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Die Tücken bei Währungs-ETCs

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Währung ETC

Es klingt auf den ersten Blick so einfach: Mit ETCs lässt sich auf Währungen spekulieren. Gordon Rose, ETF-Analyst bei Morningstar, warnt jedoch vor den Fallstricken.

Währungen können die Performance einer Anlage sowohl positiv als auch negativ stark beeinflussen. So lag die annualisierte Rendite des MSCI World NR USD Index der letzten drei Jahre bei 6,7 Prozent. Gemessen in Euro, erzielte der MSCI World NR Index eine jährliche Rendite von 10 Prozent und damit insgesamt 11,7 Prozent mehr als der in US-Dollar gemessene Index. Exchange Traded Commodities (ETCs) auf Währungen können jedoch teilweise helfen, das Portfolio gegen Währungsschwankungen abzusichern. Wann und für wen diese Produkte sinnvoll sind, erläutern wir im Verlauf des Artikels.

Produktkonstruktion

Bevor wir uns dem eigentlichen Thema widmen, sollten wir uns zunächst die Konstruktion eines Währungs-ETCs etwas genauer anschauen, um die Funktionsweise besser zu verstehen.

Marktführer für Währungs-ETCs in Europa ist ETF Securities. Das Unternehmen bietet insgesamt über 80 Produkte an und greift dabei fast ausschließlich auf die synthetische Replikation zurück; Ausnahmensind eine Handvoll Edelmetallprodukte, die physisch besichert sind.

Für unseren Zweck nehmen wir den Swap-basierten ETFS Long EUR Daily Short USD als Beispiel. Der ETC bildet den MSFX Long Euro Total Return Index ab, mit der Zielsetzung, den Euro/US-Dollar- Wechselkurs inklusive lokaler Zinsen abzubilden. Der MSFX Long Euro Index (TR) spiegelt dabei die Rendite eines vollbesicherten Investments in täglich rollierenden Forward-Kontrakten auf das Währungspaar wider. Zusätzlich wird das Zinssatzgefälle berücksichtigt, sofern es im Forward-Kontrakt integriert wurde.

In der Theorie repliziert der ETC also das, was er soll – nämlich die Wechselkursentwicklung vom Euro zum US-Dollar.

Ist immer drin, was draufsteht?

Wie so oft im Leben kommt es in der Praxis anders, als die Theorie erwarten lässt. Der Euro hat in den letzten drei Jahren 7,7 Prozent gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren. Theoretisch sollte der Beispiel-ETC ungefähr 8,9 Prozent verloren haben (7,7 Prozent plus eine jährliche Management-Gebühr von 0,39 % über drei Jahre). In der Praxis hat er jedoch 10,6 Prozent eingebüßt. Da die Performance nicht nur vom Spot-Preis abhängt, sondern auch vom Zinsgefälle und der Rendite der hinterlegten Sicherheiten des Forward-Kontraktes, kann es zu Abweichungen kommen.

Berücksichtigt man jedoch zusätzlich die Kosten, die nicht in den Management-Gebühren enthalten sind, wie z. B. die Swap-Kosten, liefert der ETC über den Anlagezeitraum eine akzeptable Rendite relativ zur Benchmark. Schaut man sich einzelne Handelstage an, dann kann die Rendite verhältnismäßig weit von der Benchmark abweichen. Am 4. Januar 2011 verlor zum Beispiel der Euro gegenüber dem US-Dollar 0,3 % an Wert. Der ETFS Long EUR Daily Short USD ist hingegen um 1,2 % gestiegen. Es kann also nicht immer eine 1:1-Abbildung (abzüglich Gebühren) des Wechselkurses garantiert werden. Vorsicht ist geboten!

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