Mit Aktien wettbewerbsstarker Unternehmen können Anleger eine deutliche Outperformance erwirtschaften.

Economic Moats sind Aktien wettbewerbsstarker Konzerne. Der Morningstar Wide Moat Focus Index umfasst solche Titel und erzielt eine deutliche Überrendite.

Die Nachfrage nach passiv gemanagten Investmentvehikeln, die sich bei der Portfolioallokation nicht nur nach einfachen Faktoren wie der Marktkapitalisierung orientierten, steige rapide, so Torsten Hunke, Managing Director von VanEck Europe. Dieses starke Interesse an Smart Beta erkläre sich vor allem mit der Tatsache, dass Investoren höhere Renditen erzielen wollten. Smart Beta Indexfonds basieren zumeist auf speziell gewichteten Indizes, die beispielsweise besonders dividendenstarke Aktien listeten. Mit diesem Ansatz versprechen sich Anleger eine Outperformance gegenüber dem breiteren Markt.

Kein klassischer Smart Beta-Ansatz

„Alternativ und speziell gewichtet ist auch der Morningstar Wide Moat Focus IndexTM, sagt Hunke. „In die Kategorie Smart Beta lässt sich dieser Index allerdings nicht einordnen. Denn der Index basiert nicht nur auf alternativen Investment-Faktoren, sondern fußt auf den kontinuierlichen Research-Ergebnissen des Investment-Research-Hauses Morningstar.“ Der Morningstar Wide Moat Focus Index liste zwar ähnlich wie der S&P 500 Index eine breite Palette von US-Aktien, die Auswahl und Gewichtung der einzelnen Indexkomponenten erfolge aber im Sinne des Moat Investings in einer mehrstufigen Analyse. Viele herkömmliche Smart-Beta-Ansätze berücksichtigten bei der Allokation lediglich einen alternativen Indikator.

Economic Moats: Nur Aktien mit langfristigen Wettbewerbsvorteilen im Index

Moat Investing basiere auf dem Konzept der Economic Moats, also wirtschaftlichen Burggräben. Hierbei werde ein breites Aktienuniversum auf nachhaltige Wettbewerbsvorteile analysiert. Hunke schildert: „Nach dem Ansatz von Morningstar können diese in Form von immateriellen Vermögensgegenständen, Kostenvorteilen, Wechselkosten, Netzwerkeffekten oder einer Effiziente Skalierung bestehen. Für den Morningstar Wide Moat Focus Index kommen nur solche Gräben in Frage, die nachhaltig genug sind: Wenn sie über mindestens 20 weitere Jahre lang erhalten bleiben können.“ Besitze ein US-amerikanisches Unternehmen einen oder mehrere dieser Wettbewerbsvorteile und könne diesen Vorsprung lange genug behaupten, komme es als Indexkomponenten des Morningstar Wide Moat Focus Index aber zunächst einmal nur in Frage. Um sich tatsächlich unter den US-Aktien zu behaupten, müsse die Aktie des Unternehmens darüber hinaus eine günstige Bewertungslage aufweisen. Die Analysten von Morningstar schätzten den langfristigen inneren Wert einer Aktie, den sogenannten fairen Wert.

Morningstar Wide Moat Focus Index mit deutlicher Outperformance

Die Komponenten des Morningstar Wide Moat Focus Index bilde final mindestens 40 US-Aktien mit langfristigen Wettbewerbsvorteilen, die innerhalb ihrer Peer-Group am günstigsten bewertet seien. „Seit 2007 erwirtschaftete der S&P 500 eine Gesamtrendite von 113 Prozent. Im selben Zeitraum erzielte der Morningstar Wide Moat Focus Index eine Rendite von 210,5 Prozent und lag somit fast 100 Prozentpunkte über dem S&P 500 (Daten per 31. August 2017). Dieser Track Record macht Moat Investing zwar nicht zu einem klassischen Smart-Beta-Ansatz, aber zu einem smarten Investmentansatz, um mit einem passiven Investmentvehikel eine potenzielle Outperformance gegenüber dem breiteren Markt zu erzielen“, schließt Hunke.

Lesen Sie dazu auch den Artikel „VanEck listet ETF auf wettbewerbsstärkste US-Titel“.

 

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.