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Ende des starken Franken?

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Huefner Wochenkommentar

Beim Schweizer Franken bewegt sich etwas. Fast eineinhalb Jahre war er gegenüber dem Euro auf den Devisenmärkten bei 1,20 Franken je Euro „einzementiert“. Die Notenbank gab zeitweise riesige Beträge aus, um eine stärkere Aufwertung zu verhindern. Ihre Devisenreserven haben sich in dieser Zeit auf fast 500 Milliarden Euro verdoppelt. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt hat sie inzwischen mehr Reserven als China. Sie musste sich für dieses Vorgehen zeitweise harsche Kritik von der Politik anhören. Notenbankchef Hildebrand trat zurück (freilich nicht nur aus diesen Gründen).

Anpassung der Interventionsschwelle?

Jetzt hat der Aufwärtstrend beim Franken nachgelassen. Der Kurs stieg zeitweise auf über 1,23 CHF je Euro. Das ist zwar noch nicht viel. Für die über die Aufwertung klagende Wirtschaft war es jedoch ein erstes Hoffnungszeichen. Dies umso mehr, als sich die Währungsreserven auch nicht mehr stärker erhöht haben. In der Eidgenossenschaft nehmen jetzt die Erwartungen auf eine weitere Aufwertung zu. Zum Teil wird die Forderung erhoben, die Notenbank solle ihre Interventionsschwelle von 1,20 auf 1,25 CHF je Euro anheben. Ist das vorstellbar?

Hüfner 22012013Im Augenblick ist der Franken aufgrund dieser letzten Höherbewertung deutlich überbewertet. Nach der historischen Betrachtung müsste er eher bei 1,40 CHF je Euro liegen. Das zeigen auch Kaufkraftvergleiche. Jeder, der über den Jahreswechsel in der Schweiz Urlaub gemacht hat, dürfte das aus eigener Erfahrung bestätigen.

Gründe für und gegen die Abwertung

Für eine Abwertung in dieser Größenordnung spricht auch, dass der Krisenmodus auf den Finanzmärkten nachgelassen hat. Es gibt nicht mehr so viele Fluchtgelder aus den südeuropäischen Peripherieländern. Die Risikobereitschaft der Investoren hat sich erhöht. „Sichere Häfen“ wie die Schweiz sind nicht mehr so stark gesucht. Natürlich kann (und wird) sich das auch mal wieder ändern, was dann erneut zu Geldzuflüssen in der Schweiz führen kann. Aber generell sieht das Umfeld günstiger aus.

Andererseits spricht auch eine Reihe von Faktoren gegen eine stärkere Abwertung des Franken. Vor allem kann ich mir nicht vorstellen, dass die Notenbank ihr Wechselkursziel auf 1,25 CHF je Euro anhebt. Das wäre eine Feinsteuerung, die auf unruhigen Devisenmärkten für eine Notenbank von der Größe der Schweiz kaum durchzuhalten wäre. Die Notenbank war schon glücklich, dass es ihr dank außerordentlicher Anstrengungen gelungen ist, die Grenze von 1,20 CHF je Euro durchzuhalten. Sie würde das Schicksal sicher nicht durch ein neues Ziel herausfordern wollen.

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