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Dr. Seibold Capital – Ursache und Wirkung vertauscht

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Erinnern Sie sich an Intershop? Oder Mobilcom? Das waren ehemals hochfliegende Firmen aus der Zeit des Neuen Marktes ab 1999. Sie waren auch eine der ersten, deren Aktien massiv verloren haben. Sicher gibt es auch Parallelen zu den Internet- Aktien, die heute wieder in Mode sind, wie Linkedin, oder der geplante Börsengang von Facebook. Aber mich fasziniert eine weitere Parallele: Damals schauten viele Investoren entsetzt auf kleine Telekom- und Internetfirmen. Aber vor lauter Schrecken über Details sah kaum einer das große Bild: Die groteske Fehlallokation von zig hunderten Milliarden Euro in Traum-Geschäfte, in deren Folge auch DAXKonzerne 80 Prozent und mehr Ihres Wertes verloren. Heute droht in der täglichen Nachrichtenflut rund um die Sorgenkinder Griechenland, Portugal und Irland wieder einmal der größere Zusammenhang in den Hintergrund zu treten.

Griechenland ist nur der Anfang

  1. Die Staatsverschuldung in Griechenland ist nicht der Auslöser, sondern ein Sympton der Krise.
  2. Durch die jahrelange lockere Geldpolitik sitzt die EU in einer Falle: Entweder weiter zahlen oder Staatsbankrotte zulassen.
  3. Es ist damit unwahrscheinlich, dass der Euro in seiner jetzigen Form überlebt.

Alternativen für Anleger

  1. Eine Möglichkeit ist die Streuung des Portfolios durch vom Euro unabhängige Sachwerte
  2. Sachwerte, die sich unabhängig von der Geldmenge entwickeln, sind zum Beispiel Wald, Immobilien und Agrarland
  3. Durch Holzeinschlag, Mieten und Ernteerträge liegen unkorrelierte Einnahmequellen vor. Allerdings ist eine aktive Betreuung der Vermögenswerte wichtig.

In der Berichterstattung über Staatsanleihen und Schuldenkrise herrscht derzeit meiner Einschätzung nach eine Fehleinschätzung. Zwar ist über die Steuervermeidungsstrategien griechischer Ärzte viel geschrieben worden, an das große Bild traut sich immer noch kaum einer ran. Denn die Schulden des griechischen Staates sind nicht die Ursache der gegenwärtigen Misere, sondern eine der vielfältigen Auswirkungen. Es ist vielmehr richtig, dass die Regierungen und Zentralbanken sich durch ihre jahrelange ultralockere Schuldenpolitik in eine Falle manövriert haben. Bekommen die überschuldeten Länder weitere Kredite, geraten auch die noch verhältnismäßig stabilen Länder wie Deutschland in die Schuldenfalle, da sie mehr und mehr für andere zahlen müssen.

Oder:

Lassen sie Anleihen aus Griechenland platzen – Umschuldung klingt netter, ist aber dasselbe – dann beginnt ein Wettlauf raus aus Staatsanleihen von Portugal, Irland, Italien, Großbritannien etc. Keiner will beim nächsten Schuldenschnitt betroffen sein. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Inflationsdruck langsam aber merklich steigt. In diesem Fall geraten die Anleihenkurse massiv unter Druck, auch ohne eine Umschuldung. Die Grafik unten zeigt beispielhaft eine von Griechenland emittierte Euro-Anleihe. Der Kursverlust von 50 Prozent zeigt, welche Sprengkraft dieses Thema besitzt. Wie kann es weiter gehen? Schon vor einem Jahr haben wir bei Dr. Seibold Capital davor gewarnt, dass der Euro in seiner heutigen Form nicht überleben wird. Langfristig führt kein Weg daran vorbei. Auch ein Austritt einer kleineren Volkswirtschaft wie Griechenland würde nicht viel ändern würde.

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Die Lehre aus der Schulden-Krise ist, dass ein Währungsraum nur funktionieren kann mit Ländern, die eine ähnliche Finanz- und Steuerpolitik verfolgen. Viel spricht für einen Kern-Euro aus beispielsweise Deutschland, Österreich und den Beneluxstaaten. Dann können die Staaten des, nennen wir ihn Süd-Euro, über den Weg einer Währungsabwertung Wettbewerbsvorteile erlangen und auf den Wachstumspfad zurückkehren.

Die Herausforderung für Anleger besteht darin, sich heute schon positionieren zu müssen, ohne zu wissen, wie sich der Euro entwickelt. Eine Überlegung könnte sein, in die Vermögensaufteilung eine „Währung“ aufzunehmen, die von dieser Entwicklung weitgehend unabhängig ist. Das können zum Beispiel Immobilien, Wald oder Agrarland sein. Die Überlegung dahinter: Der reale Wert der laufenden Einnahmen aus solchen Investitionen, seien es Mieten, aus Ernten oder Holzeinschlag, ändert sich grundsätzlich nicht, wenn es eine neue Währung geben sollte oder die Inflationsrate steigt. Allerdings sollten Anleger streng darauf achten, mit liquiden und transparenten Anlagevehikeln solche Sachwerte in ein Depot zu integrieren.

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Wald als Vermögensanlage hat eine jahrhunderte alte Tradition und ist international anerkannt. Die fünf größten privaten Eigner von Wald in Deutschland sind beispielsweise traditionsreiche Adelshäuser: Thurn und Taxis, Fürstenberg, Hohenzollern, Riedesel und Sayn-Wittgenstein. In den USA investieren die US-amerikanische Universitäten Yale, Harvard und Princeton, in Nutzwälder und Edelholzanlagen. Dieser Baustein in einem aktiv gemanagten Portfolio sicherte in der Finanzkrise die Finanzierung der Ausbildung ihrer Studenten.

Hinweis: Die obigen Investmentempfehlungen dienen lediglich Informationszwecken. Sie sollen keinesfalls als Aufforderung zum Kauf der bezeichneten Wertpapiere gedeutet werden und werden hier ausdrücklich unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung aufgeführt. Diese Information genügt nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen gem. § 31 Abs. 2 WpHG.
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