Start ETF-News Der Anfang vom Ende des Atomzeitalters?

Der Anfang vom Ende des Atomzeitalters?

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Die Nachrichten aus Fukushima lassen im Moment die ganze Welt erschüttern. Es sind Bilder, die deutlich machen, wie gefährlich Atomreaktoren sein können und wie wenig der Mensch sie kontrollieren kann. Experten erwarten, dass die Regierungen nun wieder verstärkt auf alternative Energien setzen werden. Dies lässt Aktien dieser Branche interessant erscheinen. Der ETF-Markt hat einige Produkte im Angebot.

Rückblick

Infolge des stärksten Erdbebens seit über 140 Jahren und der dadurch entstandenen Tsunami-Welle tritt im Kernkraftwerk Fukushima 1 radioaktive Strahlung nach außen. Die Strahlung ist aktuell so hoch, dass das Personal nicht weiter in den Kontrollräumen des Reaktors bleiben könne, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. In einem Umkreis von rund 30 Kilometern müssen die Anwohner Ihre Häuser verlassen und werden in Notunterkünften untergebracht.

Konsequenzen für Deutschland

Die schwarz-gelbe Regierung hat die bisherige Atompolitik angesichts der Situation in Japan über den Haufen geworfen. Alle vor 1980 gebauten Kernkraftwerke sollen vorübergehend abgeschaltet werden und innerhalb von drei Monaten einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden.

Börsen reagieren mit Verunsicherung

Vom Vertrauensverlust der Atomenergie profitieren die Alternativen Energien. Die Solarmodulhersteller wie beispielsweise Solarworld oder Q-Cells, aber auch Windkrafthersteller wie Nordex haben mit hohen Kursgewinnen reagiert. Im Gegenzug verloren die Stromkonzerne E.ON und RWE seit Ausbruch der Atomdebatte rund zehn Prozent.

ETFs auf Alternative Energien

Der ETF-Markt bietet einige Indexfonds die sich auf Aktien des Sektors Alternative Energien beziehen. Der Credit Suisse Global Alternative Energy ETF (WKN:  A1C9P3) umfasst Aktien aus den Segmenten Windkraft, Sonnenenergie, Bioenergie/Biokraftstoffe, Erdgas sowie geothermische Energie, Wasserkraft, Brennstoffzellen und Batterien. Die Sektoren sind gleichgewichtet und enthalten je sechs Unternehmen. Der in US-Dollar notierende ETF wurde im Februar 2011 aufgelegt, er hält alle enthaltenen Aktien physisch, die Gewinne werden reinvestiert. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,65 Prozent pro Jahr. Mit dem iShares S&P Global Clean Energy (WKN: A0M5X1) können Anleger in weltweit dreißig Unternehmen aus dem Bereich Clean Energy investieren. Der ETF ist mit 43 Prozent seines Vermögens im Sektor Informationstechnologie investiert, weitere 39 Prozent im Versorger Bereich und 18 Prozent im Industriesektor. Der im Juli 2007 aufgelegte ETF schüttet seine Gewinne jährlich an die Anteilseigner aus, die Fondwährung ist US-Dollar. Die Kostenquote beträgt ebenfalls 0,65 Prozent. Auch Lyxor bietet mit einem ETF auf den World Alternative Energy Index (WKN: LYX0CB)eine Investitionsmöglichkeit. Der Index setzt sich aus Aktien zusammen, die den Hauptteil ihrer Erträge aus den Geschäftsfeldern, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz oder der Dezentralisierung der Energieversorgung gewinnen. Der im Oktober 2007 aufgelegte ETF schüttet seine Gewinne jährlich aus. Die Indexabbildung erfolgt mittels eines Swap. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,60 Prozent. Anleger sollten allerdings beachten, dass der Index zu etwa 15 Prozent japanische Aktien enthält. Die Fondswährung aller ETFs ist US-Dollar, dadurch besteht für den europäischen Anleger ein zusätzliches Wechselkursrisiko

Fazit:

Für Anleger könnte sich nun wieder ein Einstieg in das Segment der Alternativen Energien lohnen. Der hohe Ölpreis, das neue Bewusstsein über die Risiken der Atomenergie und der damit einhergehende Druck auf die Politik führt Nachhaltig zu einem Umdenken.

Index: Credit Suisse Global Alternative Energy Index 
Anbieter: Credit Suisse
ISIN/WKN: IE00B3YKW880/A1C9P3
TER: 0,65 Prozent
Währung: USD

Index:S&P Global Clean Energy Index
Anbieter: iShares
ISIN/WKN: DE000A0M5X10/A0M5X1
TER: 0,65 Prozent
Währung: USD

Index:  World Alternative Energy
Anbieter: Lyxor
ISIN/WKN: FR0010524777/LYX0CB
TER: 0,60 Prozent
Währung: USD

 

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