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Chile – die verkannte Nummer eins

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Eine positive wirtschaftliche Entwicklung sorgte zuletzt für einen rasanten Anstieg an der chilenischen Börse. Mit einem neuen Indexfonds der Credit Suisse können Anleger nun erstmals in diesen aussichtsreichen Aktienmarkt investieren.

Zuletzt überschattete die Tragödie der verschütteten Bergarbeiter die Berichterstattung über Chile. Nach der gelungenen Rettungsaktion dürfte Chile in nächster Zeit wohl wieder mit positiven Wirtschaftsdaten glänzen.

Hohes Wachstum

Chile ist eines der interessantesten Anlageziele Lateinamerikas und lockt mit hervorragenden Wirtschaftsdaten. Die Staatsverschuldung ist niedrig und beträgt lediglich 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), zudem wird für 2010 ein WIrtschaftswachstum von rund 4 Prozent erwartet. Chile ist reich an Rohstoffen und verfügt über die weltweit größten Kupfervorkommen. Mit einem Marktanteil von 40 Prozent ist Chile auch der größte Produzent des „Zukunftsrohstoffs“ Lithium, der hauptsächlich in den immer wichtiger werdenden Lithium-Ionen-Batterien verwendet wird und somit vom gesamten Spektrum der wachsenden Elektroindustrie profitiert. Schon heute ist Chile insgesamt das exportstärkste Land in Lateinamerika.

Starke Binnennachfrage

Die Exportstärke des Landes verblüfft in Anbetracht der reichen Rohstoffvorkommen nicht. Doch bedeutet Chiles Exportstärke zugleich auch eine gewisse Exportabhängigkeit. So brachen im Krisenjahr 2009 die Exporte zwar um 20 Prozent ein. Dennoch wurde Chile bei weitem nicht so stark von den Folgen der Krise getroffen wie die westlichen Industriestaaten. Zum einen ist ein Großteil der Wirtschaft weiterhin lokal verankert, so dass Chile auf konstante inländische Umsätze zählen kann. Zum anderen fiel die Nachfrageeinbuße des Hauptexportguts Kupfer, getragen vom chinesischen Rohstoffhunger, vergleichsweise milde aus.

Positive Struktur

Zudem wird die wirtschaftliche Entwicklung des Landes – auf lange Sicht – durch die positive demografische Struktur stabilisiert. Wie in gesamt Lateinamerika sind circa 30 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre alt. Damit kann Chile auf einen Pool von Nachwuchskräften zählen und damit auch auf eine wachsende, konsumfreudige Mittelschicht. Schon heute zählt Chile, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen in USD, zum kaufkräftigsten lateinamerikanischen Land.

Hohe Bewertung

Allerdings ist die Anlage in chilenische Aktien nicht unproblematisch. Die chilenischen Aktienmärkte sind dominiert von inländischen Pensionsfonds, die wiederum die Kurse der Wertpapiere in die Höhe treiben. Daher sind die Aktienmärkte in Chile bereits mit dem 17-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Im Vergleich liegen DAX-Werte derzeit bei zehn. Dies mag einer der Hauptgründe sein, warum Chile, im Vergleich zum brasilianischen Nachbarn, weitaus weniger Aufmerksamkeit erfährt.

Aussichtsreicher Markt

Dennoch ist eine Investition in Chile lohnenswert. Betrachtet man die soliden Fundamentaldaten des Landes, ist davon auszugehen, dass die chilenischen Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen werden. Kurzfristig dürfte, begünstigt durch aktuell hohe Kupferpreise, die chilenische Wirtschaft zusätzlichen Schub erfahren. Auch stehen nach den verheerenden Erdbeben im Februar 2010 zahlreiche staatliche Großinvestitionen in Infrastruktur und Immobilienprojekte an, was die Wirtschaftsleistung des Landes in naher Zukunft zusätzlich befeuern dürfte. Es ist daher zu erwarten, dass das ETF-Angebot auf chilenische Werte in der kommenden Zeit weiter ausgeweitet wird.

Credit Suisse ETF

Als derzeit einziger Anbieter bietet die Credit Suisse einen ETF auf den MSCI Chile Index (ISIN: IE00B5NLL897). Der Index bestehend aus 30 Werten, die etwa 85 Prozent der Marktkapitalisierung abdecken. Dabei stellen Versorgungsunternehmen mit 25 Prozent die größte Gruppe dar, Industriewerte und Grundstoffe folgen mit 21 und 19 Prozent. Der ETF wurde als Swap-ETF aufgesetzt und kostet 0,52 Prozent pro Jahr. Die Fondswährung ist US-Dollar.

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