weizen

Seit Ende Juni ist der Preis für einen Scheffel Weizen in der Spitze um 63 Prozent gestiegen. Analystenmeinungen zufolge ist diese Preisrallye fundamental nicht gerechtfertigt.

Brot und Brötchen sind jüngst teurer geworden. Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf den fulminanten Anstieg des Weizenpreises in den vergangenen Monaten. Diese Entwicklung hatte wiederum zur Folge, dass sich Mehl verteuerte. Deshalb sind Bäcker gezwungen, die Preise für ihre Waren anzuheben, da ansonsten ihre Gewinne sinken würden.

Weizenbedarf ist trotz Ernteausfällen gedeckt

Ende Juni kostete ein Scheffel Weizen (rund 27,2 Kilogramm) an der Terminbörse in Chicago 4,82 Dollar. Am 5. August lag der Preis bei 7,85 Dollar. Nach oben getrieben wurde die Notierung durch Marktteilnehmer, die in großem Stil Terminkontrakte auf Weizen orderten. Kein Wunder, befürchteten sie doch Probleme bei der Deckung des weltweiten Weizenbedarfs infolge von Ernteausfällen wegen verheerender Waldbrände in Russland, der Hitzewelle in Europa und der Flutkatastrophe in Pakistan. Fakt ist jedoch, dass es derzeit bei Weizen dank ausreichend hoher Lagerbestände keinen Versorgungsengpass gibt. Darüber hinaus werden in diesem Jahr Schätzungen zufolge weltweit immerhin 643 Millionen Tonnen Weizen geerntet. 2009 waren es 680 Millionen Tonnen. Der Ernterückgang ist also gering, weshalb einige Fachleute meinen, dass der starke Preisanstieg überzogen ist.

Angebot dürfte 2011 steigen

Rohstoffanalyst Eugen Weinberg von der Commerzbank ( Zum Testbericht) erwartet einen Anstieg des Weizenangebots im kommenden Jahr. Denn gemäß seiner Einschätzung werden zahlreiche Landwirte aufgrund des gestiegenen Preises mehr Weizen anbauen. Dies ist ein durchaus realistisches Szenario. Deshalb können risikobereite Anleger auf einen Rückgang des Weizenpreises setzen. Möglich ist dies mit dem ETFS Short Wheat (ISIN: DE000A0V9YA0). Dieser ETC bildet die inverse Performance des auf Weizen-Future-Kontrakten basierenden Dow Jones-UBS Wheat Sub-Index auf täglicher Basis ab. Konkret bedeutet dies, dass der ETC einen Wertzuwachs von drei Prozent verbucht, wenn der ihm zugrunde liegende Index an einem Tag von 25 auf 24,25 Punkte fällt. Allerdings büßt der ETF 3,1 Prozent seines Wertes ein, wenn der Index am Folgetag wieder auf 25 Punkte steigt. Dieser Sachverhalt spielt jedoch keine große Rolle, wenn sich der Index über einen längeren Zeitraum in einem Abwärtstrend bewegt.

Signal abwarten

Mehrere fundamentale Fakten deuten darauf hin, dass der Weizenpreis mittelfristig sinken wird. Unabhängig davon sollten Anleger den vorgestellten Short-ETF erst ordern, nachdem der Weizenpreis unter 6,77 Dollar gefallen ist. Denn dieses Preisniveau (Höchststand des Jahres 2009) fungiert derzeit als charttechnische Unterstützung. Falls es unterschritten wird, dürfte der Preis rasch auf sechs Dollar absacken. Danach könnte es zu einer Gegenbewegung kommen. Ebendiese können Trader mit dem ETFS Wheat (ISIN: DE000A0KRJ93) ausnutzen, der die Wertentwicklung des Dow Jones-UBS Wheat Sub-Index auf täglicher Basis abbildet.

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