Vorhang auf nun auch bei FTSE Russell für chinesische A-Aktien in ihren globalen Indizes.

China ist derzeit bemüht, die Öffnung seiner Märkte zu beschleunigen, wie internationale Experten beobachten – vermutlich nicht zuletzt, um negativen Auswirkungen des Handelsstreits mit den USA entgegenzuwirken. Nach dem Vorschlag des Indexanbieters MSCI, das Gewicht der chinesischen A-Aktien im Index deutlich zu erhöhen, hat gestern auch FTSE Russell bekanntgegeben, A-Aktien in seine globalen Indizes aufzunehmen. Somit müssen passive Fonds, die den FTSE All-World und Emerging Markets Indizes abbilden, Yuan-dominierte A-Aktien kaufen, wodurch geschätzt $10 Milliarden in den chinesischen Markt fließen könnten. Begründet hat FTSE Russell diesen Schritt mit den Bemühungen Chinas, internationalen Investoren einen besseren Zugang zum chinesischen Aktienmarkt zu gewähren.

„Trotz derzeitiger Handelssorgen ist China ein langfristiger Megatrend, und Investoren wissen das. Die Entscheidung seitens des Indexanbieters FTSE Russell, chinesische A-Aktien in ihre globalen Benchmarks aufzunehmen, ist nicht zuletzt aufgrund der starken Nachfrage vonseiten internationaler Anleger gefallen. Ausländisches Investment in China nimmt immer mehr zu, und große, institutionelle Investments werden immer üblicher“, so kommentiert Danny Dolan, Managing Director von China Post Global, diesen Schritt.

Diese Aufnahme sei ein weiterer konkreter Schritt in Richtung Integration des chinesischen Aktienmarktes in das globale Finanzsystem, nachdem der Indexanbieter MSCI im Juni dieses Jahres bereits die historische Entscheidung getroffen habe, A-Aktien in ihren Schwellenländerindex aufzunehmen. Die chinesische Regierung habe die Öffnung des chinesischen Marktes noch weiter beschleunigt und Bedenken rund um Kapitalkontrollen, Clearing und Settlement bereinigt und somit sichergestellt, dass die Wichtigkeit Chinas für die Weltwirtschaft nicht mehr ignoriert werden könne.

„Zusammen mit der mit Spannung erwarteten Verbindung der Börsen von Shanghai und London, welche noch bis Jahresende starten könnte, und dem bereits existierenden Zusammenschluss der Börsen in Hong Kong und Shanghai, wird die Aufnahme von A-Aktien in die FTSE Russell Indizes das internationale Investment in China weiter ansteigen lassen“, so Dolan weiter. Viele ausländische Investoren seien jedoch mit dem chinesischen Aktienmarkt nicht ausreichend vertraut. „Deshalb denken wir, dass diversifizierte und innovative China Fonds für einige Strategien eine gute Alternative sein könnten. Passiven Anlegern beispielsweise kann ein selektiver Ansatz wie Smart Beta dabei helfen, Bedenken wie Volatilität oder Verschuldung chinesischer Unternehmen effektiv zu adressieren“.

Weitere Informationen zur Anlageregion China finden Sie in unserem Anlageleitfaden.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.