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Bitcoin: Tag der Entscheidung für die Kryptowährung

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Bitcoin: Tag der Entscheidung für die Kryptowährung

Die Entscheidung der US-Börsenaufsicht SEC, ob es den weltweit ersten ETF auf Bitcoin geben wird, wird morgen am 11. März erwartet. Ein Meilenstein in der kurzen Geschichte der Kryptowährung!

Die Geschichte beginnt vor ca. zweieinhalb Jahren, damit das die Brüder Tyler und Cameron Winklevoss, die vor allem durch die rechtlichen Auseinandersetzungen rund um die Gründung von Facebook Inc. Bekanntheit erlangten, bei der „Securities and Exchange Commission“ (SEC) beantragten einen Bitcoin-ETF anbieten zu dürfen. Eine positive Entscheidung würde den Weg für den ETF der Winkelvoss Brüder, genannt Winklevoss Bitcoin Trust ETF, ebenen.

 

Für Szenekenner würde diese Entscheidung einer offiziellen Legitimation der Kryptowährung Bitcoin gleichkommen.

Lange Zeit nutzten nur außerordentlich technik- bzw. computeraffine „Early-Adopter“ diese neuartige digitale Währung. Heute sind die seit 2008 existierenden Bitcoins, der breiten Masse vor allem durch negative Schlagzeilen in den Medien bekannt. Aber was genau sind eigentlich Bitcoins und wie funktionieren sie?

Was sind Bitcoin und wie entstehen sie?

Simpel formuliert sind Bitcoins Einheiten einer digitalen Währung oder einer sog. Kryptowährung.

Bitcoins entstehen durch das sog. Mining (dt: Schürfen). In diesem komplizierten und rechenintensiven Prozess werden sog. Blöcke erzeugt. Durch neu erzeugte Blöcke werden wiederum neue Bitcoins ausgegeben.

Diese Blöcke entstehen durch das Lösen einer kryptographischen Aufgabe. Die Schwierigkeit dieser Aufgabe wird dynamisch so geregelt, dass im Mittel alle zehn Minuten ein neuer Block erzeugt wird. Mit steigender Rechenleistung des Netzwerks wird also auch das Lösen der Aufgabe immer aufwendiger. Denn Die Wahrscheinlichkeit eines Teilnehmers, die richtige Lösung zu finden, ist proportional zu der eingesetzten Rechenleistung.

Alle zwei Wochen wird der Schwierigkeitsgrad des Minings an die aktuelle Rechenleistung des gesamten Systems angepasst, um so zu garantieren, dass weiterhin im Durchschnitt alle zehn Minuten eine neue Lösung gefunden wird.

Dieser Vorgang ist bewusst sehr rechenintensiv, im Gegenzug erhält derjenige der einen gültigen Block erzeugt, sozusagen als Aufwandsentschädigung oder Belohnung die dadurch geschöpften Bitcoins.

Die Blockchain

Diese neu erzeugten Blöcke werden anschließend der sog. Blockchain hinzugefügt. Die Blockchain ist eine Datenbank die wie eine Art Verzeichnis funktioniert, indem alle Geschäftsvorfälle, also in diesem Fall alle Bitcoin-Transaktionen, verzeichnet werden.

Diese enthält eine fest integrierte Liste von Blöcken aus der Vergangenheit. Informationen über die Anzahl und Reihenfolge der bereits in der Vergangenheit geschaffenen Blöcke und damit folglich auch alle dadurch entstandenen Bitcoin. Diese Informationen befinden sich auch in jedem neu erzeugten Block.

Diese Blockchain wird redundant und dezentral auf allen Bitcoin-Nodes gespeichert, verwaltet und laufend über das Bitcoin-Netzwerk aktualisiert. Damit ist das nachträgliche Modifizieren vorangegangener Blöcke bzw. Transaktionen praktisch ausgeschlossen.

Wie kann man Bitcoins nutzen?

Das Bitcoin Zahlungssystem besteht einerseits aus einer Geldeinheit, den Bitcoins, welche dezentral mit Hilfe einer Datenbank verwaltet wird und die durch eine Software geschaffen wird. Die einzige Bedingung für die Teilnahme an diesem System ist entweder ein sog. Bitcoin-Client oder die Nutzung der Services eines Online-Dienstleisters.

Um Bitcoins nutzen zu können sind folgende Bestandteile essentiell: Eine Bitcoin-Wallet-Software mit Internetverbindung, die als eine Art virtueller Geldbeutel funktioniert in dem sich die Bitcoins befinden. Da Bitcoins jedoch nur innerhalb der Blockchain existieren und transferiert werden können, ist das Wallet eher vergleichbar mit einer EC-Karte, die bestimmte Daten enthält, mit denen der Kunde Zahlungen tätigen kann, selbst aber kein Geld enthält. Darüber hinaus kann der Nutzer damit nachweisen Ihm eine bestimmte Anzahl an Bitcoins gehören und er diese nutzen darf. Diese Bitcoin-Wallets gibt es als Desktop-Anwendungen oder als Webanwendungen.

Bitcoins kann man Empfangen und Überweisen, Tauschen oder damit Einkaufen. Restaurants, Vermieter und Teilweise sogar Behörden erlauben die Zahlung mit der Kryptowährung. Vereinzelt gibt es auch schon Bitcoin-Geldautomaten bei denen mit Bargeld Bitcoins gezogen werden können, die dann unmittelbar auf ein Wallet überwiesen werden. Die Akzeptanz-und Anwendungsmöglichkeiten steigen beinahe täglich. Informationen zu Bitcoinanwendungsmöglichkeiten in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Zusammenfassen lässt sich feststellen, dass das „System-Bitcoin“ zwar einerseits sehr komplex zu verstehen ist, es andererseits aber mit ein wenig Übung leicht benutzt werden kann.

