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Die Rolle der Market-Maker beim Handel mit ETFs

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Die Rolle der Market-Maker beim Handel mit ETFs

Um für ein hochliquides Produkt wie Exchange Traded Funds fortlaufend Preise zu stellen, bedarf es einer äußerst effizienten Handelsplattform. Die Handelsplattform der Commerzbank ( Zum Testbericht) hat sich bereits über viele Jahre bewährt und gerade während der Finanzkrise einmal mehr ihre Feuertaufe bestanden. Man kann mit Stolz darauf verweisen, dass alle von der Commerzbank ( Zum Testbericht) gehandelten Produkte jederzeit mit Kursen versorgt worden sind und handelbar waren. Immerhin werden auf der gleichen IT-Plattform neben den ETFs börsentäglich circa 80.000 Optionsscheine und Zertifikate quotiert.

Market-Making für ETFs

Auf dieser Plattform befi ndet sich auch das Market-Making für Exchange Traded Funds. Bei dem Market-Making berechnen die Händler fortlaufend den indikativen Net Asset Value für die von ihnen betreuten ETFs. Dieser so genannte iNAV, ist der aktuelle Wert des Aktienkorbes, der dem ETF zugrunde liegt. Auf dieser Basis stellen die Händler nun Quotierungen an die entsprechenden Börsen (Xetra und Stuttgart).

 

Die Designated Sponsors, wie Market-Maker auch genannt werden, sorgen fortlaufend dafür, dass ein großes Volumen auf der Geld- und Briefseite an den Börsen zur Verfügung steht und damit ein äußerst liquider Handel stattfi nden kann. Die Börsen stellen an die Designated Sponsors hohe Anforderungen bezüglich der Qualität der von ihnen gestellten Kurse. Es gibt genaue Vorschriften über maximale Spreads, minimales Quotierungsvolumen und Reaktionszeit. Dadurch wird eine kontinuierliche Präsenz und Erreichbarkeit des Designated Sponsors sichergestellt.

Profis handeln meist OTC

ETFs können aber auch direkt mit dem Market-Maker gehandelt werden. Die Market-Maker stellen auch im Direkthandel (OTC) handelbare Geld und Briefkurse zur Verfügung. Banken, Direktbanken und Handelshäuser, die an das Handelssystem der Commerzbank angeschlossen sind, können ihre Trades während der Handelszeiten direkt als OTC-Geschäft abwickeln. Große institutionelle Anleger stellen ihre Preisanfragen in der Regel telefonisch an den Market-Maker. Hierbei sind Zuverlässigkeit und Ausführungsqualität die Hauptkriterien, nach denen ein institutioneller Anleger den Market-Maker auswählt.

Wie ETF-Anteile entstehen

Die Market-Maker erfüllen eine weitere Funktion in dem Handel mit Exchange Traded Funds. Hierbei handelt es sich um den so genannten Creation-Redemption- Prozess zwischen Primärund Sekundärmarkt. Das „Kreieren“ und „Redeemen“ ist einmal täglich nach Börsenschluss möglich. Bei der Creation liefert der Market-Maker den entsprechenden Aktienkorb an die Fondsgesellschaft, um ETF-Anteile dafür zu erhalten (Primärmarkt). Dies dient dazu, einen liquiden Handel für ETFs sicherzustellen (Sekundärmarkt). Genau umgekehrt verhält es sich bei der Redemption. Der Market- Maker gibt Fondsanteile an die ETF Gesellschaft zurück und erhält dafür den entsprechenden Aktienkorb. Dieser Mechanismus ist einer der Gründe für die deutlich geringeren Kosten, die ein Exchange Traded Fund gegenüber herkömmlichen aktiv gemanagten Fonds aufzeigt. Die Kosten für den Erwerb und den Verkauf der Aktien trägt allein der Market-Maker. Damit wird vermieden, dass diese Transaktionskosten in den Fonds anfallen. Dies hätte dann zur Folge, dass alle Fondsanteilbesitzer bei zukünftigen Transaktionen in den Fonds an den Kosten beteiligt würden, wie es bei normalen Publikumsfonds geschieht.

Die ETF-Dienstleister

Der Market-Maker ist damit ein zentrales Bindeglied zwischen den Börsen und letztendlich den Anlegern und den ETF-Anbietern. Um sein Risiko möglichst gering zu halten, stehen ihm verschiedene Absicherungsinstrumente zur Verfügung. Er kann den Aktienmarkt, den ETF-Markt, den Optionsmarkt und den Futuresmarkt als Hedging-Instrument benutzen. Nur durch effi zientes Hedging ist er in der Lage, seine Kosten und sein Risiko zu senken. In aller Regel wird er seine Positionen über den Futures-Markt absichern. Denn hier stehen ihm die kostengünstigsten Absicherungsinstrumente zur Verfügung.

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Über den Autor:
Frank Mohr, 43 Jahre, seit vielen Jahren in der Betreuung von institutionellen Kunden in Europa tätig. U. a. leitete er den Retail Equity Sales Desk der Commerzbank, bevor er 2005 in das Geschäftsfeld Equity Derivatives wechselte. Seit Ende 2007 ist er verantwortlich für die Vermarktung der ETF-Market-Making- Aktivitäten im deutschsprachigen Raum.

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