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Der Robo-Advisor Cashboard ist insolvent

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Cashboard Insolvenz
Der digitale Anlagevermittler hat Insolvenz angemeldet.

Schwerer Schlag für das noch junge Fintech-Segment der Robo-Advisor. Wie das Portal Deutsche Startups berichtet, hat der innerhalb der Branche und von Verbraucherschützern früh mit Zweifeln betrachtete digitale Anlagenvermittler Cashboard, am 10. Mai am Amtsgericht Charlottenburg den Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Torsten Martini bestellt.

Das bereits im Jahr 2010 als Refined Investment gegründete Unternehmen konnte wohl trotz seiner namhaften Investoren wie Digital Space Ventures, Earlybird, Heilemann Ventures, Redalpine Venture Partners, 500 Startups und Business Angel Heiko Hubertz keine weitere Finanzierungsrunde sicherstellen. Diese hatten im Sommer 2015 rund 2 Millionen Euro in das Unternehmen investiert. Zudem konnte sich Cashboard laut dem Branchenmagazin Gründerszene im November 2016 nochmals weitere rund 3 Millionen Euro sichern.

Cashboard: Probleme haben sich früh abgezeichnet

Die Probleme des Unternehmens hatten sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet. Trotz der durchgeführten Finanzierungsrunden war es zuletzt sehr still um den Anbieter geworden. Auch bei unserem kürzlich durchgeführten Robo-Advisor Test wollte das Unternehmen nicht mehr teilnehmen. Cashboard wurde von den Brüdern Stephan und Robert Henker und André Holdschick gegründet. Wie bzw. ob es mit dem Anbieter nun weitergeht ist nicht bekannt.

Kundengelder wohl nicht betroffen

Kunden von Cashboard müssen wohl keine Angst um ihre Gelder haben. Auf der Website des Anbieters heißt es zum Thema Sicherheit: „Ihr Geld liegt bei einer lizenzierten, deutschen Bank, daher hätte eine Insolvenz von CASHBOARD keine Auswirkung auf Sie. Unsere Partnerbank ist die ebase, die zur comdirect-Gruppe gehört mit Sitz in Aschheim, Bayern.“ Ohne der Zustimmung der Kunden dürfte der Anbieter also keinen Zugriff auf Bargeld- oder Wertpapierbestände gehabt haben. Weitere Details sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht verfügbar. Auch auf der Website des Anbieters sind bisher keine Informationen zur Insolvenz zu finden.

Eine Liste mit allen in Deutschland aktiven Anbietern ist auf unserer Seite „Geldanlage mit Robo-Advisor“ zu finden. Unser neue Robo-Advisor Test erscheint am 26. Mai 2017.

  • Peter Ehrlinger

    Es war zu erwarten, dass in nächster Zeit die ersten Robo-Advisor-Insolvenzen gemeldet werden. Laut Mitteilung der Scalable-Mitgründerin Manuela Rabener in einem Interview wird der Break Even bei diesem Geschäftsmodell erst ab einer Anlagesumme von mehr als 1 Milliarde € erreicht.

    Es wäre schön, wenn das Extra Magazin regelmäßig aktuelle Daten zu den jeweiligen „assets under management“ veröffentlichen würde, damit man sich einen Überblick verschaffen kann.