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Credit Suisse setzt verstärkt auf physische Replikation

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Die „ETF-Landschaft“ entwickelt sich weiter. Da sich das Vermögenswachstum beschleunigt und ETFs vermehrt in den Blickpunkt der Anleger rücken, fordert die Branche mehr Klarheit, Transparenz und eine fundiertere Risikobewertung. Der ETF-Anbieter Credit Suisse hat nun mit verschiedenen Änderungen das Geschäftsmodell angepasst, um diesen Entwicklungen vollumfänglich Rechnung zu tragen. Im Mittelpunkt steht dabei nach Angaben der Gesellschaft der kontinuierliche Fokus auf physische Replikation. „Denn hierdurch haben wir uns in Europa zur zweitgrößten und in der Schweiz zur größten physischen Plattform entwickelt“, so die Gesellschaft. Dieser Fokus beruhe auf der Überzeugung, der zufolge die physische Replikation Anlegern klare Vorteile in puncto Transparenz und Qualität biete.

Neue Replikationsmethode für vier ETFs

Die Indexperformance von 16 der 58 Credit Suisse ETFs werde gegenwärtig mithilfe eines synthetischen Derivats repliziert, das gemeinhin als „Swap“ bezeichnet wird. Die synthetische Replikation biete sich als gute Lösung an, wenn es schwierig oder unmöglich sei, die Benchmark oder den Index physisch nachzubilden. „Wenn möglich, bevorzugen wir jedoch die physische Replikation. Daher stellen wir die Replikationsmethode von vier ETFs nach sorgfältiger Analyse von synthetisch auf physisch um“, so die Credit Suisse:

CS ETF (IE) on MSCI Australia (IE00B5V70487)
CS ETF (IE) on MSCI South Africa (IE00B4ZTP716)
CS ETF (IE) on MSCI Brazil (IE00B59L7C92)
CS ETF (IE) on MSCI Mexico Capped (IE00B5WHFQ43)

„Wir werden die CS ETF-Fondspalette künftig weiter überwachen und die Möglichkeit in Erwägung ziehen, weitere ETFs physisch zu replizieren“, berichtet Credit Suisse.

Einführung eines Auf-/Abschlags auf Swaps oder den „Spread“

Swaps sind Vereinbarungen zwischen zwei Vertragspartnern, zukünftige Zahlungsströme zu festgelegten Zeitpunkten und Modalitäten auszutauschen. Bei swap-basierten ETFs erhält der Fonds die Performance des Referenzindexes im Gegenzug für die Bezahlung eines „Spreads“. Der Spread kann positiv oder negativ sein (wobei negativ bedeutet, dass der Fonds auch den Spread erhält). Für die Mehrheit der durch CS ETFs angebotenen Referenzindizes ist der Spread nach Angaben des ETF-Anbieters positiv und werde dadurch dem Fonds als Kosten belastet. Der Spread werde in annualisierten Basispunkten angegeben, falle täglich an und werde periodisch (in der Regel monatlich) bezahlt.

In Zukunft werde sich der Spread, wie im Markt üblich, in der Fondsperformance niederschlagen und nicht wie bisher durch die Credit Suisse getragen. Konkret bedeutet dies: Ab dem 3. November 2011 entspreche die Performance der Swap-basierten CS ETFs der Performance ihrer jeweiligen Referenzindizes abzüglich der Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) minus oder plus des Spreads. Diese Änderungen ebneten den Weg für einen Ausbau der branchenführenden Position der CS ETFs hinsichtlich Qualität, Transparenz und Anlegervertrauen.

„Der Hauptvorteil der physischen Replikation besteht in der Möglichkeit, die Indexrendite durch den Erwerb der zugrundeliegenden Bestandteile des Index zu erreichen. Dem gegenüber steht die synthetische Replikation, bei der die Indexrendite durch einen Swap erreicht wird, wobei die Wertpapiere nicht unbedingt auf den Index bezogen sind. Die CS ETFs, die Indizes synthetisch replizieren, zielen auf höchste Qualität und Transparenz, die unter anderem durch das tägliche Zurücksetzen und die tägliche Veröffentlichung der gehaltenen Positionen auf der Website gewährleistet werden. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass unter den Gesichtspunkten von Risiko und Transparenz kein Weg an der physischen Replikation vorbeiführt.

Bedeutet das höhere Kosten?

Die Umstellung von Swaps auf physische Replikation werde keine Auswirkungen auf den Nettoinventarwert der ETFs haben. Die Abwälzung der Kosten des Swap-Spread könne jedoch wie oben beschrieben Auswirkungen auf die Performance haben.

Welche Rolle spielt die synthetische Replikation für Credit Suisse ETFs?

„Die Möglichkeit sowohl der physischen als auch der swapbasierten Replikation ist für CS ETFs ein Vorteil. Angesichts der deutlichen Vorteile gegenüber der synthetischen Replikation bleibt die physische Replikation unsere bevorzugte Methode. Die swapbasierte Replikation eröffnet jedoch den Zugang zu Indizes, die sich sonst nicht nachbilden ließen. Wir werden bestrebt sein, den Anlegern auch in Zukunft die Transparenz- und risikomindernden Vorteile der Swapbasierten Replikation anzubieten, sofern die Struktur nachweislich besser ist in Bezug auf Gesamtkostenquote (TER), Handelskosten oder Liquidität“, so die Credit Suisse.

Wie müssen Kunden darauf reagieren?

Kunden, die an der Umstellung auf physische Replikation nicht teilnehmen möchten, können nach Angaben der Credit Suisse ihrer Bank spätestens einen Geschäftstag vor dem Umstellungsdatum des jeweiligen ETF Verkaufsorder erteilen. Kunden, die nicht an den Swapspread-Änderungen teilnehmen möchten, könnten ihrer Bank bis spätestens 2. November 2011 Verkaufsorder erteilen.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.