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Bitcoin oder Shitcoin?

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Die Ruhe nach dem Sturm: Der Kurs der virtuellen Währung Bitcoin ist infolge diverser Skandale nach unten gerauscht.

Bitcoin-Händler mussten aufgeben oder wurden Opfer von Online-Banditen und verloren viel Geld. Jetzt ist es still geworden. Das ist eine echte Chance für einen Neuanfang – oder Ausdruck eines schleichenden Todes.

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Uwe Zimmer

Meridio Vermögens-verwaltung AG

 

Es ist derzeit wohl nicht sehr vergnüglich, Chef einer der Handelsplattformen für Bitcoins oder ein anderer Teilnehmer in diesem Markt zu sein. Immer noch schlägt vielen der Generalverdacht entgegen, dass das ganze Geschäft nicht seriös sei, dass es sich um eine spinnerte Idee eines spinnerten Programmierers handelt, dass sich nur Verbrecher des Cyber-Geldes bedienen, um ihre Spuren zu verwischen und dass Privatanleger doch nur abgezockt werden.

Die Skandale der vergangenen Jahre haben dazu beigetragen, solche Urteile zu verfestigen. Und ganz unbegründet waren die Vorbehalte ja auch nicht. Das allerdings ist bei den Bitcoins nicht anders als in anderen unregulierten oder nur wenig regulierten Märkten. Der einzelne Anleger war und ist hier gefragt, seinen gesunden Menschenverstand einzusetzen und etwa nicht blindlings auf die erstbeste Plattform zu gehen, echte Euros zu überweisen und darauf zu hoffen, dass dafür Bitcoins kommen.

Bei aller Kritik: Es hat sich bereits eine ganze Reihe von Dienstleistern rund um die Bitcoins etabliert. Zudem wird die virtuelle Währung von einer steigenden Zahl von Händlern akzeptiert. In Asien, vor allem in Südkorea, gewinnen Bitcoin-Zahlungen tatsächlich Marktanteile. Zudem arbeiten immer mehr Unternehmen an Verschlüsselungssystemen, einige der neu gegründeten Fin-Techs weltweit nennen Bitcoin als Depotwährung.

Dem Kurs haben die Skandale allerdings heftig wehgetan. Auf der Spitze des Hypes wurden pro Bitcoin mehr als 1.200 Dollar bezahlt. Derzeit liegt der Kurs bei etwa 220 Dollar, ein steiler Absturz also. Dieser bietet allerdings die Chance, dass ein großer Teil der Spekulanten jetzt aus dem Markt geht. Denn natürlich war der Kurs des Bitcoin angeheizt worden von Menschen, die das schnelle Geld machen wollten. Für die Bitcoins also keine Währung, sondern eine Anlageklasse wie etwa das Gold waren. Jetzt besteht die Chance, dass die Funktion der Bitcoins wieder mehr als Zahlungsmittel gesehen werden denn als Anlageklasse und Spekulationsobjekt. Wenn das passiert, könnte hier eine wirkliche Alternative zu den Landeswährungen entstehen.

Möglich ist es aber auch noch immer, dass Bitcoins so viel Vertrauen verspielt haben, dass der Kursverfall einfach nur das sinkende Interesse an dem Experiment zum Ausdruck bringt: Keiner will mehr Bitcoins haben, der Kurs sinkt. Das wäre schade, damit würde sich der Ausflug Bitcoin aber nur einreihen in viele andere gescheiterte Versuche, die Herrschaft der Massen des Netzes gegen die Monopole der Staaten durchzusetzen.

Sollte es aber zu weiteren Skandalen kommen, sollten zwielichtige Gestalten die Herrschaft über die Bitcoins an sich reißen, Anleger oder Bitcoin-Bezahler betrogen und abgezockt werden, dann könnte das Ende sehr schnell kommen. Aus Bitcoin wird Shitcoin und das braucht dann niemand mehr.

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