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EDG-Studie: Systemrisiko bei ETFs nur sehr gering

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Die European Derivatives Group (EDG) stuft das vom Financial Stability Board (FSB) beschriebene Systemrisiko bei ETFs als „insgesamt sehr gering“ ein. Und wenn überhaupt, so betreffe dies nur ETFs, bei denen die Liquidität der Sicherheiten geringer sei als die der Basiswerte. Selbst in der Finanzkrise 2007/2008 seien bei Anbietern synthetischer ETFs keinerlei Liquiditätsprobleme bekannt geworden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Unterschiede und Gemeinsamkeiten börsennotierter, passiver Investmentprodukte“ von Prof. Dr. Lutz Johanning, Marc Becker und Mark Seeber, die sich mit ETFs, ETCs, ETNs und Zertifikaten beschäftigt.

„Einige Anbieter wie z. B. db x-trackers veröffentlichen täglich die Struktur der ETF-Holdings bzw. der hinterlegten Sicherheiten und haben klare, transparente Anforderungen an die Wertpapiere, die im ETF gehalten bzw. als Sicherheiten hinterlegt werden können“, heißt es weiter. Anleger könnten sich so laufend über die Qualität und Liquidität der Wertpapiere informieren. „Insgesamt ist festzuhalten, dass dem sehr geringen Risiko eines Liquiditätsengpasses von synthetischen ETFs Vorteile in Form einer kostengünstigeren und genaueren Replikation gegenüberstehen. Es erscheint somit nicht gerechtfertigt, das vom FSB beschriebene Systemrisiko so hoch zu veranschlagen, wie dies in der öffentlichen Diskussion teilweise geschehen ist. Aus diesem Risiko kann auch nicht pauschal die Schlussfolgerung gezogen werden, synthetische ETFs durch voll replizierende ETFs zu ersetzen. Anleger sollten sich aber über die Art der Replikation des ETF informieren, die Qualität der Wertpapiere bzw. Sicherheiten beurteilen und die Vorzüge einer synthetischen Replikation gegen die damit verbundenen Risiken abwägen“, so das Fazit der Autoren.

Börsengelistete, passive Anlageprodukte ermöglichten kostengünstige und sehr liquide Investitionen in breite, in sich diversifizierte Märkte. Mit ihnen könnten zudem für den Privatanleger eher schwer zugängliche Assetklassen wie Rohstoffe und Währungen erschlossen werden. Zertifikate würden darüber hinaus die Möglichkeit einer Risikoabsicherung der Kapitalanlage bieten. In der entsprechenden Studie werden ETFs, ETCs, ETNs und Zertifikate nach Maßgabe der Kriterien rechtliche Struktur und Regulierung, Replikation, Besicherung des Emittenten- bzw. Kontrahentenrisikos, Liquidität und Kosten verglichen und voneinander abgegrenzt.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.
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