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Deutsche Bank zu den Spannungen zwischen der Ukraine und Russland

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Krim-Konflikt-Artikel

„Die Situation bleibt im Fluss, scheint aber vergleichbar mit dem früheren Konflikt zwischen Russland und Georgien“, so die Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) zu den Spannungen zwischen der Ukraine und Russland.

Es wäre nach Meinung der Fondsgesellschaft möglich, dass die Krim künftig nicht mehr von der Ukraine aus regiert wird, aber offiziell auch nicht von Moskau. Vieles spreche für den Status einer Sonderzone unter starkem russischen Einfluss. Höchstwahrscheinlich werde es nicht zu einer Invasion Russlands auf dem ukrainischen Festland kommen und ein militärischer Konflikt werde vermieden. Die Atmosphäre zwischen Russland und der Ukraine sowie dem Westen könnte aber für eine längere Zeit belastet sein. „Ein Zahlungsausfall der Ukraine dürfte höchstwahrscheinlich vermieden werden, da die USA, Westeuropa und der IWF Unterstützung signalisiert haben“, so die DeAWM.

„Die Finanzmärkte Russlands und der Ukraine dürften am stärksten betroffen sein, weitreichende Ansteckungseffekte über verschiedene Anlageklassen sind möglich, jedoch unterschiedlich ausgeprägt“, so die Meinung der Fondsgesellschaft. Russische Energieproduzenten würden vor allem im Fall von Zahlungsverzögerungen/-ausfällen für Gaslieferungen in die Ukraine belastet. Bei den globalen Globale Rentenmärkte sei die Ansteckungsgefahr gering, es sein denn. die Krise verschärfe sich und münde in einen militärischen Konflikt. Globale Aktienmärkte sollten aus Sicht von DeAWM nahe der Allzeithochs eng auf breitere Ansteckungseffekte infolge Risikobewusstsein/-aversion überwacht werden. Als sichere Häfen bei Devisen würden der US-Dollar, Yen und Schweizer Franken Unterstützung erhalten, Emerging Market-Währungen dürften aber weiiterhin unter Druck bleiben.

Szenarien einer Krise

Russland hat scheinbar mit den jüngsten Aktivitäten eine Linie gezogen, um seine strategischen Interessen im Schwarzen Meer und insbesondere auf der Krim zu untermauern. Falls die Situation nur auf die Krim begrenzt bleibe und es zu keiner weiteren Intervention auf dem ukrainischen Festland komme, dürften die Finanzmärkte aus Sicht von DeAWM das Ereignis als lokal ansehen und die globale Ansteckung sollte begrenzt bleiben bzw. nach anfänglichem Aufflackern zurückgehen. 

Russische Finanz-Anlagen dürften jedoch unter Druck bleiben, ca. 70 Prozent des russischen Aktienmarktes seien in ausländischer Hand. Mögliche Sanktionen westlicher Länder dürften wegen der Abhängigkeit vor allem Europas von russischen Gaslieferungen sorgfältig abgewogen werden. Gleichwohl verursache die Situation eine anhaltende Belastung mit jederzeitiger Gefahr einer Verschärfung. In diesem Fall stelle sie ein globales Risikoszenario dar.

Das Risikoszenario beinhalte auch eine militärische Invasion in den östlichen Teilen der Ukraine. Vor dem Hintergrund der angespannten Lage und erhöhter Befindlichkeiten berge dieses Risiko die Gefahr weitreichenderer Ansteckungseffekte, auch wenn das derzeit nicht das Basisszenario sei.

Schlussfolgerung

„Die gesamte Lage verheißt vor allem für russische Anlagen nicht Gutes, aber auch für die gesamte Region Osteuropa inklusive Türkei (12 Prozent der Krimbevölkerung sind Tataren mit historisch enger Bindung an die Türkei und einer Abneigung gegenüber Russland)“, so die DeAWM.  Ansteckungseffekte an den Finanzmärkten könnten sich aus Sicht der Fondsgesellschaft über verschiedene Anlageklasse und Regionen ausweiten.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.