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China in Weltindizes: Signifikante Änderungen in Sicht

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Shanghai neu

Der Indexanbieter MSCI hat die baldige Aufnahme von ADRs in die Indizes MSCI Emerging Markets und MSCI China bestätigt, einschließlich der Aktien von Alibaba und Baidu.

Die Änderungen werden danach in zwei Phasen durchgeführt werden, im ersten Schritt im November 2015 und im zweiten im Mai 2016. Dies erfolgt im Rahmen der halbjährlichen Indexanpassungen. „Auf Basis der aktuellen Informationen erwarten wir, dass 13 von 18 ADRs bereits in diesem Jahr, der Rest dann im kommenden Jahr in den MSCI China und MSCI Emerging Markets aufgenommen werden.“ Diese Unternehmen sollten dann im November 2015 im neuen MSCI China eine Gewichtung von 7,4 Prozent und im Mai 2016 von 13,7 Prozent aufweisen.

ETFs müssen für 6,5 Mrd. US-Dollar ADRs kaufen

Nach Schätzung der Deutschen Bank müssen passive Investments (ETFs und Indexfonds) auf diese beiden Indizes daher Aktien im Wert von rund 6,5 Mrd. US-Dollar – je zur Hälfte im November und Mai – aufwenden. Aktive Fonds würden diesen Schätzungen zufolge im Mai 2016 ADRs im Wert von 56 Mrd. US-Dollar in ihren Depots haben, sofern sie ihre Bestände an der jeweiligen Indexgewichtung ausrichten.

Die ADRs auf die Aktien von Alibaba und Baidu werden nach Meinung der Deutschen Bank die beiden größten Ergänzungen im MSCI China sein, mit Gewichten von rund 4,4 Prozent und 4,2 Prozent Ende Mai 2016. Der Streubesitzfaktor für Alibaba dürfte sich bis dahin zudem signifikant erhöhen auf bis zu 40 Prozent, da Aktien Lock-ups Perioden auslaufen. Sollte dies so eintreffen, könnte sich die Gewichtung der Alibaba Aktie im MSCI China auf 6,8 Prozent im Mai 2016 erhöhen.

Marktturbulenzen verzögern Reformen

Für die Aufnahme von A-Aktien in die entsprechenden Indizes habe China aber noch Fragen der Marktzugänglichkeit, von Einschränkungen bei der Quotenzuteilung, der Kapitalmobilität, sowie dem wirtschaftlichen Eigentum zu klären. „Die jüngsten Marktturbulenzen haben Verzögerungen bei den Reformen verursacht. Darüber hinaus hat die chinesische Regierung eine Reihe von Maßnahmen zur Stabilisierung des Marktes , die Bedenken bei ausländischen institutionellen Investoren verursacht haben, implementiert. Das heißt: Wir erwarten, dass die oben genannten Reformen angekündigt und bald getestet werden, nachdem sich der Markt stabilisiert hat. Sollte dies so über die Bühne gehen, dürfte MSCI wahrscheinlich bereits im kommenden Jahr die Aufnahme von Chinas A- Aktien bekannt geben. Die Index Aufnahme dieser A-Aktien in MSCI Emerging Market Indizes könnte dann bis zu 340 Mrd. US-Dollar Zuflüsse Chinas A- Aktien bringen. Die kurzfristigen Zuflüssen betrügen unter Annahme einer Berücksichtigung der A-Aktien von 10 Prozent in der ersten Stufe, 40 Mrd. US-Dollar“, berichtet die Deutsche Bank.

Die derzeitige Gewichtung im MSCI Emerging Markets beträgt aktuell 23,5 Prozent. „Wir schätzen, dass sich die Gewichtung Chinas bis zum Jahr 2017 auf rund 28,5 Prozent erhöhen wird, von denen dann China A- Aktien 2,2 Prozent und ADRs 3,5 Prozent repräsentieren sollten. Die volle Einbeziehung von China A-Aktien sollten Chinas Gewicht auf 40,5 Prozent erhöhen. Allein 18,5 Prozent entfielen dann auf A-Aktien. Sollten die beiden Länder Südkorea und Taiwan in den Index der entwickelten Industriestaaten aufgenommen werden, erhöhte sich die Gewichtung Chinas auf mehr als 50 Prozent des MSCI Emerging Market Index. Ein Emerging Market Index Ex-China könne dann eine starke Nachfrage bei den Anlegern erzeugen. Auf der anderen Seite können einige große Schwellenländer wie Korea, Taiwan und Indien deutliche Mittelabflüsse in den nächsten Jahren verzeichnen.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.