Die Vorteile von Bitcoins

Das ganze Konzept Bitcoin ist für viele Ottonormalverbraucher erst einmal ungewohnt und auf den ersten Blick auch sehr kompliziert. Was also bewegt immer mehr Menschen dazu diese neue Währung zu nutzen? Wir stellen Ihnen kurz die Vor-und Nachteile der Kryptowährung vor:

  1. Bitcoins sind ein dezentrales Zahlungsmittel, das weltweit eingesetzt werden kann. Es kann theoretisch von jedem beliebigen Rechner mit einer Internetverbindung genutzt werden. Das ist besonders dann attraktiv, wenn Währungen bestimmten Restriktionen unterliegen, der Handel oder Tausch nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen möglich sind.
  2. Da bei einer Bitcoin-Transaktion weder IP-Adressen, Namen, Adressen etc. einer Person zugeordnet werden können, bietet diese Art des Zahlungsverkehrs, einen besseren Schutz der Privatsphäre als die meisten herkömmlichen Zahlungsmethoden. Diese Anonymität ist aber, entgegen der landläufigen Meinung, durchaus begrenzt. Vor allem gegen nachrichtendienstliche und polizeiliche Informationsgewinnungsmethoden bietet dieses System keine nachhaltige Absicherung. Darüber hinaus werden grundsätzlich alle Transaktionen zwischen zwei Adressen in der Blockchain protokolliert und so dauerhaft im gesamten Netzwerk gespeichert.
  3. Das System ist benutzerfreundlich und einfach anzuwenden, denn der Kauf von Bitcoins läuft per Überweisung an einer Tauschbörse ab. Viel mehr braucht ein Nutzer nicht zu tun und im Internet gibt es eine große und aktive Nutzer-Community, die mit Tutorials, Blogs und Themenseiten mit Rat und Tat beiseite steht.
  4. Bitcoins sind fälschungssicher. Der Quellcode der Bitcoins ist eine Open-Source Software die von Jedem jederzeit einsehbar ist. Alle Transaktionen werden öffentlich in der Blockchain gespeichert und der Besitz von Bitcoins durch private Schlüssel nachgewiesen, die ausschließlich dem Besitzer zugänglich sind. Jeder Bitcoin hat einen eigenen „Hash-Wert“, in diesem sind alle bisherigen Transaktionen gespeichert. Das ganze Netzwerk beteiligt sich also theoretisch an der Verifizierung einer Überweisung.
  5. Das Kopieren eines Bitcoins ist mit einer zeit- und rechenaufwendigen Verschlüsselungstechnik, die jedes Kopieren unmöglich macht geschützt. Denn der Rechenaufwand und die Rechendauer die nötig sind um einen Bitcoin zu kopieren ist um ein vielfaches länger und verlangt mehr Rechenleistung als das Farming der Bitcoins.
  6. Überweisungen sind mit Bitcoins günstig, da diese nur von Person zu Person transferiert werden. Dadurch fallen bei Transaktionen mit Bitcoins keine bzw. nur sehr niedrige Transaktionsgebühren an.
  7. Das Bitcoin-System ist durch das fehlertolerante dezentrale Peer-to-Peer Konzept praktisch unangreifbar.
  8. Überweisungen inklusive der Überprüfung und Validierung der transferierten Bitcoins durch das Netzwerk erfolgt innerhalb von wenigen Minuten bis Stunden. Das von jedem Ort auf der Welt aus möglich. Damit sind Überweisungen, vor allem ins Ausland, deutlich schneller abgeschlossen.
  9. Bitcoins sind auf maximal 21 Millionen Stück begrenzt sind. Dadurch nicht inflationierbar.

Die Nachteile von Bitcoins

  1. Bei Bitcoins fallen grundsätzlich Transaktionskosten an. Diese werden erhoben um den am Mining beteiligten Teilnehmern eine Belohnung für das Abwickeln der Transaktion zukommen zu lassen. Diese Gebühren fungieren darüber hinaus auch der Sicherheit des Netzwerkes, da so eine absichtliche Überlastung erschwert werden soll. Die Kosten betragen derzeitig ca. 0,00001 Bitcoins pro Transaktion.
  2. Die Bitcoin-Software ist Open-Source d.h. diese wird nach wie vor weiterentwickelt und verändert.
  3. Noch sind die Akzeptanz und die Anwendungsmöglichkeiten relativ gering, steigen aber stetig an.
  4. Wenn eine Nation den Handel mit Bitcoins für Banken verbieten sollte, kann es stark negative Auswirkungen auf den Bitcoinwert haben, da diese dann nur noch auf digitalen Märkten wie z. B. Silkroad gehandelt und getauscht werden können.
  5. Wer Bitcoins besitzt, muss sie in der Regel auf dem eigenen Computer aufbewahren. Dafür benötigt man einen virenfreien PC und einige andere Sicherungsmaßnahmen um zu verhindern das die Bitcoins entwendet werden können.
  6. Der Wert der Bitcoins ist sehr volatil.

Alles in allem sind Bitcoins eine spannende technologische Neuerung die viele Vorteile bieten und in zukünftig sicher noch mehr an Bedeutung gewinnen werden. Der mögliche Winklevoss Bitcoin-ETF könnte zu einer Legitimation und Stabilisierung des Bitcoin-Geldsystems führen, wie die ARD berichtete.

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Maximilian Stratz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Seit 2016 ist Maximilian Stratz im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.