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Branchen-ETFs: Die Defensive stärken

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Aufgrund der eingetrübten Konjunkturperspektiven rücken defensive Aktien wieder in den Blickpunkt. Mit Branchen-ETFs gezielt investieren.

Die Kredit- und Bankenkrise hält die Märkte in Bann. Die Konjunktursorgen haben weiter zugenommen. In Zeiten wie diesen sind defensive Aktien gefragt. Denn wenn die Wirtschaft einen Schwächeanfall erleidet, dann beweisen sie zumeist relative Stärke. Das heißt, sie schlagen sich besser als der Gesamtmarkt. Der Grund: Die Unternehmen sind in konjunkturunabhängigen Branchen tätig. Ihre Produkte und Dienstleistungen werden losgelöst vom Wirtschaftszyklus nachgefragt, da sie die Grundbedürfnisse einer Gesellschaft abdecken.

Defensivkünstler gefragt

Zu den klassischen defensiven Branchen zählen insbesondere der Gesundheitssektor, der Lebensmittelbereich sowie die Energieversorgung. Wer spart schon an Medikamenten, wenn man krank ist. Auch auf Grundnahrungsmittel kann man schlecht verzichten. Und nur die wenigsten Menschen werden den Fernseher abschalten, um Strom zu sparen. Manche Analysten zählen auch die Telekommunikation zu den nichtzyklischen Sektoren, weil Telefon- und Internetdienste mittlerweile als elementare Bedürfnisse betrachtet werden.

Auf den Konjunkturzyklus achten

An der Börse spielt die Unterscheidung zwischen defensiven Aktien und zyklischen Titeln eine wichtige Rolle: Denn brummt die Wirtschaft sind konjunkturabhängige (zyklische) Aktien gefragt. Die Unternehmen erhalten dann mehr Aufträge. Dies trifft beispielsweise auf die Branchen Automobil, Maschinenbau und Informationstechnologien zu. Dagegen gelten defensive Titel bei Hochkonjunktur als unattraktiv, da sie von einem Wirtschaftsaufschwung nur begrenzt profitierten. Zum Beispiel wird die Nachfrage nach Medikamenten trotz eines höheren Einkommens tendenziell konstant bleiben. Bei Konjunkturflaute hingegen sorgt der defensive Charakter für stabile Umsätze und Cash-Flows. Das ist ein wichtiger Punkt. Denn während zyklische Titel bei abnehmender Wirtschaftsdynamik häufig unter Umsatzeinbußen, Gewinnwarnungen und Herabstufungen leiden, ist man bei defensiven Aktien vor solchen bösen Überraschungen besser geschützt.

Besser als der Markt

Ein Blick auf die Kursentwicklung der vergangenen sechs Monate bestätigt die relative Stärke defensiver Werte. Während der Gesamtmarkt in Gestalt des DJ STOXX 50 seither rund 15 Prozent verloren hat, notiert der DJ STOXX Food & Beverages Index, der die wichtigsten Nahrungsmittelkonzerne Europas enthält, lediglich fünf Prozent im Minus. Sogar einige Prozentpunkte zulegen konnte der DJ STOXX Health Care Index, der den europäischen Pharma- und Biotechnologiesektor abbildet. Ebenfalls besser als der Markt, wenn auch nur knapp, entwickelten sich die Versorger (DJ STOXX Utilities) und der Telecom- Sektor (DJ STOXX Telecommunication).

Abwehrspezialisten im Paket

Mit ETFs lässt sich kostengünstig, bequem und breit diversifiziert in defensive Branchen investieren. Sie eignen sich für Anleger, die damit rechnen, dass sich die Weltwirtschaft weiter abkühlen wird. Als attraktive Referenzindizes gelten die zuvor erwähnten STOXX Branchenbarometer, in denen nur europäische Aktien enthalten sind (siehe Tabelle). Natürlich gibt es auch bei defensiven Aktien keine Erfolgsgarantie. Aber wie heißt es so schön: Ein Portfolio ist wie eine Fußballmannschaft. Um erfolgreich zu sein, braucht man nicht nur gute Stürmer, sondern auch eine starke Verteidigung.

Konjunktursorgen

Volkswirte rechnen damit, dass sich die Konjunktur weiter abkühlen wird. In solchen Phasen beweisen defensive Branchen relative Stärke. Mit ETFs lässt sich in diese Sektoren kostengünstügig investieren.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.
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