Optimisten und Pessmisten halten sich bei den Befragten des Profi-Boersentrend der DAB Bank die Waage.

Im Mai hat sich der DAX durchgehend auf einem sehr hohen Niveau bewegt. Wird sich dies im Juni so fortsetzen? Für 60 Prozent der unabhängigen Vermögensverwalter, welche die DAB BNP Paribas monatlich befragt, bleibt die Entwicklung bei deutschen Aktien auch im Juni stabil. 20 Prozent gehen sogar von weiter steigenden Kursen aus. Genauso hoch ist aber auch die Zahl der Pessimisten, die für die kommenden Wochen fallende Kurse erwarten. 80 Prozent halten deutsche Aktien derzeit für fair bewertet, 20 Prozent für unter- und niemand für überbewertet. Insgesamt haben sich die Einschätzungen gegenüber dem Vormonat kaum verändert: Der Indexwert des Profi-Boersentrend sinkt leicht von +12,1 auf +9,8 Punkte.

Peter Schneider im Profi-Boersentrend: „Echte Zinswende kann ich noch nicht ausmachen“

Trotz der aktuellen Unsicherheiten plädiert Peter Schneider, Vorstand bei der Schneider, Walter & Kollegen Vermögensverwaltung in Köln, für die Aktie: „Aufgrund der seit Jahresanfang steigenden Inflationszahlen liegen die niedrigsten Renditen wohl hinter uns. Aber eine echte Zinswende kann ich noch nicht ausmachen. Dafür ist die Staatsverschuldung in vielen europäischen Ländern zu sensibel und darauf wird die EZB meines Erachtens Rücksicht nehmen. Außerdem sehe ich in Frankreich nach der Wahl Macrons zum Präsidenten Erwartungen, die auf eine weniger strenge Haushaltsdisziplin abzielen, um so den proeuropäischen Kurs Frankreichs wirtschaftlich zu unterstützen. Politische Risiken werden die Anleger ab und zu verunsichern. Dafür sorgen beispielsweise Staatslenker wie Trump, Putin und Erdogan. Außerdem sind die aktuellen Aktienkurse nicht als sehr günstig zu bezeichnen. Aber neben einer breiten Diversifikation von Unternehmens-, Hybrid- und Wandelanleihen sollte auch ein sicherheitsorientierter Anleger weiter einen entsprechenden Aktienanteil halten. Qualitativ gut geführte Unternehmen mit stabilem Geschäftsmodell haben in der Regel auch eine Preissetzungsmacht, das heißt sie können ihre Margen erhöhen, wenn die Inflation weiter steigen sollte.“

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.