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Dubai-Krise: Belastung für die Golf Region?

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Mit ETFs in die Golf Region

Die Nachricht der Regierung von Dubai, dass der Staatsfonds Dubai World, der aktuell etwa 60 Milliarden US-Dollar Schulden hat, seine Zahlungen für 6 Monate einstellen wird, hat zu einem Schock an den Finanzmärkten geführt. Die weltweiten Börsen reagierten darauf mit hohen Verlusten, der DAX verlor an diesem Tag knapp 3 % an Wert. Die langfristigen Auswirkungen auf die gesamte Golf Region werden aber wahrscheinlich gering sein.

Dubai und seine Prestigeprojekte

Dubai hat in den letzten Jahren ein unglaubliches Wachstum an den Tag gelegt und sich vom verschlafenen Nest zum Mittelpunkt der arabischen Immobilien- und Finanzwelt entwickelt. Bei Dubai World handelt es sich, neben der Dubai Holding und der Investment Corporation, um eine der drei großen Holding Gesellschaften Dubais. Dubai World hat unter anderem bei prestigeträchtigen Projekten, wie der neu aufgeschütteten Palmeninsel oder dem größten Hafen der Region, mitgewirkt.

Eine Restrukturierung ist notwendig

Die Ankündigung zur Aussetzung der Zahlung von Dubai World kam für die meisten Marktteilnehmer völlig überraschend. Dazu meint Scheich Ahmed bin Saeed al Maktoum, der Vorsitzende des Finanzkomitees von Dubai, dass die Aktion sehr sorgfältig geplant war und rechtfertigt sie damit, dass dem schweren Schuldenstand von Dubai World mit entscheidenden und schnellen Aktionen begegnet werden musste, um schlimmeres abzuwenden.

Belastung für die gesamte Golf Region?

Weitet sich nach Dubai die Krise über die Golf Region aus? Diese Frage stellen sich natürlich viele Investoren. Experten warnen aber vor diesem Schluss, denn das ungebremste Wachstum, welches Dubai zu weltweitem medialen Ruhm geführt hat, hat in den anderen Golf Staaten nicht auf diesem Level stattgefunden. Dort ging es bedeutend ruhiger und nachhaltiger zu. So kommt es auch, dass Dubai aufgrund seiner hohen Staatsschulden viel stärker von ausländischem Kapital abhängig ist, als die ölreicheren Emirate, welche eher auf der Anlegerseite auf dem Kapitalmarkt fungieren. Eine Ausbreitung der Krise scheint deshalb unwahrscheinlich.

Ist eine Staatspleite Dubais möglich?

Auch das Unmögliche ist möglich, das hat gerade die Finanzkrise gezeigt. Die Staatspleite Dubais steht aber wohl nicht bevor. Zwar erscheint die finanzielle Situation Dubais dramatisch, so entsprechen die Verbindlichkeiten ungefähr dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt. Allerdings haben Länder wie Japan eine noch bedeutend höhere Quote mit knapp 180 % und auch Deutschland steht mit geschätzten 80 % Verschuldung, gerechnet auf das BIP, nicht allzu rosig da. Außerdem hat Dubai in der Golf Region potente Unterstützer, da sich die vereinigten Arabischen Emirate traditionell gegenseitig unterstützen.

ETFs für die Golf Region

Im Moment gibt es in Deutschland erst einen ETF mit dem man in die Golf Region investieren kann. Der iShares MSCI GCC Countries ex Saudi-Arabia (ISIN: DE000A0RM470) investiert in Unternehmen, die in den Ländern des Gulf Cooperation Council (GCC) mit Ausnahme von Saudi-Arabien notiert sind. In den letzten drei Monaten hat der ETF kapp 20 % nachgegeben. Anleger die mittelfristig von einer Erholung der Region ausgehen, können mit diesem ETF bequem in die Region investieren.

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