Hohe Umsätze dominieren das Bild im ETF-Handel. Beliebt sind vor allem Produkte mit Schwerpunkt Schwellenländer, aber auch Bluechips werden weiterhin nachgefragt.

Während der Aufwärtstrend an den internationalen Börsen weiter anhält, verzeichnen Market Maker ein hohes Umsatzvolumen. Rege Nachfrage besteht vor allem nach Emerging Markets- und dabei insbesondere nach BRIC-Produkten.

Auch im ETF-Markt spielt das Thema Emerging Markets aktuell eine starke Rolle. So verzeichnet etwa Marco Salaorno von der Société Générale hohe Umsätze im Lyxor ETF MSCI Emerging Markets (WKN LYX0BX) sowie im Lyxor ETF Brazil (WKN LYX0BE), die beide überwiegend gekauft werden.

Starker Handel in Branchen-ETFs

Stark gehandelt werden nach Auskunft von Salaorno auch Branchen-Produkte wie etwa der ETF auf die Versorger-Branche Lyxor ETF DJ STOXX 600 Utilities (WKN LYX0A3) oder der Lyxor ETF DJ STOXX 600 Industrial Goods & Services (WKN LYX0AT). Auch im Banken-ETF Lyxor ETF DJ STOXX 600 Banks (WKN LYX0AP) seien die Investoren rege. Einheitliche Trends wären insgesamt allerdings nicht auszumachen.

Käufe, aber auch Gewinnmitnahmen

Bernardus Roelofs, Leiter des ETF Sales Trading beim holländischen Market Maker Flow Traders, bestätigt die starke institutionelle Nachfrage nach BRIC-ETFs sowie nach Fernost-Produkten ohne japanische Aktien, wie etwa dem iShares MSCI Far East ex-Japan (WKN A0HGZS). „Allerdings war es in der vergangenen Woche so, dass wir zum Wochenbeginn nur Käufe verzeichnet haben. Gegen Ende der Woche wurden dann vor allem in China-ETFs auch zunehmend Gewinne mitgenommen“, fügt der Händler hinzu und verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf den db x-trackers FTSE/XINHUA China 25 ETF (WKN DBX1FX).

Europäische Bluechips gefragt

Starke Käufe beobachtet Roelofs auch bei ETFs auf die großen europäischen Indizes DJ Euro Stoxx 50 oder auch dem marktbreiteren DJ Euro Stoxx. Gefragt seien hier vor allem der iShares DJ EURO STOXX 50 (WKN 935927) und der Lyxor ETF DJ EURO STOXX 50 (WKN 798328) sowie der iShares DJ EURO STOXX (DE) (WKN A0D8Q0).

Im Handel mit aktiv verwalteten Portfolios mit deutschen Aktien verzeichnet Frank Wöllnitz unterdessen keine auffälligen Bewegungen. „Die Umsätze sind aktuell zwar insgesamt ziemlich hoch, einen so deutlichen Trend wie in den BRIC-Portfolios sehen wir sonst aber nicht.“

Erste Anzeichen für eine Korrektur?

Auch Bastian Ohta von der Unicredit berichtet von Käufen im Bluechip-Segment, sieht aber bereits erste Signale für eine mögliche Trendwende: „Institutionelle Anleger verkaufen immer wieder große Blöcke Bluechip-ETFs. Hier und da ziehen zwar noch einige kleine Marktteilnehmer dem bestehenden Trend nach, sie werden jedoch klar von den Verkäufern übertrumpft. Der Optimismus der Privaten hinkt wie so oft hinterher und zeigt sich mit einer zeitlichen Verschiebung“, kommentiert der Market Maker. Rein charttechnisch betrachtet sehe die Börse derzeit zwar rosig aus. Nach Ansicht von Ohta ist es jedoch fraglich, ob die Kursgewinne der vergangenen Wochen angesichts des desolaten Zustandes der Realwirtschaft gerechtfertigt seien. Andere Market Maker machen unterdessen bislang keine Anzeichen für ein Ende des derzeitigen Aufwärtstrends aus.

© 28. Juli 2009/Karoline Koch. Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen.

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