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Emerging Markets: Auf der Überholspur

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Emerging Markets-ETF: Jetzt erst recht

Starkes Wachstum verheißt hohe Renditechancen. Mit ETFs lässt sich breit, günstig und transparent in zahlreiche Schwellenländer investieren.

Volkswirte sind sich sicher: In diesem Jahr wird China die Bundesrepublik als drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt ablösen. Einer, der das vorhergesehen hat, ist Jim O´Neill, Chefvolkswirt von Goldman Sachs und Erfinder des legendären BRICKonzepts. Der ökonomische Triumphzug von Brasilien, Russland, Indien und China (kurz BRIC), davon ist O´Neill überzeugt, liefert nur einen Vorgeschmack, auf das, was noch kommen wird.

Die nächste Generation

„Are there more BRICs out there?“ – gibt es draußen noch mehr BRICs?, fragte O´Neill in einer weiteren Studie. Die Antwort lieferte er gleich mit: „Ja, es gibt sie.“ Wahlweise werden sie als die „Nächsten 11“ oder als „Next Generation“ bezeichnet. Die Prognosen gehen davon aus, dass Länder wie Mexiko, Taiwan oder Mexiko früher oder später zu den westlichen Industrienationen aufschließen werden.

Chance und Herausforderung

Für Anleger ist der rasante Aufstieg der Schwellenländer Chance und Herausforderung zugleich. Chance deshalb, weil dort, wo die Wirtschaft dynamisch wächst, überdurchschnittliche Börsengewinne locken. Die Herausforderung liegt darin, dass Emerging Markets nicht nur riskanter, sondern auch schwerer investierbar sind, als etablierte Aktienmärkte. So büßten zum Beispiel die Aktienkurse in Indien oder China seit Jahresanfang kräftig ein. Die Kreditkrise sowie die erwartete Abschwächung der Weltwirtschaft haben auch hier ihre Spuren hinterlassen.

Guter Zeitpunkt für einen Einstieg

Ungeachtet solcher (ganz natürlicher) Korrekturen, bleiben die langfristigen Perspektiven in den meistenWachstumsregionen aber positiv. Nach den starken Kursverlusten zu Jahresbeginn ergibt sich daher ein attraktives Einstiegsniveau, wenngleich temporäre Turbulenzen nicht auszuschließen sind. Wer jedoch einen langfristigen Anlagehorizont mitbringt und über eine gewisse Risikobereitschaft verfügt, sollte an BRIC & Co. noch eine Menge Freude haben.

Auf welches Pferd setzen?

Bleibt die Frage: Wie investieren? Aktiv gemanagte Fonds sind meist keine geeignete Alternative. Wie die Vergangenheit zeigt, gelingt es den wenigsten Fondsmanagern, die hohen Kosten für die Beobachtung und Analyse von Einzeltiteln in jenen Regionen durch eine entsprechende Outperformance auszugleichen – mit der Folge, dass der Anleger langfristig Geld verliert oder hinter den Vergleichsmaßstab zurückfällt. Index-Zertifikate wiederum sind zwar meistens kostengünstiger, dafür aber häufig mit dem Makel behaftet, Schwellenmärkte nicht breit genug abzubilden, worunter die Diversifikation leidet. Und wenn doch, werden in vielen Fällen Dividenden nicht angerechnet.

Die ganze Welt der Schwellenmärkte

Eine so flexible wie kostengünstige Lösung bieten Exchange Traded Funds (ETFs). Mit nur einer Börsentransaktion kann sich der Anleger je nach Wunsch ein einzelnes Land, eine komplette Region oder sogar die ganze Welt der Schwellenmärkte ins Depot holen. Zu ersten Kategorie gehört zum Beispiel der ETF auf den MSCI Brazil Index von iShares (Barclays Global Investors). Der Referenzindex enthält 70 brasilianische Aktien, die die Marktkapitalisierung des Landes am Zuckerhut zu 85 Prozent abdecken. Ein Beispiel für ein Regionen-Investment ist der ETF auf den MSCI Latin America Index von Lyxor. Der Index umfasst 147 Aktien aus Brasilien, Mexiko, Argentinien, Peru, Chile und Kolumbien. Wer nach einem globalen Ansatz sucht, wird unter anderem bei db x-trackers fündig. Die Tochter der Deutschen Bank hat einen ETF auf den MSCI Emerging Markets Index im Programm. Der Referenzindex bildet die Entwicklung von sage und schreibe 936 Aktien aus 25 verschiedenen Wachstumsländern ab.

Underperformance ausgeschlossen

Zwar liegen viele Emerging Markets in einer anderen Zeitzone, doch durch das Listing an der Deutschen Börse sind jederzeit Käufe und Verkäufe zu den üblichen Handelszeiten möglich, ohne dass die Geld-Briefkursspanne in ein extremes Niveau abdriften. Gleichzeitig haben Anleger die Gewissheit, dass ETFs die Performance des Referenzindex nahezu eins zu eins widerspiegeln – vor dem Hintergrund, ass nur wenige aktiv gemanagte Investmentfonds langfristig ihren Vergleichsindex schlagen, ist dies ein wichtiger Punkt.

Dividenden, na klar!

Ein weiterer Vorteil sind die im Vergleich zu aktiven Fonds und Zertifikaten geringen Verwaltungsgebühren. Außerdem gehen Dividenden niemals verloren, sie werden je nach Art des ETF entweder periodisch ausgeschüttet oder in den ETF reinvestiert. Im Gegensatz zu Zertifikaten stellen die im ETF angelegten Mittel ein Sondervermögen dar, sind also im Konkursfall des Anbieters geschützt.

Überzeugende Argumente

Die Anlageklasse Emerging Markets sollte aufgrund der langfristig guten Renditechancen in keinem chancenorientierten Depot fehlen. Mit welchem Anteil Länder oder Regionen gewichtet werden hängt jedoch von der Risikoneigung und der Erwartungshaltung des Anlegers ab. ETFs sind ein flexibles, günstiges und transparentes Vehikel um Schwellenmarkt- Strategien effektiv umzusetzen. Aufgrund ihrer Fondseigenschaft genießen sie einen steuerlichen Bestandschutz. Das heißt: Bei einem Erwerb vor dem 01. Januar 2009 fallen Veräußerungsgewinne auf Ebene des Anlegers nicht unter die Abgeltungssteuer. Eine einjährige Haltedauer vorausgesetzt, wären Erträge aus Kursgewinnen dann auch in Zukunft steuerfrei.

Die Sicherheitsstufe erhöhen

Für Anleger, die nicht volles Risiko gehen wollen, hat JP Morgan ein interessantes Bonus- Zertifikat im Angebot. Es bezieht sich auf einen ETF von iShares, der wiederum den MSCI Emerging Markets als Referenzindex hat. Fällt der ETF während der Laufzeit nicht auf oder unter 70 Prozent seines Startniveaus gibt es bei Fälligkeit im Juni 2009 mindestens den Nominalwert zurück – der Anleger ist also durch ein Risikopuffer von 30 Prozent vor Verlusten geschützt. An Gewinnen des ETF nimmt das Zertifikat unbegrenzt teil. Ein weiterer Vorteil: Das Produkt ist noch vor Ende der steuerlichen Übergangsfrist für Zertifikate, also vor dem 01. Juli 2009, fällig. Das heißt, Veräußerungsgewinne, wären bei einer einjährigen Haltedauer steuerfrei.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.