Innerhalb der nächsten drei Jahre rechnen die Nutzer aber mit einem deutlichen Anstieg: von 12 Prozent des Gesamtportfolios auf 20 Prozent in Großbritannien, von 10 auf 19 Prozent in Deutschland, von 7 auf 12 Prozent in der Schweiz und von 8 auf 14 Prozent in Italien.

TEILEN
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.