Eine Wissenschaftlerin nimmt sich des Themas Cannabis an.
Eine Wissenschaftlerin nimmt sich des Themas Cannabis an.

In Deutschland gibt es erstmals einen Index auf Cannabis-Aktien. Es gibt auch schon ein Zertifikat darauf, einen ETF mit deutscher Vertriebszulassung gibt es aber noch nicht.

Die Swissquote Group Holding AG hat mit dem „Cannabis Total Opportunity Index“ (WKN: A2L0QV) den ersten Index für Cannabis-Aktien in Deutschland vorgestellt und live geschaltet. Der Finanzproduktespezialist Leonteq hat dazu bereits das erste Tracker Zertifikat auf den Cannabis Total Opportunity Index (WKN: LTQ05M) an der Börse Frankfurt Zertifikate AG notiert. Anleger können sich an diesem diversifizierten Cannabis-Produkt schon ab rund 90 Euro beteiligen.

Die größten Cannabis-Unternehmen in einem Index

Aufgelegt hat den Index die Düsseldorfer LIXX Index Innovation, ein Unternehmen der Chartered Investment Germany. Der „Cannabis Total Opportunity Index“ ist ab sofort für den deutschen wie auch den europäischen Markt live geschaltet. Zusammengestellt wird er von der börsennotierten Swissquote Group Holding AG, dem größten Online-Broker der Schweiz. Der Index besteht aus bis zu 20 Unternehmen, deren Hauptgeschäftstätigkeit in der Cannabis-Industrie angesiedelt ist. Die meisten Unternehmen stammen aus den USA und Kanada. Einmal im Quartal wird die Zusammensetzung des Index von Swissquote überprüft und neu gewichtet. „Wir wollen den Anlegern ein Portfolio bieten, das in seriöse und bereits etablierte Unternehmen investiert, die aber auch gleichzeitig zu den wichtigsten Playern im Cannabismarkt gehören“, erläutert Marc Bürki, Geschäftsführer von Swissquote. Zur Auflage wurden 19 Titel aufgenommen, welche die Mindestkriterien an Marktkapitalisierung (50 Millionen US-Dollar) sowie Liquidität (100.000 US-Dollar pro Tag) erfüllen und deren Einkünfte mehrheitlich im Cannabis-Handel erzielt werden. Größte Positionen sind derzeit Aurora Cannabis, Zynerba Pharmaceuticals, GW Pharmaceuticals und Neptune Wellness Solutions Inc.

Breit gestreut in einen Boom-Sektor investieren

Die Produktion und der Vertrieb von Cannabis ist weltweit ein stark wachsender Markt, nicht zuletzt, weil die Alkoholindustrie begonnen hat, Cannabis-infundierte und zumeist alkoholfreie Getränke herzustellen. So investiert die US-amerikanische Brauerei Constellation Brands (bekannteste Biermarke ist „Corona“) rund vier Milliarden Dollar in eine Beteiligung am kanadischen Marihuana-Produzenten Canopy Growth. Auch andere Brauereien wie der niederländische Heineken-Konzern investieren in Cannabis und bringen entsprechende Getränke auf den Markt. Hinzu kommt, dass in Kanada seit dem 17. Oktober 2018 Freizeit-Cannabis legal konsumiert werden darf. Nach Schätzung kanadischer Behörden werden rund acht Millionen Verbraucher davon Gebrauch machen. Durch beide Faktoren steht die Cannabis-Industrie nach Meinung von Analysten vor einer Neubewertung, nachdem Cannabis bisher vor allem für den medizinischen Gebrauch produziert wurde.

„Der Markt für Investments in Cannabis-Aktien ist stark fragmentiert und für Investoren oft unübersichtlich“, erläutert LIXX-Geschäftsführer Markus Fehn. „Mit dem neuen Index und dem ersten Tracker Zertifikat soll Anlegern die Möglichkeiten gegeben werden, in die wichtigsten Player zu investieren und am boomenden Cannabis-Markt zu profitieren. Dabei hilft natürlich die Expertise von Swissquote, die sich seit Jahren mit dem Sektor intensiv beschäftigt.“ LIXX Index Innovation, das Indizes über alle Assetklassen hinweg strukturiert, wurde nach der jüngsten Novelle der Benchmark-Verordnung von der Bafin als erster EU Benchmark-Administrator registriert. Das Unternehmen fungiert dabei als Administrator des „Cannabis Total Opportunity Index“ und wird diesen fortlaufend berechnen.

Lesetipp: Im Interview berichtet Markus Richert über die Chancen des Cannabis-Markts.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.