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Erstmals ein Hedge-Fund liquide handelbar

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Es ist dieser Tage ruhig geworden um Hedge-Funds. Kritiker fühlen sich bestätigt. Die als extrem risikoreich geltenden Produkte werden neben der Asienkrise 1997 nun auch für die aktuelle Finanzkrise mitverantwortlich gemacht. Als größte Kritikpunkte gelten die Intransparenz, die hohen Kosten und die schlechte Handelbarkeit. Auf der anderen Seite finden Befürworter, dass Hedge-Funds unter normalen Markgegebenheiten als Stabilisator im Portfolio dienen können. db x-trackers kommt nun mit einer Fondsinnovation auf den Markt. Erstmals können Anleger mittels eines ETF liquide in einen Hedge-Funds Index investieren.

Hedge-Funds unter Druck

Das vergangene Jahr war auch für die Hedge-Funds-Industrie kein gutes Jahr. Fast alle Strategien haben in den vergangenen zwölf Monaten an Wert verloren. So erlitt selbst der marktbreite Credit Suisse Tremont Hedge-Funds Index einen Rückgang von 18,19 Prozent. Einzig die anhand von Trendfolgesystemen investierenden Managed Futures- und Short Bias-Strategien konnten eine positive Rendite erwirtschaften. Selbst erfahrenen Managern gelang es oft nicht, ihre Strategie erfolgreich umzusetzen.

Auf den Manager kommt es an

Hedge-Funds genießen eine große Freiheit, deshalb unterscheiden sich die verwendeten Anlagestrategien stark. Es gibt Fonds, die auf höchste Sicherheit bedacht sind, und Fonds, die hohe Renditen anpeilen und deshalb entsprechende Risiken mit sich bringen. Alle Strategien haben eines gemeinsam. Die Hedge-Funds-Manager arbeiten mit innovativen Anlagekonzepten, die sie selbst entwickelt haben. Und deshalb ist ein Hedge-Fund immer nur so gut wie sein Manager.

Dachfonds bieten sich an

Bisher konnten Anleger mittels Zertifikaten oder Investmentfonds in einzelne Hedge-Funds oder Dachfonds-Konzepte investieren. Die Dachfonds-Konzepte weisen gegenüber dem Direktinvestment wesentliche Vorzüge auf. Der Anleger investiert mit einem Investment in unterschiedliche Anlagestrategien und Manager und hat dank dieser Diversifikation ein besseres Risiko-Rendite-Profil. Bei jedem Vehikel bleibt aber das Argument der schweren Handelbarkeit bestehen.

db x-trackers reagiert

Dem Problem der schlechten Handelbarkeit hat sich jetzt die Deutsche Bank angenommen. Mit dem neu aufgelegten ETF auf den hauseigenen db Hedge-Fund Index können Anlagen nun liquide über die Börse gehandelt werden. Der Index, der sich aus fünf unterschiedlichen Anlagestrategien zusammensetzt (s. Grafik), wurde offiziell am 31.12.2008 gestartet. In der Rückrechnung ab dem 01.03.2003 konnte er eine jährliche Rendite von 6,62% erwirtschaften. Zum Vergleich: Der iboxx Euro TR Index, der eine annähernde Volatilität aufweist, kam im selben Zeitraum auf eine jährliche Rendite von 3,65%. In den letzten zwölf Monaten hat der db Hedge-Index allerdings auch 11,38 Prozent verloren und konnte sich dem negativen Umfeld nicht entziehen. Dies ist aber deutlich geringer als der zuvor erwähnte Credit Suisse Tremont Hedge Funds Index.

Unser Fazit:

Investoren, die sich für dieses Produkt entscheiden, sollten zwei Punkte beachten. Zum einen handelt es sich dabei um einen hauseigenen Hedge-Fund Index, der sich bisher noch nicht unter realen Bedingungen bewähren konnte. Auf der anderen Seite haben Anleger nun aber erstmals die Möglichkeit, liquide in ein sonst nur schwer handelbares Investment zu investieren. Darüber hinaus könnte der Zeitpunkt für einen Einstieg in Hedge-Funds gerade jetzt interessant sein, denn die chaotischen Marktverhältnisse bieten derzeit unzählige interessante Investmentchancen.

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