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Deutsche AWM erwartet 2015 ein europäisches ETF-Wachstum auf Vorjahresniveau

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Nach Schätzungen der ETF-Vertriebsexperten der Deutsche AWM wird die ETF-Branche in Europa im Jahr 2015 zwischen 15 und 20 Prozent wachsen.

Mit 357,3 Milliarden EUR verwaltetem ETF-Vermögen beträgt der europäische ETF-Anteil am gesamten Fondsvolumen in Europa derzeit rund 3,3 Prozent.

ETF-Wachstumstreiber sind Produktinnovationen, Services und Kosteneffizienz

Wachstumstreiber bleiben nach Ansicht der Deutschen AWM neben echten Produktinnovationen die Serviceleistungen für Kunden sowie ein starker Preiswettbewerb. „Wirklich neue ETFs schaffen Zugang zu bisher nicht investierbaren Märkten oder liefern ein bisher noch nicht verfügbares Exposure“, so Simon Klein, Leiter Vertrieb ETP & Institutionelle Mandate EMEA und Asien, Deutsche AWM. Gerade die Serviceleistungen seien für professionelle Investoren das Zünglein an der Waage, wenn es bei gleichen oder ähnlichen Produkten um die Anbieterauswahl gehe, meint Klein. Zu solchen Serviceleistungen gehöre unter anderem die Bereitstellung von Musterportfolien, die neben einer Portfoliokonstruktion sowohl Kennzahlen und Statistiken als auch die historische Wertentwicklung aufzeigen. Ebenso sei wichtig, dass ein ETF-Anbieter den Handel für professionelle Kunden so unterstützt, dass die ETF-Handelskosten möglichst gering gehalten werden können.

Die Kosteneffizienz bei ETFs sieht Klein als einen wichtigen Faktor für das ETF-Wachstum im letzten Jahr. „Wir waren in Europa 2014 der erste ETF-Anbieter, der eine preisgünstige Core-ETF-Palette aufgelegt hat. Damit konnten wir insbesondere neue Kunden gewinnen, für die ETFs jetzt zu einer interessanten Anlagealternative – beispielsweise zu Futures und institutionellen Mandaten – geworden sind“, so Klein.

Nachfrage nach Renten-ETFs wächst überproportional

Das Passive-Team der Deutschen AWM sieht, wie viele Branchenexperten auch, 2015 ein starkes Wachstum bei Renten-ETFs. Allerdings liege der Schwerpunkt vor allem im High-Yield-Bereich, beispielsweise bei kurzlaufenden europäischen Hochzins-Unternehmensanleihen. „Professionelle Investoren suchen im Niedrigzinsumfeld oftmals nach Anlagemöglichkeiten, die ein angemessenes Rendite-Risiko-Profil tragen und gleichzeitig eine gute Liquidität bieten“, sagt der ETF-Experte der Deutschen AWM.

Derzeit steigt laut Deutscher AWM die Nachfrage nach Renten-ETFs überproportional. Das verwaltete Volumen in Renten-ETFs sei 2014 um 41 Prozent gestiegen, während es bei Aktien-ETFs 22 Prozent gewesen seien. Auch für die Zukunft würden überdurchschnittliche Mittelzuflüsse im Rentensegment erwartet. So habe die Deutsche AWM alleine im ETF-Rentenbereich rund 1,5 Milliarden EUR Nettomittelzuflüsse erreicht.

ETF-Investmentlösungen entscheidend für Durchbruch im Privatkunden-Bereich

Einen großen Nachholbedarf sieht Klein bei Produkten für Privatanleger, die verstärkt auf ETFs setzten. Darunter fielen beispielsweise ETF-Dachfonds oder so genannte Managed Accounts. Das seien individuelle Konten, die in der Regel nach festen Vorgaben und Präferenzen der Kunden professionell von einem Vermögensverwalter gemanagt würden. „Ein Erfolgsfaktor für den Durchbruch für ETFs beim Privatkunden ist die Anzahl solcher Produktlösungen auf ETF-Basis. Wir freuen uns über jeden Produktanbieter, der solche Lösungen entwickelt und über seine Vertriebswege, wie beispielsweise Filialen, vertreibt“, erklärt Klein.

ETFs werden immer häufiger im aktiven Management eingesetzt

Spätestens seit der Finanzkrise haben nach Meinung der Deutschen AWM viele Anleger verstanden, dass die Märkte immer volatiler werden – und das in immer kürzeren Abständen. Viele Investmentprofis seien daher der Ansicht, dass die klassische Buy-and-Hold-Strategie ausgedient habe. Die ETF-Experten der Deutschen AWM sehen das als weiteren Wachstumstreiber für ETFs. Denn in oftmals stark volatilen Märkten könnten hoch liquide und preisgünstige Investmentvehikel helfen, schnelle taktische Anpassungen in der Kapitalanlage vorzunehmen.

Simon Klein sieht zudem einen klaren Trend, dass ETFs immer häufiger von aktiven Fondsmanagern eingesetzt werden. So sei der Bereich der Strategic-Beta-Produkte ein gutes Beispiel dafür, wie mit regelbasierten Investmentstilen und unter Einsatz von ETFs eine Outperformance zu klassischen Marktrenditen erzielt werden könne. Auch wenn der Bereich Strategic Beta ein hohes Wachstumspotenzial böte, so sei die edukative Aufgabe, solche Portfolios den Investoren zu erklären, noch enorm hoch.

db X-trackers ETF mit starken Nettomittelzuflüssen in 2014

Insgesamt zeigt sich Simon Klein äußerst zufrieden mit den erzielten Nettomittelzuflüssen in db X-trackers Produkte, die 2014 bei 4,2 Milliarden EUR lagen. In ihrem besten Monat November habe die Deutsche AWM rund 30 Prozent des Marktwachstums eingesammelt.„Wir haben 2014 drei wesentliche Wachstumspfeiler eingepflockt: Wir haben unsere beliebtesten und größten ETFs auf die physische Replikation umgestellt. Daneben haben wir innovative ETFs aufgelegt, wie zum Beispiel unseren physischen China-A-ETF oder einen ETF auf den Barclays Global Aggregate Index. Zudem haben wir auch aufgrund unserer kostengünstigen Core-ETF-Palette neue Kunden gewonnen. Die hohen Nettomittelzuflüsse belegen, dass unsere Wachstumsstrategie aufgegangen ist“, freut sich Klein.

Die Deutsche AWM ist derzeit in Europa zweitgrößter Anbieter physischer ETFs mit einem verwalteten Vermögen in direkten ETFs von 17,7 Milliarden EUR. Insgesamt verwaltet Deutsche AWM 44,88 Milliarden EUR (Stand 07.01.2015).

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.