Der Einsatz von ETFs wird salonfähig
Der europäische ETF-Markt wird ein immer festerer Bestandteil des Asset-Management-Marktes. Durch ein immer vielfältigeres Produktangebot befassen sich zunehmend mehr Anlegergruppen mit den flexibel einsetzbaren Portfoliobausteinen.

Als vor etwa 15 Jahren der erste Exchange Traded Fund (ETF) in Deutschland auf den Markt kam, hatte sich wohl niemand ein derart rasantes Marktwachstum vorstellen können. Aber die Vorteile von ETFs – kostengünstig, einfach zu handeln, transparent – haben immer mehr Anleger überzeugen können. Inzwischen ist das Angebot an ETFs auf über 1.500 Produkte angestiegen. In nahezu jede Anlageklasse kann heute investiert werden. Während zu Beginn nur bekannte Indizes wie DAX, MSCI World und Euro Stoxx 50 investierbar gemacht wurden sind es heute eher spezielle Themen und Segmente, die mit ETFs erschlossen werden. Im vergangenen Jahr stand das Thema Smart-Beta besonders stark im Fokus der ETF-Anbieter. Mit diesen Produkten machen die ETF-Anbieter intelligentere Indexkonzepte investierbar. Ein weiterer Trend ist das Thema Nachhaltigkeit, das in den letzten Monaten nun auch den ETF-Markt erfasst hat.

UBS: ein ETF-Anbieter der ersten Stunde

Einer der ersten und zugleich führenden ETF-Anbieter in Europa ist UBS Global Asset Management. Die UBS bietet in Europa seit 2001 ETFs an. Heute umfasst die Produktpalette etwa 200 ETFs, die an den führenden Handelsplätzen in Europa handelbar sind. Einen besonderen Schwerpunkt legt die UBS auf die physische Indexabbildung – die gerade bei institutionellen Anlegern sehr beliebt ist. Über die Produktpalette des Anbieters kann in nahezu alle Anlageklassen und Märkte investiert werden. Einen Schwerpunkt stellen währungsgesicherte Produkte und ETFs auf das Thema Nachhaltigkeit dar.

Europas ETF-Markt wächst stark

Der europäische ETF-Markt hat ein sehr gutes Jahr 2015 hinter sich. Inzwischen sind über 1.500 ETFs von 46 Anbietern an 24 Börsen handelbar. Allein im Dezember 2015 verzeichnete die Industrie Mittelzuflüsse von 8,6 Mrd. Euro. Die verwalteten Vermögen stiegen zum Jahresende auf rund 450 Mrd. Euro an. Der Markt konzentriert sich allerdings auf rund zehn Anbieter (siehe Tabelle). Diese vereinen einen Marktanteil von rund 94 Prozent. UBS belegt mit einem verwalteten ETF-Vermögen von 25,2 Mrd. Euro den Platz 4. Im Jahr 2015 konnte UBS rund 7,5 Mrd. Euro Mittelzuflüsse verzeichnen.

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Einsatz von ETFs wird weiter ansteigen

In einer kürzlich von Greenwich Associates unter institutionellen Anlegern aus Kontinentaleuropa durchgeführten Studie wurde deutlich, dass der ETF-Markt auch in 2016 um gut ein Fünftel wachsen wird. An der Studie haben 123 institutionelle Investoren aus Europa teilgenommen. Darunter waren 58 Pensionsfonds, 46 Asset Manager und 19 Versicherer. Diese haben darüber Auskunft gegeben, wie sie ETFs nutzen und wahrnehmen. Von den Befragten setzen 68 bereits ETFs ein, die übrigen 55 noch nicht. In den nächsten zwölf Monaten dürften sowohl die Verbreitung von ETFs als auch das Vermögen, das in die Fonds investiert ist, zunehmen. Etwa ein Viertel der institutionellen Investoren aus Kontinentaleuropa nutzt ETFs bereits. Von den Investoren, die ETFs noch nicht einsetzen, wollen 17 Prozent im kommenden Jahr damit beginnen. Gleichzeitig plant mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Investoren, ihre ETF-Bestände zu erweitern. Aktuell machen ETFs im Schnitt etwa ein Zehntel (9,3 Prozent) der Portfoliobestände aus – ein Anstieg gegenüber 7,2 Prozent im Jahr 2014. Institutionelle Investoren in Europa setzen börsennotierte Indexfonds vor allem ein, um Zugang zu Aktienmärkten zu erhalten: Bei 94 Prozent der Befragten sind sie Bestandteil des Aktienportfolios. Der Studie zufolge dürften fünf Faktoren die zunehmende Verbreitung von ETFs in den Portfolios institutioneller Investoren vorantreiben:

1Anleihen-ETFs

Sechs von zehn ETF-Investoren setzen die Fonds ein, um Zugang zu Anleihenmärkten zu erhalten. Davon hat etwa ein Viertel erst innerhalb der vergangenen zwei Jahre damit begonnen. Die Hauptfaktoren hinter dieser Entwicklung sind die einfache Handhabung von ETFs (72 Prozent), ihre Liquidität (69 Prozent) und die Möglichkeit, mit nur einer Transaktion breit gestreut zu investieren (69 Prozent).

2Strategischer Einsatz

Die ETF-Bestände sind etwa zur Hälfte strategisch und zur Hälfte taktischer Natur (51 Prozent beziehungsweise 49 Prozent). Das anhaltende Wachstum des ETF-Einsatzes unter institutionellen Investoren für Zwecke wie dem Rebalancing (bei mehr als 55 Prozent der Befragten) deutet auf eine anhaltende Verbreitung hin.

3ETFs ersetzen Derivate

Fast die Hälfte der Befragten hat innerhalb des vergangenen Jahres von Derivaten in ETFs umgeschichtet. Dabei war für 17 Prozent die einfache Handhabung ausschlaggebend. Weitere 17 Prozent begründen die Umschichtung damit, dass ETFs günstiger sind.

4Smart-Beta-ETFs

Mehr als ein Fünftel der institutionellen Investoren legt in Smart-Beta-ETFs an. Unter Asset Managern sind diese ETFs besonders beliebt. Fast sechs von zehn Investoren (57 Prozent), die Smart-Beta- ETFs nutzen, wollen dieses Produktsegment im nächsten Jahr noch stärker einsetzen.

5ETFs profitieren vom Multi-Asset-Trend

Die Nachfrage nach Multi-Asset-Portfolios unter institutionellen Investoren steigt. Fast vier von fünf Asset Managern (79 Prozent) setzen börsennotierte Indexfonds ein, im Schnitt liegt mehr als ein Fünftel (22 Prozent) des Vermögens in ETFs. Es sprechen einige Anzeichen dafür, dass die europäische ETF-Branche auch in den kommenden Jahren weiter stark wachsen wird.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.